Neuzulassungen Eigenzulassungen sind der letzte Wachstumsmarkt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Entwicklung der Neuzulassungen ist derzeit überlagert von statistischen Effekten. Deutlich wird aber beim genauen Blick auf die Zahlen, wie sehr die echte Nachfrage am Boden liegt. Nur Sondereffekte bewahren vor dem Totalabsturz.

Eigenzulassungen sind derzeit wieder im Kommen.(Bild:  Wehner / kfz-betrieb)
Eigenzulassungen sind derzeit wieder im Kommen.
(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Der Rückgang der Neuzulassungen im November um 5,7 Prozent war an sich schon ein Warnschuss. Doch beim Blick auf die Entwicklung der einzelnen Absatzkanäle zeigt sich, dass die echte Nachfrage noch viel deutlicher in den Keller rasselte, als es die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts aussagt. Denn nur die rege Eigenzulassungstätigkeit von Herstellern und Händlern bewahrte die Branche vor einem dicken Minus im November.

Wie aus einer Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung hervorgeht, schraubten vor allem die Hersteller und Importeure ihre taktischen Pkw-Zulassungen nach oben. 18.871 Einheiten sind ein gutes Fünftel mehr als im Vorjahresmonat (+22,3 %). Vergleichsweise gering ist dagegen der Anstieg der Händlerzulassungen ausgefallen, die um 6,7 Prozent auf 36.000 Einheiten kletterten. Allerdings weist Dataforce darauf hin, dass die Eigenzulassungen vor einem Jahr auf einem niedrigen Niveau waren, da angesichts der Liefersituation die echten Kundenbestellungen bevorzugt bedient wurden.

Generell ist die Zulassungsentwicklung von statistischen Effekten geprägt. Im November 2022 seien große Mengen Elektroautos (BEV+PHEV) zugelassen worden, um den damals noch geltenden höheren Umweltbonus mitzunehmen, erinnert Dataforce. „Ohne diesen Effekt wäre der Markt im November sogar gewachsen“, heißt es in der Analyse. Das belegt die Entwicklung der Kraftstoffarten. Benziner, Diesel und Hybride ohne Stecker verzeichneten im November ein Wachstum von 16,3 Prozent. Die BEV-Zulassungen schrumpften dagegen um 22,6 Prozent. Mit den PHEV ging es sogar um 59,3 Prozent in den Keller.

Die zuletzt ganz weggefallene E-Auto-Förderung trifft vor allem den Gewerbekundenmarkt, der Kanal sei „nachhaltig geschwächt“. Tatsächlich gingen die Neuzulassungen der Firmen- und Flottenkunden um 10,3 Prozent zurück. Gleichzeitig ist dieser Markt derzeit der einzige, der das Durchschnittsniveau der Vor-Corona-Zeit übertrifft. Allerdings ist der Flottenmarkt nicht mehr das absatzstärkste Segment – dieser Titel fiel wieder an den Privatmarkt. Der legte zwar im November ebenfalls den Rückwärtsgang ein (-8,6 %). Doch gleichzeitig rücken die privaten Zulassungen allmählich näher an das Vor-Corona-Niveau heran. Im November erreichte der Kanal knapp 88 Prozent des Vorkrisendurchschnitts.

Die Vermieterzulassungen gaben im November ebenfalls nach. Der Rückgang beträgt hier 11,7 Prozent. „Wie im Privatmarkt überdeckt auch hier der Sondereffekt die allmähliche Erholung des Kanals“, heißt es in der Dataforce-Analyse.

Transportermarkt fällt im November zurück

Nachdem die Neuzulassungen von Utilities und leichten Nutzfahrzeugen, die Dataforce unter dem Begriff Transportermarkt subsumiert, in den letzten Monaten zugelegt hatten, kam im November nun die Trendwende – allerdings ebenfalls beeinflusst durch die Statistik. Im Transportermarkt hatte es im November und Dezember 2022 einen starken Anstieg der BEV-Zulassungen gegeben. Das schlägt sich nun in einer Normalisierung nieder, die sich in einem Zulassungsrückgang von 5,2 Prozent im November 2023 zeigt.

Ausgelöst wurde der Rückgang vor allem durch die nachlassende Eigenzulassungstätigkeit des Fahrzeughandels (-22,3 %). Verglichen damit waren die Rückgänge im relevanten Flottenmarkt (-2,9 %) und im Privatmarkt (-4,8 %) deutlich moderater. Fahrzeugbau (+27,2 %) und Vermieter (+3,7 %) ließen sogar mehr leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities zu als vor Jahresfrist .

(ID:49834055)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung