Etappensieg für inhaftierten Ex-Audi-Manager
Giovanni Pamio, Ex-Chef der Audi-Thermodynamik, sieht sich in der Abgas-Affäre als Bauernopfer seiner ehemaligen Vorgesetzten. Seit gut vier Monaten sitzt er in Haft, nun ist er seiner Freilassung einen Schritt näher gekommen.

Seit mehr als vier Monaten sitzt Giovanni Pamio in der Justizvollzugsanstalt in München-Stadelheim ein. Dem ehemaligen Chef der Thermodynamik von Audi wird vorgeworfen, eine Schlüsselrolle in der Diesel-Affäre gespielt zu haben. Nun hat Pamio einen juristischen Zwischenerfolg eingefahren.
Im September hatte das Landgericht München den Haftbefehl gegen den Ex-Manager gegen eine Zahlung von 80.000 Euro aufgehoben. Dagegen hatte dann allerdings die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Die nächsthöhere Instanz, das Oberlandesgericht München, entschied nun, dass jener Widerspruch unbegründet sei und die ursprüngliche Entscheidung des Landgerichts Bestand habe.
Vorerst bleibt Pamio dennoch weiter in Haft. Verantwortlich dafür ist ein Auslieferungshaftbefehl, den amerikanische Behörden gegen ihn erwirkt haben. Auch in diesem Fall dürfte das Oberlandesgericht in Kürze entscheiden. Setzen die Richter den Haftbefehl außer Kraft, kommt Pamio frei.
Der inhaftierte Ingenieur war in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen gestanden. Pamio selbst sieht sich nach Angaben seiner Anwälte als Bauernopfer. Verschiedenen Berichten zufolge hat er in seinen Aussagen den Audi-Vorstand in der Abgas-Affäre schwer belastet.
Pamios Schilderungen könnten auch dazu beigetragen haben, dass mit dem ehemaligen Chef-Motorenentwickler Wolfgang Hatz kürzlich auch erstmals ein Ex-Vorstand aus dem Volkswagenkonzern wegen möglicher Verwicklungen in die Affäre verhaftet wurde. Der Verteidiger von Hatz hat jedenfalls bereits gemutmaßt, Pamio belaste seinen Mandaten nur, um selbst freizukommen. Die Vorwürfe gegen Hatz seien aber falsch und haltlos.
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