Reinigung und Pflege besonderer Lacke Erst denken, dann putzen

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 4 min Lesedauer

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Viele Kfz-Betriebe bereiten Kunden- und Gebrauchtfahrzeuge routiniert selbst auf. Diese Routine kann bei Fahrzeugen mit konventionellen Lacken nützlich sein, bei solchen mit Matt- und historischen Lacken jedoch zum Desaster führen. Eine Sensibilisierung.

Wer historische Lacke aufbereitet, ohne spezifische Kenntnisse zu besitzen, richtet womöglich irreparable Schäden an.(Bild:  Diehl - VCG)
Wer historische Lacke aufbereitet, ohne spezifische Kenntnisse zu besitzen, richtet womöglich irreparable Schäden an.
(Bild: Diehl - VCG)

Fahrzeuglacke mit reduziertem Glanzgrad sind keine Entwicklung der letzten Jahre. Ein frühes Beispiel hierfür ist der Mercedes-Benz 300 SL, Baureihe W 198, für den ab Werk die Lacksonderbestellung „Seidenglanz“ möglich war. Und in der DDR der 1980er-Jahre wurden Dächer von Limousinen ebenso wie Kotflügel von Krafträdern gern nachträglich in mattem Schwarz lackiert.

Heute ist Mattlack ab Werk bei vielen Pkw-Herstellern möglich. Meist sind es Farbtöne, die auch mit vollem Glanzgrad bestellbar sind, beispielsweise Florett- und Tausilber, Daytonagrau und Pythongelb bei Audi. Den matten Effekt erzeugt der Lieferant dieses Herstellers durch Silikatpartikel im Klarlack der Zweischichtlackierung. Seine Entstehung erklärt Audi wie folgt: „Mit seiner Oberflächenstruktur reflektiert Mattlack das Licht diffus statt gerichtet und erzielt so den matten Look.“ Der Grad der Mattierung ist einstellbar, weshalb Mattlack nicht gleich Mattlack ist.