Neuwagen Für Vermieter und Kurzzulassungen gibt es wenig Ware

Von Andreas Grimm

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Die Lieferschwierigkeiten der Automobilindustrie sorgen weiterhin für geringere Zulassungszahlen. Doch die Rückgänge konzentrieren sich stark auf die Sonderkanäle Autovermieter und Eigenzulassungen. Das Kerngeschäft läuft auf niedrigem Niveau.

Die Nachfrage nach Neuwagen ist da, doch die Produktion kommt weiterhin nicht hinterher.(Bild:  Grimm - »kfz-betrieb«)
Die Nachfrage nach Neuwagen ist da, doch die Produktion kommt weiterhin nicht hinterher.
(Bild: Grimm - »kfz-betrieb«)

Der Rückgang der Neuzulassungen im Mai um 10,2 Prozent geht einmal mehr vor allem auf die eingeschränkte Zulassungstätigkeit der Vermieter und der Händler selbst zurück – beziehungsweise der weiterhin fehlenden Ware für diese Kanäle. Wie aus einer Analyse der Daten des Kraftfahrt-Bundesamts durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, werden dagegen die Privat- und Geschäftskunden derzeit weitgehend bedient. In diesen Segmenten sanken die Neuzulassungen nur gering.

Wie sehr der Neuwagenhandel unter den Umständen leidet, zeigt der Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019. Im Mai lag der Markt 38 Prozent unter dem Vergleichswert von 2019. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf die einzelnen Zulassungskanäle: Das im Mai stark rückläufige Vermietergeschäft hat im Dreijahresvergleich mehr als 50 Prozent an Volumen verloren. Die Eigenzulassungen der Hersteller sanken um ebenfalls rund 50 Prozent, die des Handels um 42 Prozent. Insgesamt kamen im Mai über diese „Sonderkanäle“ 57.000 Einheiten weniger in den Markt als vor der Coronakrise – Fahrzeuge, die letztlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt fehlen.

Nach Dataforce-Berechnungen entsprechen die Neuzulassungen im Mai nur etwa 65 Prozent des Volumens vor der Corona-Pandemie (dem Schnitt der Jahre 2017 bis 2019). Trotzdem sieht Dataforce ein Zeichen der Besserung, da die zuletzt extremen Lieferengpässe wieder anderweitig ausgeglichen werden können. Überwunden seien die Lieferschwierigkeiten allerdings noch nicht.

Konkret hat der Privatmarkt im Vergleich zum Mai 2021 noch 2,6 Prozent verloren. Im Firmen- und Flottengeschäft sanken die Zulassungszahlen um 4,8 Prozent. Dies wird sicher auch gestützt durch das Wachstum der batterieelektrischen Fahrzeuge. Die Stromer konnten, nachdem sie im April zum ersten Mal gefallen waren, nun im Mai als einzige Kraftstoffart wieder zulegen (+9 %).

Besonders deutlich legten die BEVs interessanterweise im Vermietersegment zu (+155 %); entgegen dem allgemeinen Trend konnten übrigens auch die Plug-in-Hybride in diesem Absatzkanal wachsen (+25 %). Allerdings sind die absoluten Zahlen nicht besonders hoch, sodass die Stromer nicht den allgemeinen Fahrzeugmangel bei den Vermietern ausgleichen können. Das Gesamtsegment rutschte um 27,1 Prozent ab.

Der Automobilhandel setzt angesichts der weiterhin hohen Nachfrage auf die Auslieferung an Kunden statt auf Kurzzulassungen. Die Eigenzulassungen der Autohäuser sanken im Mai um 22,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei den Zulassungen der Hersteller fällt der Rückgang nicht mehr so deutlich aus (-7,0 %).

Transportermarkt mit Nachschubsorgen

Wenig Ware kommt derzeit für den Transportermarkt an. Dieser Bereich, mit dem Dataforce die Entwicklung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities betrachtet, verlor im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19,3 Prozent – und damit fast doppelt so stark wie das klassische Pkw-Segment.

Dabei verloren alle Zulassungskanäle im Schnitt mehr als der Gesamtmarkt (Fahrzeugbau -13,7%, Fahrzeughandel -13,7% und Autovermieter -29,7%). Der Schnitt wird dabei allerdings besonders stark durch die Autovermieter nach unten gezogen. Der Privatmarkt und das Firmenkundengeschäft verloren mit minus 16,1 Prozent und minus 19,9 Prozent ebenfalls wesentlich stärker als der Pkw-Markt.

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