Fisker Drei weitere Modelle sollen den Anteil am Elektro-Kuchen sichern

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Unter den E-Auto-Bauern ist Fisker ein Pionier, doch der Erfolg blieb bislang aus. Nun muss der Hersteller liefern. Er ist angesichts der vielfachen Konkurrenz zum Erfolg verdammt. Helfen sollen drei weitere Modelle.

Fisker will in seinen Stores mittelfristig verschiedene Modelle vom Familienauto bis zum Supersportwagen zeigen.(Bild:  Fisker Inc.)
Fisker will in seinen Stores mittelfristig verschiedene Modelle vom Familienauto bis zum Supersportwagen zeigen.
(Bild: Fisker Inc.)

Henrik Fisker will es wissen – oder muss es wahrscheinlich auch. Denn der zweite Anlauf seines E-Auto-Unternehmens nach der Insolvenz im Jahr 2014 muss klappen. Doch die vielen auf den Markt drängenden neuen und etablierten Autohersteller teilen den Markt bereits unter sich auf. Angesichts dessen „schließt sich das Zeitfenster, als Elektroautohersteller erfolgreich zu sein“, sagte Unternehmenschef Henrik Fisker nun dem „Handelsblatt“. Für den Autobauer heißt das, jetzt und in naher Zukunft mit Produkten wahrnehmbar und kaufbar zu werden. Denn: „In den kommenden beiden Jahren werden die größten Kuchenstücke des Automarkts verteilt.“

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Vor einigen Wochen war Fisker in München, Wien und Kopenhagen mit den ersten Stores gestartet, den sogenannten „Fisker Center +“. Dort ist bislang nur das Elektro-SUV Fisker Ocean zu sehen, dessen Reichweite der Hersteller mit 707 Kilometern angibt. Wie viele Fahrzeuge das Unternehmen verkauft, lässt sich nicht unabhängig ermitteln. Das Kraftfahrt-Bundesamt weist das Fabrikat noch nicht aus. Nur so viel: Im Laufe des Jahres sollte die Produktion bei Magna Steyr schrittweise hochgefahren werden. Die erste offizielle Zulassung erfolgte jedenfalls Anfang Mai 2023 – allerdings durch Henrik Fisker selbst.

Doch nun soll es mit neuen Produkten Schlag auf Schlag gehen. Anfang August stellte der Hersteller bei Los Angeles beim „Product Vision Day“ den Fahrplan für die kommenden Jahre vor und zeigte entsprechende Prototypen und Vorserienmodelle. Angesichts des häufig beklagten Fehlens von bezahlbaren E-Modellen bleibt zuvorderst der Fisker Pear interessant. Das sechssitzige Modell ist grundsätzlich bekannt und schon seit 2022 für knapp 30.000 Euro reservierbar – nur mit der Lieferung hapert es noch: War die Auslieferung bislang für 2024 geplant, wird es nun Mitte 2025 – gerade noch so, „wenn der Kuchen verteilt wird“. Immerhin: Den Preis will Fisker halten. Für Familien könnte das Auto mit 480 Kilometern Nenn-Reichweite interessant werden.

Der elektrische Pick-up Alaska wird vor allem für den nordamerikanischen Markt interessant. Dort muss sich Fisker dann allerdings mit Branchengrößen wie dem Ford F-150 Lightning, künftig dem Pick-up von Tesla oder auch weiteren Neulingen wie Rivian messen. Die Pläne für den Alaska sind seit 2021 bekannt. Nun verkündete der Hersteller, dass er ebenfalls 2025 in den Verkauf kommen soll. Reservierbar ist das Modell, laut dem Hersteller der leichteste Elektro-Pick-up der Welt, bereits. Die Eckdaten: eine 1,40 Meter lange Ladefläche, 370 bis 550 Kilometer Reichweite und ein Einstiegspreis von 41.500 Euro.

Konkretisiert hat Fisker zudem das fünfsitzige Premiummodell Ronin, das ebenfalls reservierbar ist. Allerdings wird der Flügeltürer kein Volumenmodell. Der Ronin wurde unter anderem durch ein abnehmbares Hardtop, Leichtbaumaterialien sowie eine in die Fahrzeugstruktur integrierte Batterie vorgestellt. Die soll etwa 1.000 Kilometer Reichweite schaffen, Umgerechnet rund 350.000 Euro soll der ab 2026 verfügbare Luxus-Sportwagen kosten, von dem nur einige Hundert Stück pro Jahr in Handarbeit gefertigt werden sollen, wie Hendrik Fisker im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ verriet.

Kaum Umsatz, hoher Verlust

Wie bei vielen Start-ups bleibt zunächst spannend, wie sich die Finanzen entwickeln. Angesichts der fehlenden Produktion machte Fisker im zweiten Quartal wenig Umsatz, nämlich nur 825.000 Dollar, aber viel Verlust, nämlich 88 Millionen US-Dollar. „Unser zweites Quartal markierte einen wichtigen Meilenstein für Fisker, da wir mit der Auslieferung unserer ersten Fisker-Ocean-Fahrzeuge an Kunden begonnen haben“, sagte der Unternehmenschef dennoch in einer offiziellen Mitteilung zu den Quartalszahlen. Demnach hat Magna im zweiten Quartal 1.022 Fisker Ocean vom Band laufen lassen, davon 741 Einheiten im Juni. Im Juli waren es dann 1.009 Einheiten.

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