Fiat kündigt Händlerverträge

Von Julia Mauritz

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Im Zuge der europäischen Neuausrichtung des Konzerns ordnet Fiat auch das deutsche Vertriebs- und Servicenetz neu. Es soll unter anderem künftig einstufig sein.

(Foto:  Fiat)
(Foto: Fiat)

Fiat strukturiert das Händlernetz um. Noch im Februar sollen alle deutschen Vertriebs- und Servicepartner der Marken Fiat, Fiat Professional und Alfa-Romeo ein Kündigungsschreiben vom Frankfurter Importeur erhalten. Darüber informierte die Fiat Group Automobiles Germany am Mittwoch die rund 400 teilnehmenden Partner auf einer Händlerveranstaltung am Frankfurter Flughafen. Die aktuellen Verträge laufen im Zuge einer ordentlichen Kündigung mit zweijähriger Frist zum Februar 2016 aus.

Als Grund für die Kündigung gab Fiat Deutschland in einer Mitteilung an, man wolle mit diesem Schritt die Wachstumspläne für die drei Fabrikate umsetzen. Ziel sei es, das gemeinsame Geschäft qualitativ neu aufzustellen.

Neue Standards und neues Margensystem geplant

Konkret geplant ist unter anderem die Einführung eines einstufigen Händlernetzes für alle Marken der Gruppe. Die beiden Premiumfabrikate Alfa Romeo und Jeep sollen, wo möglich, auf Händlerebene zusammengeführt werden und die Präsenz der Marke Abarth soll gestärkt werden. Auch eine vollständige CI-Umsetzung soll in diesem Zuge forciert werden.

Bereits im Sommer 2014 will Fiat die Händler- und Serviceverträge für das – so wörtlich – „neu dimensionierte und rationalisierte Vertriebsnetz“ anbieten. In diesem Zuge sollen auch neue Standards sowie Margensysteme definiert werden, die allen Händlern „eine gesunde wirtschaftliche Basis“ sichern sollen.

Den Modellfahrplan für die kommenden Jahre für alle Marken des Fiat-Chrysler-Konzerns will Chef Sergio Marchionne Ende April vorstellen. Dann, so Fiat Deutschland, könnten sich auch die neuen Vertriebspartner von der „Zukunftsorientierung und Substanz der Konzernentwicklung“ überzeugen.

Wilfried Blöbaum, Präsident des Fiat-Händlerverbands, ist dennoch skeptisch: „Das aktuelle Vorgehen des Importeurs ist nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme. Es ist kaum zu fassen, dass Fiat Verträge kündigt, die vor nicht einmal sechs Wochen in Kraft getreten sind.“ Blöbaum befürchtet, dass man vor allem vielen kleineren Händlern keinen neuen Vertrag anbieten werde. Die Verunsicherung bei den Fiat-Händlern sei dementsprechend groß: Nicht nur die angeschlossenen Händler bangten um ihre Existenz, auch viele große Händler fragten sich, wie es nach der Einführung des einstufigen Vertriebsnetzes weitergehen soll. Viele erwirtschafteten schließlich rund die Hälfte ihres Umsatz mit ihren angeschlossenen Partnern.

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