Neuzulassungen Europäischer Automarkt stagniert auf niedrigem Niveau

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Die Talfahrt der europäischen Neuzulassungen ist gestoppt. Doch das Marktvolumen bleibt niedrig. Die BEV-Zahlen sind allerdings positiv, vor allem jenseits der EU-Grenzen.

Da wäre schon noch Platz: Der europäische Automarkt bleibt schwach.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Da wäre schon noch Platz: Der europäische Automarkt bleibt schwach.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Nach zwei sehr schwachen Monaten hat sich der Neuwagenmarkt in Europa minimal verbessert. Im Oktober legten die Pkw-Neuzulassungen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien im Jahresvergleich um 0,1 Prozent zu. Laut dem europäischen Herstellerverband Acea kamen im vergangenen Monat 1,04 Millionen Pkw neu auf die Straßen. Allerdings sind die Entwicklungen landesspezifisch unterschiedlich.

Unter dem Strich ist die Entwicklung des Gesamtjahres bislang eher trist. Nach zehn Monaten hat der europäische Neuwagenmarkt zwar seine Talfahrt beendet. Mit 10,82 Millionen Neuzulassungen fällt die Bilanz mit einem Plus von 0,9 Prozent allerdings auch nicht besonders üppig aus.

In den ersten Monaten des Jahres deuteten die Zahlen noch auf eine Erholung des Pkw-Marktes hin. Im August waren die Zulassungszahlen jedoch stark eingebrochen und im September unter Druck geblieben. Der starke Rückgang im Sommer ist nicht zuletzt auf Vorzieheffekte im Vorjahr zurückzuführen, da wegen endender Elektroautoförderungen viel Käufe vorgezogen wurden und die Zulassungszahlen künstlich in die Höhe getrieben hatten.

Neuwagenmarkt ohne Dynamik

Auch die Unternehmensberatung EY kann den aktuellen Acea-Zahlen wenig Positives abgewinnen. Der Neuwagenmarkt bleibe ohne Dynamik. Das Marktniveau liege damit „16 Prozent niedriger als im Oktober des Jahres 2019“. Damit fehlen im Vergleich zu 2019 etwa 2,1 Millionen Neuwagen. „Die Branche verharrt im Krisenmodus. Wir sehen zum Jahresende hin keinerlei positive Impulse: Die Konjunktur in Europa und vor allem im größten Absatzmarkt Deutschland schwächelt“, kommentierte Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa, die Zahlen.

Obwohl der Elektromarkt zuletzt stark geschrumpft war, sieht Gall in diesen Modellen einen Hoffnungsträger für 2025. Einerseits wegen eines besseren Angebots an Modellen. Andererseits „kommen zudem nun endlich auch mehr elektrische Kleinwagen zu einigermaßen bezahlbaren Preisen auf den Markt, was neue Käuferschichten erschließen könnte“, sagte Gall.

Bereits im Oktober haben die Anmeldungen reiner Batterieelektroautos (BEV) gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zugelegt: um 6,9 Prozent europaweit und um 2,4 Prozent in der EU. Vor allem in Norwegen (+44,5 %) und Großbritannien (+24,5 %) macht die Elektrifizierung große Sprünge. Europaweit haben die E-Modelle im Jahresverlauf jedoch um 1,7 Prozent verloren. Sie kommen damit auf einen Marktanteil von 14,8 Prozent.

Tochtermarken retten VW

Der große Gewinner im Rennen um Marktanteile ist im bisherigen Jahresverlauf Toyota. Die Japaner konnten ihre Verkäufe um 12,5 Prozent auf 835.000 Einheiten erhöhen. Ihr Marktanteil stieg von 6,9 auf 7,7 Prozent. Auch der Volkswagen-Konzern ist im Plus (2,3 %), was zu einem Marktanteilsanstieg von 25,9 auf 26,2 Prozent führte. Getrieben ist die Entwicklung allerdings vor allem von Seat (+12,3 %), Skoda (+11,8 %) und Cupra (+9,2 %).

Verlierer der Entwicklung sind derzeit Stellantis mit einem Marktanteilsrückgang von 17,1 auf 15,7 Prozent und Ford (von 4,1 auf 3,4 % bei einem Absatzrückgang um 17,5 %). Aber auch die Elektromarke Tesla kommt derzeit in Europa nicht so gut an. Sie verlor 11,8 Prozent der Verkäufe.

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