Ford stellt sich in Europa radikal neu auf

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Die Kehrseite der Medaille: Die geplanten Investitionen gehen mit Werksschließungen einher. Rund 12.000 Arbeitsplätze fallen bis Ende 2020 weg – hauptsächlich über freiwillige Abfindungsprogramme. Konkret ist geplant, bis Ende 2020 sechs Produktions- und Komponentenwerke dicht zu machen oder zu verkaufen.

Bereits beschlossen ist das Aus eines Getriebewerks in Frankreich, der russischen Pkw-Werke Naberezhnye Chelny und St. Petersburg sowie des Motorenwerks in Elabuga. Vorgeschlagen hat Ford zudem, das englische Motorenwerk in Bridgend, Südwales, zu schließen. Das Getriebewerk in Kechnec in der Slowakei soll indes an Magna verkauft werden. Unter dem Strich sinkt damit die Anzahl der europäischen Ford-Produktionsstandorte bis Ende 2020 von 24 auf 18. Noch in diesem Jahr schließt Ford zudem den Standort Warley im Vereinigten Königreich. Die dort ansässigen Zentralen von Ford of Britain und Ford Credit Europe ziehen an den Standort Dunton um.

Auch in den deutschen Ford-Werken sind Mitarbeiter von den „Maßnahmen zur Effizienzsteigerung“ betroffen: So reduziert Ford nicht nur im spanischen Valencia, sondern auch in seinem Werk in Saarlouis die Arbeitsschichten. Zudem verschlankt der Hersteller europaweit seine Managementstrukturen sowie die Marketing- und Verkaufsorganisationen.

Der Ford-Partnerverband begrüßt die neue Europastrategie von Ford: „Die Ausrichtung auf profitable und umweltfreundliche Pkw und SUVs einerseits sowie ein attraktives und erfolgreiches Nutzfahrzeuggeschäft andererseits entspricht im Wesentlichen der vorhandenen vertraglichen Basis, nach der bereits heute alle Ford-Händler im Vertrieb von Pkw und Nutzfahrzeugen eingebunden sind. Der Vertrieb von Importfahrzeugen in gewissen Nischen rundet das Angebot auch im Sinne des Ford-Handels ab, wobei hier sicherlich aufgrund der geringeren Volumina das Engagement der Händler unterschiedlich ausfallen wird“, teilte der Ford-Partnerverband mit.

Aktuell befinde man sich in konstruktiven Gesprächen mit dem Ford-Management, um Anpassungen und Regelungen zu vereinbaren, die aufgrund der neuen Produkte und der neuen Strategie erforderlich seien.

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