Führung von größter Kfz-Innung tritt zurück

Von gr/hz

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Die Führung der Innung München-Oberbayern um Obermeister Richard Wagner ist zurückgetreten. Vorausgegangen waren dem Schritt verschiedene Querelen, die scheinbar in der Vorstandssitzung am Montagabend eskalierten.

Richard Wagner ist als Obermeister der Innung München-Oberbayern zurückgetreten.(Bild:  Zietz / »kfz-betrieb«)
Richard Wagner ist als Obermeister der Innung München-Oberbayern zurückgetreten.
(Bild: Zietz / »kfz-betrieb«)

Knapp ein Jahr nach seiner Wahl ist der Obermeister der Innung München-Oberbayern, Richard Wagner, am Montagabend während einer Vorstandssitzung zurückgetreten. Das geht aus einem Informationsschreiben des Vorstands an die Mitglieder hervor, das »kfz-betrieb« vorliegt. Vorangegangen waren dem Schritt einige tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten in der Führung von Deutschlands größter deutscher Kfz-Innung mit rund 2.000 Mitgliedsbetrieben.

Mit Wagner legten auch seine Stellvertreter Peter Kathan und Mario Lössl sowie das Vorstandsmitglied Michael Christl mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder. Bis zur Wiederbesetzung dieser Funktionen führt der restliche Innungsvorstand gemeinschaftlich die Geschäfte, als Sprecher fungiert dem Schreiben zufolge Johann Bader. Die Nachwahl soll im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17. April stattfinden.

In der Innungsführung brodelt es schon länger. Dies war unter anderem im Vorfeld der Neuwahl der Führungsspitze des Kfz-Landesverbands Bayern im vergangenen Jahr zutage getreten. Die mächtige Innung München-Oberbayern befürchtete im Landesverband Bayern nicht ausreichend repräsentiert zu sein. Sie wird nun seit September vom Oberpfälzer Albert Vetterl und seinen Stellvertretern Andreas Tröger (Oberfranken) sowie Günter Friedl (München) geführt.

Im Zusammenhang mit der Frage der Repräsentanz war die Diskussion aufgekommen, ob die Innung aus dem bayerischen Landesverband austreten und eine Direktmitgliedschaft im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) anstreben solle. Diese Überlegungen hat der verbliebene Innungsvorstand nun per Beschluss für beendet erklärt.

ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz verdeutlichte am Rande einer anderen Veranstaltung am Dienstag im Gespräch mit »kfz-betrieb«, dass seitens des ZDK solche Gespräche nicht geführt wurden und dafür auch keine Grundlage besteht. Satzungsgemäß müssen Innungen Mitglieder der Landesverbände werden, soweit ein Landesverband besteht.

Erklärung der Ex-Führung

In einer persönlichen Erklärung begründeten die zurückgetretenen Führungskräfte der Innung ihren Schritt mit fehlender Loyalität der Mehrheit des Innungsvorstandes. Dieser habe sich bereits vor Wochen gegen die Innungsführung gestellt und den Vertrauensbruch geplant. Der Rücktritt sei nun die logische Konsequenz zum Wohle der Kfz-Innung und ihrer Mitgliedsbetriebe.

Als Beispiel nennen die Zurückgetretenen das Ansinnen, Kontroversen mit dem Landesinnungsverband einvernehmlich zu lösen. Der Vorstand sei dabei „hintergangen und konterkariert worden, leider auch aus den eigenen Reihen“. Hinsichtlich der Diskussion um die Sanierung des Innungshaushalts sowie des Neubaus der Geschäftsstelle verweist die scheidende Führung auf „stets gemeinsame Beschlüsse des Verstandes, die wir umsetzen wollten“.

Ihren Nachfolgern gibt die alte Führung mit, sich „selbstlos für eine Vertretung, die der größten deutschen Innung gerecht wird, einzusetzen“. Ihr sei zu wünschen, die Arbeit auch mit Unterstützung eines loyalen Vorstands umsetzen zu können. Immerhin darin scheint Einigkeit zu herrschen. Man wolle sich künftig wieder gemeinsam auf Mitgliederinteressen konzentrieren, heißt es auch in der offiziellen Mitgliederinformation.

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