Pkw-Neuzulassungen Europas Neuwagenmarkt steht vor der Stagnation

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Im Jahr 2023 legten die Neuzulassungen in Europa deutlich zu. Allerdings sind die Prognosen verhalten, Konjunkturkrise und fehlende E-Förderung machen sich bemerkbar. Im Dezember ging es bereits nach unten – dafür gibt es aber einen Hauptverursacher.

Die Neuwagenzahlen im Jahr 2023 gingen nach oben. Für 2024 sind die Prognosen verhalten.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Neuwagenzahlen im Jahr 2023 gingen nach oben. Für 2024 sind die Prognosen verhalten.
(Bild: Grimm – VCG)

Der europäische Pkw-Neuwagenmarkt hat sich im zurückliegenden Jahr insgesamt deutlich erholt, schwächelte zum Jahresende allerdings wieder. Von Januar bis Dezember registrierte der Herstellerverband Acea 12,85 Millionen Neuzulassungen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien. Das waren 13,7 Prozent mehr als im Jahr 2022. Damals war die Marktentwicklung allerdings – bedingt durch Ukraine-Krieg und Teilemangel – auf dem tiefsten Punkt seit der Wirtschaftskrise 1993 angekommen.

Im Dezember waren die Zulassungszahlen erstmals im Jahr 2023 um 3,8 Prozent auf 1,05 Millionen Einheiten gesunken. Grund dafür war allerdings fast ausschließlich der Einbruch in Deutschland (-23 %). Alle anderen großen Automärkte verzeichneten Zuwächse. Ins Minus rutschen nur wenige mittlere Märkte wie Schweden (-17 %) und die Niederlande (-14 %). Ins Gewicht fällt allerdings auch noch der Einbruch in Norwegen (-69 %). Dort wurden im Jahresverlauf 2023 E-Privilegien abgebaut, weswegen zum Jahresende 2022 – ähnlich wie hierzulande – viele Elektrokäufe vorgezogen worden waren.

Obwohl die Vorzeichen für E-Modelle in einigen Leitmärkten in Europa also nicht mehr so günstig standen wie in den Jahren zuvor, haben die batterieelektrischen Modelle (BEV) die Dieselfahrzeuge auf der Beliebtheitsskala überholt. Auf BEV entfielen 15,7 Prozent der europäischen Neuzulassungen, Selbstzünder kamen nur noch auf 11,9 Prozent. Benziner liegen mit 35,7 Prozent klar vorne vor einfachen Hybride (26,4 %) und Plug-in-Hybriden (7,7 %).

Mit Ausnahme von Ungarn (-3,4 %) sind im vergangenen Jahr alle EU-Märkte gewachsen. Zweistellige Zuwächse wiesen die vier großen Märkte Italien (+18,9 %), Großbritannien (+17,9 %), Spanien (+16,7 %) und Frankreich (+16,1 %) auf. In Deutschland lag das Wachstum bei 7,3 Prozent. Die schwache Entwicklung im Dezember bremste.

Rabattschlacht droht

Für das neue Jahr sind die Prognosen sehr verhalten. „Die schwache Konjunktur, hohe Finanzierungskosten und die erheblichen geopolitischen Spannungen führen zu Kaufzurückhaltung sowohl bei Privatleuten als auch bei Unternehmen“, prognostiziert Constantin Gall, Leiter Mobility Westeuropa bei EY. „Unterm Strich dürfte 2024 für die Autobranche ein schwieriges Jahr werden. Die sich abzeichnende Rabattschlacht, die zunehmend auch das Elektrosegment erreicht, wird obendrein die Marge der Autobauer drücken.“

Europäischer Marktführer war mit 3,32 Millionen verkauften Autos einmal mehr der Volkswagenkonzern. Die Wolfsburger und ihre Tochtermarken erhöhten ihren Marktanteil von 24,8 auf 25,9 Prozent, wobei vor allem Skoda und Seat/Cupra die Entwicklung trieben. Auf Platz zwei liegt die Stellantis-Gruppe mit 2,13 Millionen Verkäufen, die allerdings deutlich Marktanteil einbüßte (von 18,2 auf 16,6 %). Der Renault-Konzern konnte mit 1,24 Millionen Autos Rang drei halten. Deutlich den Marktanteil ausgebaut hat im vergangenen Jahr Tesla. Die Amerikaner steigerten ihren Absatz um 57 Prozent auf 366.000 Einheiten; ihr Marktanteil stieg von 2,1 auf 2,9 Prozent.

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