Acea Europäischer Nutzfahrzeugmarkt ist in der Konjunkturfalle

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die europäische Wirtschaft lahmt, die gewerblichen Kunden investieren nur noch zurückhaltend. Was sich im Pkw-Geschäft zeigt, hat auch den Nutzfahrzeugsektor erreicht. Die Zahlen fürs erste Quartal sind mies.

Impulslos ist der europäische Nutzfahrzeugmarkt ins Jahr 2025 gestartet. Vor allem die schwere Klasse hatte herbe Einbußen im ersten Quartal.(Bild:  Volvo Trucks)
Impulslos ist der europäische Nutzfahrzeugmarkt ins Jahr 2025 gestartet. Vor allem die schwere Klasse hatte herbe Einbußen im ersten Quartal.
(Bild: Volvo Trucks)

Europas Nutzfahrzeugmarkt schrumpft. Im ersten Quartal sank nach Angaben des Herstellerverbands Acea die Nachfrage nach neuen Lkw, Bussen und Transportern in allen Marktsegmenten. „Das schleppende Wirtschaftswachstum, niedrigere Auftragseingänge und das komplexe regulatorische Umfeld trugen zur Unsicherheit des Geschäfts bei“, heißt es vom Verband.

Im wichtigsten Segment, den Transportern, wurden in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien 511.480 Einheiten neu zugelassen, 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Wie auch in den anderen Segmenten zeigte sich eine erhebliche Nachfrageschwäche gerade in großen Märkten: Italien (-15,2 %), Frankreich und Deutschland (je -10,7 %). In Spanien sprangen die Transporter-Zulassungen dagegen um 12,6 Prozent nach oben.

Noch heftiger fielen die Rückgänge im Lkw-Sektor aus. Die Zulassungen aller Lkw sanken um 15,1 Prozent auf 97.858 Einheiten. Vor allem war der Absatz der schweren Klasse unter Druck (-16,0 %), während die Verkäufe der mittelschweren Lkw bis 16 Tonnen Gesamtgewicht nur um 11 Prozent auf 15.864 Einheiten nachgaben.

Stark rückläufig waren die Lkw-Gesamtzahlen vor allem in Deutschland mit einem Rückgang um 25,4 Prozent. Aber auch in Frankreich (-17,6 %) und Spanien (-12,8 %) war der Lkw-Markt stark unter Druck. Positive Zahlen vermeldeten nur Tschechien und Schweden mit einem Plus von 1,5 Prozent. In Litauen hatte sich der Absatz sogar verdoppelt (+110 %). Eine Ursache nannte Acea dafür allerdings nicht.

Entgegengesetzt entwickelten sich die Verkäufe neuer Busse, die im Vergleich zum ersten Quartal 2024 um 5,7 Prozent auf 11.658 Einheiten zulegten. Auffällig ist dabei, dass der Absatz in der EU rückläufig war (-1,8 %), während er in Großbritannien durch die Decke ging (+40,9 %; 2.664 Einheiten) und den europäischen Gesamtmarkt damit ins Plus zog. In Deutschland gab der Absatz auch in diesem Segment deutlich nach (-15,0 %), während wie Schweden (+189,9%) und Griechenland (+187,6%) eine bemerkenswerte Bus-Konjunktur hatten.

Elektroantrieb arbeitet sich langsam voran

Klassische Verbrenner bleiben zum Start ins Jahr 2025 der vorherrschende Antrieb. Doch die E-Modelle legen in kleinen Schritten zu. Bei den Vans sank der Anteil des Diesels binnen eines Jahres von 84,2 auf 82,5 Prozent, während der Anteil reiner E-Modelle von 5,7 auf 8,7 Prozent kletterte. Noch deutlich dominanter ist der Diesel bei den Lkw mit einem Anteil von 93,4 Prozent. Doch auch in diesem Marktsegment ist der E-Motor auf dem Vormarsch. Der Anteil dieser Modelle wuchs von 2 auf 3,5 Prozent.

Bei den Bussen stieg der BEV-Anteil dagegen binnen eines Jahres von 13 auf 20 Prozent, dazu kommen Hybridbusse mit einem Marktanteil von 10,7 Prozent. Dieselbusse haben aber immer noch einen Marktanteil von 66 Prozent.

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