Konzern-Umbau Ford-Geschäftsführung wird eingedampft, Weingärtner bleibt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Erst geht der Vorsitzende der Geschäftsführung, nun folgt zum 1. Juli ein regelrechter Kahlschlag im Führungsgremium. Der Umbau von Ford in Deutschland und Europa geht rasant weiter. Noch ist gar nicht klar, wie viele der bisher zehn Geschäftsführer im Amt bleiben werden.

Ford strukturiert sich in Europa auf vielen Ebenen neu. Nach der Modellpalette ist jetzt das Management dran. (Bild:  Grimm – VCG)
Ford strukturiert sich in Europa auf vielen Ebenen neu. Nach der Modellpalette ist jetzt das Management dran.
(Bild: Grimm – VCG)

Der nächste Paukenschlag in Köln. Die Geschäftsführungsebene des Automobilbauers wird mit Wirkung zum 1. Juli stark eingedampft. Das Führungsgremium der Ford-Werke wird von zuletzt zehn Managern auf „maximal vier Mitglieder“ eingedampft, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Wer diese Führungskräfte sein werden, lässt das Schreiben offen. Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« bestätigte ein Ford-Sprecher allerdings, dass der für den Handel wichtige Geschäftsführer Christian Weingärtner im Amt bleiben wird.

Weingärtner ist seit dem 1. Februar 2022 zuständig für das Ressort Marketing und Verkauf und kam beim letzten großen Umbau der Kölner Führung ins Amt. Er hatte seither insbesondere damit zu tun, den Händlern in der DACH-Region die neuen Vertriebsstrukturen, die verkleinerte Produktpalette und die künftigen Händlerverträge schmackhaft zu machen. Neben Weingärtner wird auch Produktionschef Rene Wolf im Amt bleiben. Er ist für die Ford-Werke in Deutschland und Europa zuständig. Ob überhaupt weitere Führungskräfte im Rang eines Geschäftsführers bleiben, ist noch unklar.

Die Neuaufstellung der Ford-Geschäftsführung hatte bereits vor drei Wochen begonnen – allerdings ohne dass sich das jetzige Ausmaß andeutete. Damals hatte der Wechsel von Deutschland-Chef Martin Sander – offiziell: Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Ford-Werke – an die Spitze des VW-Vertriebs für Unruhe gesorgt. Auch der Ford-Betriebsrat hatte die Personalie kritisiert. Der Wechsel von Sander stehe aber nicht im Zusammenhang mit der jetzigen Entwicklung, so der Ford-Sprecher. Sander, der lange für Audi gearbeitet hatte, war nur zwei Jahre bei Ford.

Der Umbau der Führung sei „im Rahmen der Transformation des Europa-Geschäfts“ zu sehen, wodurch Ford seine Verwaltungs- und Führungsstruktur in Deutschland vereinfache, heißt es vom Hersteller. Die bisherigen Geschäftsführer würden nicht bei Ford ausscheiden, sondern ihre Aufgaben in anderen Funktionen weiterführen, sagte der Unternehmenssprecher. Eine Ausnahme ist der Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen, Rainer Ludwig. Er werde nach 34 Jahren das Unternehmen verlassen und in den Ruhestand gehen. Er hatte beim letzten Führungsumbau vorübergehend die Geschäftsführung übernommen, bis Martin Sander von Audi kam.

„Diese Veränderung vereinfacht unsere Verwaltungs- und Führungsstruktur in Deutschland, gibt uns mehr Handlungsgeschwindigkeit und erlaubt dem Management-Team, sich voll auf seine operativen Aufgaben zu konzentrieren und Ford in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“, wird Kieran Cahill in der Pressemitteilung zitiert. Er ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Ford-Werke und Vorstandsmitglied von Ford in Detroit. Übersetzt heißt das wohl, dass künftig noch weniger Entscheidungen über die Gestaltung der Marke Ford in Europa getroffen werden. Aufgrund der seit Jahren schlechten Erlössituation von Ford Europe ist der Stellenwert des europäischen Marktes im Konzern zuletzt deutlich gesunken.

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