Rund 4.000 Einheiten soll Toyotas erstes Elektroauto mit dem sperrigen Namen bZ4X in diesem Jahr zum Gesamtabsatz in Deutschland beitragen. Aus dem immer stärkeren Wettbewerbsumfeld sticht er nicht nur mit seinem Design hervor.
Toyota-Deutschland-Präsident André Schmidt will 2023 in Deutschland rund 4.000 Einheiten des schneetauglichen bZ4X verkaufen.
(Bild: Harald Dawo/Toyota)
Als „holprig“ könnte man, politisch korrekt ausgedrückt, den Start des Elektroautos bZ4X bezeichnen – dem erstem Serienmodell, das auf Toyotas eigens für batterieelektrische Fahrzeuge entwickelter E-TNGA-Plattform basiert. Obgleich der mindestens 47.490 Euro teure Stromer offiziell bereits seit Juli 2022 im Handel verfügbar ist, geht es mit dem Verkauf erst jetzt richtig los. Noch bevor der erste deutsche Kunde sein Fahrzeug in Empfang nehmen konnte, musste der Hersteller die Auslieferungen im vergangenen Sommer vorerst auf Eis legen – schuld daran waren sicherheitsrelevante Probleme mit den Radnaben.
Die haben Toyotas Ingenieure mittlerweile gelöst. Bei den Kunden habe dieser Rückschlag nicht für eine nennenswerte Verunsicherung gesorgt, beteuert Toyota-Deutschland-Präsident André Schmidt. Rund 4.000 Neuzulassungen des vollelektrischen Crossover-Modells hat sich Toyota Deutschland für dieses Jahr auf die Vertriebsfahne geschrieben – es könnten sicher mehr sein, wäre da nicht die mangelnde Verfügbarkeit. Aktuell müssen die Kunden auf das Modell mit dem sperrigen Kürzel Toyota zufolge vier bis fünf Monate warten.
Diese Wartezeit lohnt sich, wenn man auf der Suche ist nach einem familientauglichen Stromer mit einem futuristischen Design und geländetauglichen Eigenschaften dank des optionalen Allradantriebs. Toyota ist beim bZ4x seinem Credo treu geblieben, keine langweiligen Autos mehr zu bauen. In eine Schublade packen lässt sich der knapp 4,7 Meter lange Stromer dabei nicht: Die Bezeichnung Crossover trifft das kantige, etwas aggressiv anmutende bZ4X-Design tatsächlich noch am besten.
Mindestens genauso überraschend wie das Außendesign ist dank des 2,85 Meter langen Radstands auch der auffallend großzügige Innenraum des bZ4X. Vor allem haben die Passagiere im Fond jede Menge Beinfreiheit. Als Fahrer fühlt man sich im bZ4X aufgrund des wuchtigen Cockpits und der sehr breiten Mittelkonsole indes fast ein wenig eingebaut.
Gewöhnungsbedürftig ist das zurückgesetzte, stark dreidimensional wirkende Fahrerdisplay: Man muss das kleine Lenkrad ungewohnt weit nach unten stellen, um die Anzeige ablesen zu können. Hat man die richtige Lenkradposition gefunden, profitiert man dann aber davon, dass man den Blick beim Fahren, ähnlich wie mit einem Head-up-Display, nicht senken muss.
Was die Innenraumgestaltung angeht, hat Toyota anders als manch ein Wettbewerber darauf verzichtet, im großen Stil auf Hartplastikoberflächen zu setzen. So ist beispielsweise das Armaturenbrett mit Stoff bezogen. In puncto Ausstattung empfiehlt es sich, als Zusatzoption das Comfort-Paket zu wählen. Denn nur dann kommt man unter anderem in den Genuss von Einparksensoren vorne und hinten, einem Regensensor, einer Sitzheizung vorne und einer elektrischen Sitzverstellung für den Fahrer. Auch das angenehm große, mittig platzierte 12,3-Zoll-Multimediadisplay ist ein Teil des Comfort-Pakets, genauso wie die cloudbasierte Navigation oder das kabellosen Apple Car Play. Packt man dann allerdings noch das Panorama-Glasdach, Sitzpolster aus synthetischem Leder und ein hochwertiges Soundsystem dazu, knackt man bereits die 60.000-Euro-Marke. Die Leasingrate für Gewerbekunden startet bei 399 Euro inklusive Wartung. Für Privatkunden kommen 20 Euro monatlich dazu.
Sehen lassen können sich die technischen Daten des bZ4X. Die Version mit Frontantrieb leistet 150 kW/204 PS, während der bZ4X mit Allradantrieb auf eine maximale Systemleistung von 160 kW/218 PS kommt. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h braucht der frontangetriebene bZ4X, der ein einstufiges Reduktionsgetriebe hat, 7,9 Sekunden – damit ist er zwar kein Rekordsprinter, für das zügige Überholen auf Autobahnen reicht es aber allemal.
WLTP-Reichweiten zwischen 415 und 513 Kilometern
Für seine verbaute 71,4 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie stellt Toyota je nach Version eine WLTP-Reichweite zwischen 415 und 513 Kilometern in Aussicht. Den WLTP-Verbrauch des frontangetriebenen Modells gibt der Hersteller mit 14,4 bis 16,7 kWh/100 km an.
Davon war der rund zwei Tonnen schwere frontangetriebene bZ4X auf einer knapp zweistündigen Testfahrt durch das Alpenvorland allerdings weit entfernt. Bei einer Außentemperatur zwischen rund zwei und fünf Grad Celsius und einer sachten Fahrweise auf Landstraßen vermeldete der Bordcomputer einen Verbrauch von 24,6 kWh, während die Reichweite in der Praxis auf knapp 270 Kilometer schrumpfte.
Als untadelig kann man indes die Fahrleistungen des Stromers jenseits der befestigten Straßen bezeichnen: Natürliche Grenzen setzt dabei noch am ehesten die recht geringe Bodenfreiheit von 18 Zentimetern. Mit Allradantrieb schlängelte sich der Stromer souverän und fast wie auf Schienen auf den schneebedeckten Hängen hoch. Auch Fahrten auf Schotterpisten oder Schlammpassagen sollen den Stromer laut Hersteller dank entsprechender Fahrmodi nicht vor größere Probleme stellen. Zugute kommt Toyota hier die Kooperation mit dem Allradspezialisten Subaru.
Stand: 08.12.2025
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Der per Taste in der Mittelkonsole aktivierbare X-Mode steuert die Antriebskraft und die Bremsen so, dass die Fahrstabilität auch auf unbefestigten und schneebedeckten Straßen sichergestellt ist. Im speziellen Tiefschnee/Matsch-Modus sorgt eine Steuerlogik dafür, dass sich die Räder kraftvoll drehen. Aktiviert man bei besonders schwierigen Fahrverhältnissen noch die Grip-Control, ermittelt der Stromer selbst die Fahrbahneigenschaften und hält mittels einer Brems- und Schlupfregelung eine konstante Geschwindigkeit zwischen 2 und 10 km/h.
Hoher Fahrkomfort
Was die Fahreigenschaften bei normalen Straßenverhältnissen angeht, steht beim bZ4X der Komfort ganz klar im Vordergrund. Wie für Elektroautos typisch, ist das Geräuschniveau im Innenraum gering. Schlaglöcher gleicht der Stromer aus, ohne dass man als Insasse viel davon mitbekommt. Schade ist, dass der Stromer die Ladestopps nicht automatisch einplant, wenn man ein Ziel im Navigationssystem eingibt. Dafür stellt der Hersteller an Schnellladesäulen eine Ladeleistung von 150 kW in Aussicht. Rund 30 Minuten braucht der bZ4X dann dort, bis der Akku auf 80 Prozent geladen ist. Mit seinem demnächst verfügbaren Solardach stellt Toyota eine zusätzliche Reichweite von 1.800 Kilometern jährlich in Aussicht.
Praktisch ist speziell für E-Auto-Einsteiger, dass Toyota den Käufern des bZ4X dank der Kooperation mit E-Mobilio auf Wunsch ein Elektromobilitäts-Komplettpaket zur Verfügung stellt. Neben einer geeigneten Wallbox samt Installation und einer Ladekarte umfasst dieses auch eine Fotovoltaikberatung.