40 Jahre Erst „Ceauşescus Rache“, dann globaler Bigseller

Von sp-x 5 min Lesedauer

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Mittlerweile macht der Duster den Hersteller Dacia so begehrenswert, dass die Rumänen 2023 in Deutschland erstmals mehr Autos als die Konzernmutter Renault verkauften. Billige Kompakt-SUV: Die Idee zur beispiellosen Erfolgsstory kam der Karpaten-Marke schon 1984.

Am Ende des Erfolgsjahres 2009 mit allein über 85.000 Dacia-Zulassungen in Deutschland debütierte der Duster als billigster SUV seiner Klasse. Hierzulande wurden bislang 242.512 Fahrzeuge abgesetzt, davon 175.202 Benziner und 67.310 Diesel (Stand 2023).(Bild:  Dacia)
Am Ende des Erfolgsjahres 2009 mit allein über 85.000 Dacia-Zulassungen in Deutschland debütierte der Duster als billigster SUV seiner Klasse. Hierzulande wurden bislang 242.512 Fahrzeuge abgesetzt, davon 175.202 Benziner und 67.310 Diesel (Stand 2023).
(Bild: Dacia)

Dacia besser als Renault? Tatsächlich fahren die Massen auf die Modelle des rumänischen Billig-Herstellers Dacia weltweit ab. In Deutschland übertraf die Low-Budget-Tochter des französischen Traditionskonzerns Renault 2023 erstmals sogar die Verkaufszahlen der Mutter. Dacia-Modelle punkten speziell bei Privatkunden mit ihrem Preisvorteil – aber auch mit dem Coolnessfaktor des SUV, mit dem der Duster bereits zwei Mal überraschte. Denn vor 40 Jahren machte der Duster das erste Mal Schlagzeile und zwar als Allradler des rumänischen Offroadspezialisten Aro. In der noch kleinen Allrad-Community genossen die pfiffig konzipierten Aro-Modelle Kultstatus.

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Allerdings bremste die rustikale Verarbeitungsqualität den Erfolg der geländegängigen Crossover auf Exportmärkten am Ende ebenso aus, wie es Dacia seit 1968 mit in Lizenz gebauten Renault-Derivaten erlebte. Dennoch kam es zu einer Vertriebskooperation zwischen Aro und Dacia, und so wirbelte der als Dacia Duster vermarktete Aro Typ 10 speziell in Britannien ab 1984 so viel Staub auf wie die legendäre TV-Musik-Show „Top of the Pops“. „The biggest value on earth comes to town“, versprach die Werbung für den Duster, und in der Tat war kein Allradler billiger – bis Suzuki konterte. Wie es besser geht, zeigte Dacia 2009 – nun als Renault-Tochter. Der neue Duster hob ab, zuerst als verwegenes Concept Car, dann als millionenfach verkaufter, solider Budget-SUV. Viele versuchten, die Dacia-Philosophie zu kopieren, aber der Duster bleibt vorn, jetzt in vierter Auflage.

Erster Duster in den Achtzigerjahren

Preiswerter als alle Wettbewerber (Rabatt gibt’s aber nicht), gekleidet in praktische und angesagte Outdoor-Couture, optionaler 4x4-Antrieb, der die Wüste zum Wohnzimmer macht, und dazu bessere Platzierungen in Pannenstatistiken als mancher Japaner: Der Autobauer aus Pitesti am Rande der Karpaten weiß aus Erfahrung, warum viele Kunden den Duster cooler finden als andere Billigheimer. Dafür haben sie bei Dacia Lehrgeld bezahlen müssen. Schon die Dacia-Aro-Allradler aus den Achtzigern versuchten als stylishe Freizeit- und Familienfahrzeuge zu beeindrucken, weshalb sie in Deutschland als „Alternative unter den klassischen Geländewagen“ beworben wurden. Konkurrenten wie der Daihatsu Wildcat waren 50 Prozent teurer, andererseits konnten es die kleinen Suzuki-Offroader ebenso preiswert wie die Dacia-Aro-Allradler, die hierzulande Seite an Seite mit dem Dacia 1310 (Lizenzbau des Renault 12) in den Schauräumen standen.

Das Aus für die frühen Dacia Duster und andere Aro kam nicht durch die rumänische Revolution, die 1990/91 grundlegende politische und wirtschaftliche Veränderungen auch in der Autoindustrie herbeiführte. Vielmehr war es die Überlegenheit des Wettbewerbs durch qualitativ hochwertigere Produkte, die Aro und Dacia zwang, nach neuen Partnern zu suchen. Dabei hatte doch Dacia mit seinen 1300er Limousinen und Kombis den ersten Millionseller dieses osteuropäischen Landes lanciert. Ermöglicht wurde diese sensationelle Erfolgsstory durch eine 1966 eingegangene Kooperation mit Renault. Kein Wunder, dass Dacia die Freundschaft mit den Franzosen 1999 erneuerte.

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