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Ford stellt sich in Europa radikal neu auf

Autor: Julia Mauritz

Die Investitionen in neue Modelle und die Elektrifizierung gehen bei Ford mit einem radikalen Sparkurs einher: 12.000 Jobs fallen bis Ende 2020 in Europa weg. Auch seine Organisationsstruktur ordnet der Hersteller neu.

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Den Restrukturierungsmaßnahmen von Ford kosten 12.000 Arbeitsplätze
Den Restrukturierungsmaßnahmen von Ford kosten 12.000 Arbeitsplätze
(Bild: Ford)

Eine neue Organisationsstruktur, mehr SUVs und elektrifizierte Fahrzeuge sowie Werksschließungen und Entlassungen: Ford hat jetzt präzisiert, wie genau der Autohersteller sein Europageschäft wieder langfristig in die Gewinnzone bringen will. Erklärtes Ziel ist eine Ebit-Marge von sechs Prozent. „Höhere Gewinne werden durch eine noch stärkere Kundenorientierung und eine schlankere Struktur erreicht“, sagte Stuart Rowley, Präsident von Ford of Europe, laut einer Pressemitteilung zu den geplanten Änderungen.

Das neue europäische Geschäftsmodell und die daraus resultierende Organisationsstruktur sollen zum 1. Juli 2019 in Kraft treten. Ab dann wird es europaweit drei Geschäftsbereiche geben: Nutzfahrzeuge, Personenkraftwagen und Importmodelle. Jeder Bereich wird eine spezifische Managementorganisation haben einschließlich leitender Positionen, die jeweils das Marketing, die Produktion und die Produktentwicklung verantworten.

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An der Spitze des Nutzfahrzeuggeschäfts mit Hauptsitz im englischen Dunton steht künftig Hans Schep. Gleichzeitig will Ford in sein Nutzfahrzeug-Kompetenzzentrum investieren, um die technischen Kompetenzen zu stärken und die Einrichtungen zu verbessern.

Der Bereich Personenkraftwagen unter General Manager Roelant de Waard mit Sitz in Köln soll das künftige Portfolio von in Europa produzierten Pkw und SUVs verantworten. Funktionsübergreifende Projektteams sollen dabei die Entscheidungsbefugnis haben, Entwicklung und Produktion an die Kundenbedürfnisse anzupassen. Dabei bündelt der Hersteller die Entwicklung für europäische Pkw, einschließlich der batterieelektrischen Modelle, in Köln-Merkenich.

Die dritte Geschäftssäule sind künftig die Importmodelle. Die Sparte umfasst den Mustang, den Explorer und ein vom Mustang inspiriertes batterieelektrisch angetriebenes Performance-SUV, das Ford Ende 2020 einführen will. Wer diesen Bereich leiten wird, hat der Autobauer bislang nicht mitgeteilt.

Gleichzeitig kündigte Ford an, das Produktangebot in Europa zu erweitern: In den kommenden fünf Jahren sollen mindestens drei neue Produktlinien auf den Markt kommen. Vor allem sein SUV-Portfolio will der Hersteller ausbauen. Die neuen Modelle sollen die bereits bekannt gegebenen Fahrzeuge Kuga, Puma und Explorer Plug-in-Hybrid ergänzen, die alle bis Anfang 2020 auf dem Markt sein sollen.

Verbesserungen in den CO2-Emissionen will Ford nach eigener Aussage durch Verbesserungen bei den konventionellen Antrieben, einer länderspezifischen Anpassung des Fahrzeugportfolios und einem breiten Angebot an neuen Hybrid- und batterieelektrischen Modellen erreichen. Jede Pkw-Modellreihe soll künftig mit mindestens einer elektrifizierten Antriebsoption erhältlich sein. Zudem plant der Hersteller, eine kommende Familie von batterieelektrischen Fahrzeugen in Europa zu produzieren.„Unsere Zukunft wurzelt in der Elektrifizierung“, sagte Rowley.

Wachstumspotenzial und hohe Ertragschancen sieht Ford vor allem bei den Importmodellen und im Nutzfahrzeugbereich. Das Volumen der importierten Pkw in Europa will der Autobauer bis 2024 verdreifachen. Zugleich möchte Ford seine Marktführerschaft im Nutzfahrzeuggeschäft ausbauen, unter anderem durch die Markteinführung einer Pick-up-Baureihe. Die Profitabilität im Nutzfahrzeuggeschäft soll sich in den kommenden Jahren verdoppeln. Dabei setzt Ford seine Hoffnungen vor allem auf die Partnerschaft mit Volkswagen, dem türkischen Joint Venture Ford Otosan und dem neu aufgestellten Joint Venture Ford Sollers in Russland.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin