Nokian Fabrik neu, Reifen neu – alles neu

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Der finnische Reifenhersteller ist durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine in große Schwierigkeiten geraten. Doch mit dem Produktionsstart des neuen Werks in der EU soll es nun wieder aufwärtsgehen – und mit dem nagelneuen Ganzjahresreifen Seasonproof 2.

Ein Reibwertsprung ist eine schwierige Aufgabe für einen Reifen – doch der Nokian Seasonproof 2 meisterte den Wechsel von trockenem auf nassen Asphalt problemlos.(Bild:  Rosenow – VCG)
Ein Reibwertsprung ist eine schwierige Aufgabe für einen Reifen – doch der Nokian Seasonproof 2 meisterte den Wechsel von trockenem auf nassen Asphalt problemlos.
(Bild: Rosenow – VCG)

Kaum ein westeuropäisches Unternehmen dürfte so stark unter den wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelitten haben wie Nokian. Die Finnen hatten auf das benachbarte Russland als Produktionsstandort gesetzt und bezogen 80 Prozent ihrer Reifen aus ihrem Werk nahe Sankt Petersburg, das nach Kriegsbeginn nicht mehr erreichbar war. Doch mit dem Produktionsstart des seit 2022 neu gebauten Werks in Rumänien, mithin in der sicheren Europäischen Union, in diesem Frühjahr richten sich die Blicke des Topmanagements um den neuen Vorstandsvorsitzenden Paolo Pompei nun nach vorn.

Der mit einer Investition von 600 Millionen Euro erstellte Standort in Oradea, der als erste Reifenfabrik bilanziell ohne Kohlendioxidemission auskommen soll, macht Nokian wieder lieferfähig und beendet die Abhängigkeit von Auftragsproduzenten. Die für 2024 bis 2025 ausgerufene „Investmentphase“ soll damit enden. Ab 2026 will das Unternehmen in die „Wachstumsphase“ einschwenken. Ziel ist ein Umsatz von zwei Milliarden Euro – ein Wert, den man vor dem Krieg schon fast erreicht hatte. 2024 lag der Umsatz hingegen nur bei 1,29 Milliarden Euro. 2027 will Nokian 15 Millionen Reifen produzieren, wobei das neue Werk in Oradea 40 Prozent beisteuern soll. 35 Prozent sollen aus dem Stammwerk in der finnischen Stadt Nokia kommen, die restlichen 25 Prozent aus dem ebenfalls erst wenige Jahre alten Standort in Dayton (USA).