DAT-Report Freie Werkstätten bauen Vorsprung aus

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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2023 entfiel die Mehrheit durchgeführter Kfz-Reparaturen auf freie Betriebe, die ihren bereits hohen Anteil aus dem Vorjahr nochmals ausbauen konnten. Zudem bestätigten immer mehr Fahrzeughalter wachsende Softwareprobleme.

Immer mehr Reparaturarbeiten haben im vergangenen Jahr freie Werkstätten durchgeführt. Ihr Anteil stieg von 56 auf 59 Prozent.(Bild:  Dominsky – VCG)
Immer mehr Reparaturarbeiten haben im vergangenen Jahr freie Werkstätten durchgeführt. Ihr Anteil stieg von 56 auf 59 Prozent.
(Bild: Dominsky – VCG)

Auch wenn die Quote der Reparaturarbeiten am Auto stetig sinkt und 2023 das generelle Reparaturverhalten gemäß DAT-Report mit 0,39 einen historischen Tiefstwert erreicht hat: Gründe für den Reparaturrückgang sind in einem Jahr hoher Preise sicherlich nicht nur zögerliche Investitionen, sondern auch die generell gesunkene Fahrleistung sowie die Verbesserung der verbauten Komponenten wie Zahnriemen oder Bremsbeläge. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Automobil Treuhand (DAT). So seien besonders die Halter von Benzinfahrzeugen, die knapp zwei Drittel des gesamten Pkw-Bestands ausmachen, 2023 deutlich weniger Kilometer gefahren. Im DAT-Report bezieht sich der Begriff „Reparaturen“ auf Verschleißreparaturen, also nicht auf das Auswechseln von Lampen oder Scheibenwischerblättern, sondern auf Bereiche, die mit Motor, Elektrik oder Fahrwerk zu tun haben.

Aussagen der Pkw-Halter: durchgeführte Reparaturarbeiten 2023 laut DAT-Report(Bild:  DAT)
Aussagen der Pkw-Halter: durchgeführte Reparaturarbeiten 2023 laut DAT-Report
(Bild: DAT)

Die Ergebnisse der Umfrage sind ein positives Signal für Fachbetriebe, denn die Mehrzahl aller Reparaturarbeiten wurde von einer Fachwerkstatt durchgeführt, so die DAT. Im Jahr 2023 entfiel die Mehrheit (59 %) auf die freien Betriebe. Sie konnten ihren bereits hohen Anteil von 56 Prozent aus dem Vorjahr nochmals ausbauen. Die Markenwerkstatt wurde von 32 Prozent der Pkw-Halter beauftragt – ein minimaler Anstieg gegenüber dem Vorjahr von einem Prozentpunkt. Erfreulich aus Sicht aller Werkstätten ist der Rückgang des Do-it-yourself-Anteils von 12 auf 9 Prozent. Auch wenn der gesamte Pkw-Bestand stark altert, sind Arbeiten von „Selbstschraubern“ seltener geworden.

Softwareprobleme zunehmend ein Thema bei jungen Fahrzeugen

Von den Reparaturarbeiten betroffen waren am häufigsten Verschleißteile (71 %), gefolgt von Aggregaten und Elektrik (35 %) und dem Fahrwerk sowie Karosseriekomponenten (32 %). Diese Verteilung entspricht in etwa dem Vorjahr mit einer leichten Verschiebung hin zu den Verschleißteilen (2022: 67 %). Erstmals hat sich der DAT-Report auch des Themas Softwareprobleme angenommen. Auf die Frage, ob Probleme mit der Elektronik oder der Software des Pkw (z. B. beim Display, der Connectivity, bei Assistenzsystemen) auftraten, zeigt sich ein beunruhigendes Bild. Halter jüngerer Pkw bis unter drei Jahre bestätigten Softwareprobleme zu 23 Prozent. Die kurzen Entwicklungszyklen der Autos und die zunehmende Funktionsfülle der Systeme schlagen sich in einer solch hohen Fehlerquote nieder. Bei älteren Fahrzeugen sinkt diese Quote signifikant, da dort die Bugs bereits beseitigt wurden. Zudem sind ältere Pkw-Modelle im Vergleich zu jüngeren weniger komplex.

Aussagen der Pkw-Halter: durchgeführte Reparaturarbeiten 2023 laut DAT-Report(Bild:  DAT)
Aussagen der Pkw-Halter: durchgeführte Reparaturarbeiten 2023 laut DAT-Report
(Bild: DAT)

„Das Reparaturgeschäft ist für die Automobilbetriebe eine zentrale Ertragssäule. Das Kfz-Gewerbe ist und bleibt in diesem Bereich dank seines hohen Professionalisierungsgrades der wichtigste Ansprechpartner für den Pkw-Halter. Aufgrund der immer kürzeren Pkw-Entwicklungszyklen, der komplexen Software oder auch des Verschleißes bei elektrifizierten Pkw bedingt durch das hohe Gewicht der Fahrzeuge geht den Werkstätten die Arbeit nicht aus. Allerdings kann es gerade bei Softwarethemen auch eine hohe zeitliche Investition bedeuten, denn das Einspielen von Updates kann je nach Modell mehr als einen Tag benötigen“, kommentieren Uta Heller und Dr. Martin Endlein, die Autoren des DAT Reports 2024.

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