Der vietnamesische Autobauer Vinfast will noch dieses Jahr mit dem Vertrieb in Deutschland starten. Dank einer Kooperation mit dem Kartendienstleister Here ist nun eine weitere Zulassungshürde genommen. Zugleich arbeitet Vinfast an neuen Fabrikstandorten.
Vinfast nimmt weiter Fahrt auf. Mit den Modellen VF 8 (im Bild) und VF 9 soll der Vertrieb in Deutschland im zweiten Halbjahr starten.
(Bild: ampnet/Walther Wuttke)
Vinfast arbeitet mit Hochdruck an der Marktdurchdringung in Europa und Nordamerika. Für den europäischen Kontinent hat der vietnamesische Neuling nun mit dem Karten-Dienstleister Here vereinbart, dass die Here ISA Map (ISA = Intelligent Speed Assistance) in die europäischen Versionen seiner SUV-Modelle VF 8 und VF 9 integriert wird. Entsprechende Systeme sind seit Juli 2022 für alle neuen Pkw-, Transporter-, Lkw- und Bus-Modelle, die für den Markt innerhalb der EU produziert werden, verbindlich vorgeschrieben.
Da Vinfast bis Ende des Jahres die ersten Modelle in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verkaufen will, ist die Kooperation mit einem entsprechenden Dienst notwendig. Mit Here ISA werde die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten verringert und das Fahren mit Vinfast sicherer und erstrebenswerter, heißt es dazu vom Autobauer. Daneben tritt der eigene Anspruch: Vinfast sieht seine Zukunft als vollelektrische Marke und richtet sich gleichzeitig international aus. Vinfast will schließlich „Elektromobile in Premium-Qualität für den globalen Markt produzieren“, hatte einst Vinfast-Chefin Le Thi Thu Thuy über die Strategie des Herstellers gesagt.
Gebaut werden die Fahrzeuge für Europa zunächst noch in einer Fabrik im vietnamesischen Haiphong, die vor allem auf bewährte Produktionstechnik aus Deutschland setzt. 90 Prozent der Herstellung ist weitgehend automatisiert. In der Batteriefertigung zum Beispiel arbeiten gerade 34 Menschen, die rund 70.000 Energiespeicher im Jahr herstellen.
Fabriken in den USA und Europa geplant
In zwei Jahren, so die Pläne des Unternehmens, kommt eine weitere Fertigung in den USA hinzu, so dass im Jahr 2025 die Produktion auf eine halbe Million Fahrzeuge steigen soll. In North Carolina, im Chatham County, werden gerade rund zwei Milliarden Dollar (ca. 1,96 Milliarden Euro) in eine neue Fabrik investiert. Ziel sei dort eine Kapazität von einer Million Fahrzeuge. Vor gut einer Woche hat der Hersteller von dem US-Bundesstaat die Zusage über ein Förderpaket im Wert von 1,2 Milliarden Dollar erhalten. Zudem überlegt Vinfast, auch in Europa eine Fertigung aufzubauen und hat dabei auch Deutschland ins Visier genommen. Zwar gibt es schon eine Liste möglicher Standorte, doch zunächst konzentriert sich der Autobauer auf den Aufbau der amerikanischen Fertigung.
Vinfast wird bis Ende des Jahres mit zwei Modellen auf den europäischen Markt rollen, beides sind E-SUV. Die äußere Form entspringt der italienischen Designschmiede Pininfarina und hebt sich nicht wirklich von den Mitbewerbern ab. Bei der Entwicklung half der Grazer Spezialist Magna, ZF steuerte die üblichen Assistenzsysteme bei. Für den Absatz der beiden Fahrzeuge VF 8 und VF 9 wird Vinfast in Deutschland 25 Standorte eröffnen, die vom Unternehmen betrieben werden. Außerdem setzt Vinfast auf Online -Bestellungen. Insgesamt sollen in Europa 50 Standorte entstehen. „Den Service übernehmen wir an unseren Standorten. Wenn nötig kommen unsere Mechaniker aber zu den Kunden, um Defekte zu reparieren“, erklärt ein Markensprecher.
Den beiden ersten SUV sollen zwei kleinere Modelle folgen, die ebenfalls in die Gattung SUV fallen. Daneben rollt aber auch eine konventionelle Limousine durch die Modellplanung.
Der VF 8 wird von zwei E-Motoren an der Vorder- und Hinterachse angetrieben, die zusammen 353 PS leisten und das wuchtige SUV in der Version „Eco“ in 5,9 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen.
Die Variante VF 8 Plus kommt auf eine Gesamtleistung von 408 PS und erreicht nach 5,5 Sekunden Tempo 100. Bei Tempo 200 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Als Reichweite geben die Vietnamesen je nach Variante und Batteriegröße (82 kWh oder 87 kWh) 400 bis 471 Kilometer an. Bei einer ersten Ausfahrt über zwölf Kilometer auf einer abgesperrten Strecke mit für den heimischen Markt abgestimmten Vorserienmodellen zeigte der VF 8 ein auf Komfort abgestimmtes Fahrwerk, das für den europäischen Markt noch einmal überarbeitet wird.
Die Batteriemiete ist wieder da
Im Innenraum entspricht der Vinfast-SUV weitgehend den üblichen Standards. Über das serienmäßige Head-up-Display und einen großen Bildschirm laufen die wichtigsten Informationen und Bedienelemente. Für den vollständig ausgerüsteten VF 8 beginnt die Preisliste bei 43.900 Euro, der VF 9 als Siebensitzer kostet mindestens 58.650 Euro. Als Verbrauch gibt Vinfast je nach Modell zwischen 21,7 kWh und 25,1 kWh auf 100 Kilometer an.
„Um den Endpreis möglichst niedrig zu halten, haben wir uns entschlossen die Batterie als Leasing-Element anzubieten“, erklärt Vinfast. Für den VF 8 werden daher monatlich 120 Euro und für den VF 9.150 Euro als Batteriemiete fällig. „Der Preis wird sich während der Laufzeit nicht verändern, und außerdem hat der VF 8 eine zehnjährige Garantie oder 200.000 Kilometer“. Kunden, die maximal 500 Kilometer im Monat fahren, können eine geringere Leasingrate abschließen. Wie hoch die sein wird, ist allerdings noch nicht abschließend berechnet. Als Lademöglichkeit stehen neben der dreiphasigen Wechselstrom-Möglichkeit zwei Gleichstrom-Optionen bereit, die den Akku je nach Ladeleistung in 24 oder 31 Minuten von zehn auf 70 Prozent laden.
Stand: 08.12.2025
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Vinfast gehört zur Vingroup. Sie wurde im Jahr 1993 von Pham Nhat Vuong gegründet, der nach seinem Ingenieurstudium in Moskau im ukrainischen Charkiw zusammen mit seiner Frau erst ein Restaurant und dann ein Unternehmen für Trockennahrung aufbaute, das er 2009 für 150 Millionen Dollar an Nestlé verkaufte. Nach seiner Rückkehr baute er in seiner Heimat einen Immobilienkonzern auf und wurde zu Vietnams erstem Milliardär. Sein Konzern soll inzwischen rund zwei Prozent des vietnamesischen Brutto-Inlandsprodukt erwirtschaften. Zur Vingroup gehören unter anderem 40 Fünf-Sterne-Ressorts, Einkaufszentren und eine Universität, an der 800 junge Menschen studieren.