Gebrauchtwagen DAT sieht deutlichen Anstieg des Risikobestands bei Händlern

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Preise sinken, die Standzeiten steigen – im Gebrauchtwagenmarkt kommen derzeit viele negative Effekte zusammen. Entsprechend schlecht ist die Stimmung im Markt, zeigt eine Erhebung der DAT.

Der Gebrauchtwagenmarkt wird von verschiedenen Effekten negativ beeinflusst. Viele Händler erwarten für das Jahr 2024 deshalb Schwierigkeiten.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Der Gebrauchtwagenmarkt wird von verschiedenen Effekten negativ beeinflusst. Viele Händler erwarten für das Jahr 2024 deshalb Schwierigkeiten.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Die Umschlagszahlen im Gebrauchtwagenmarkt sind im laufenden Jahr gestiegen – trotzdem erhöhen sich die Standzeiten und die Preise sinken. Die insgesamt wenig befriedigende Tendenz dürfte sich im Jahr 2024 fortsetzen. Wie aus dem jüngsten DAT-Barometer hervorgeht, steigt der Anteil der Gebrauchtwagen im Bestand, die als Risikofahrzeuge eingestuft werden. Vor allem Elektroautos bereiten den Betrieben Sorgen.

Bereits vor einigen Wochen zeigte eine Datenauswertung der DAT für »kfz-betrieb«: Die rückläufige Entwicklung der Standtage in den verschiedenen Antriebsklassen (Benziner, Diesel, Elektro) ist mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Nur bei Dieselfahrzeugen ergab sich zuletzt noch ein signifikanter Rückgang der Standtage. Dafür waren die Werte für Benziner im Oktober erstmals seit dem März wieder gestiegen.

Gleichzeitig sinken die Händlerverkaufspreise – spätestens seit dem April – auf breiter Front; alle Antriebsarten sind davon betroffen. Während die Preise der Benziner seit Jahresstart aber nur um 0,3 Prozentpunkte sanken, ging es bei den Dieselmodellen im Schnitt schon knapp 2 Prozentpunkte bergab. Und die Preise für elektrische Gebrauchtwagen gaben sogar um 2,6 Prozentpunkte nach.

Hohe Nachlässe im E-Markt

Da wundert es nun nicht, dass die befragten Händler im aktuellen DAT-Barometer eine getrübte Stimmung wegen der E-Autos bestätigen. 66 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gebrauchte E-Modelle derzeit nur mit starken Nachlässen verkaufen können. Zusätzlich belastet den Handel der erhöhte Beratungsaufwand, den E-Auto-Interessierte verursachen. Von diesem Effekt berichteten zuletzt 78 Prozent der Händler (Neu- und Gebrauchtwagen).

Hinsichtlich der Beschaffungssituation für junge Gebrauchtwagen erwartet mehr jeder zweite Händler (55 %) auch im kommenden Jahr Schwierigkeiten. Überraschenderweise sehen zugleich noch 59 Prozent eine schwierige Beschaffungssituation für Neuwagen.

Aufgrund der vielfältig veränderten Marktsituation (hohe Preise, gestiegenes Angebot, Kaufzurückhaltung) steigen die Risiken auf den Gebrauchtwagenhöfen. Deutlich wird das am wachsenden Risiko-Bestand, also jenen Gebrauchten, die länger als 90 Tage stehen – bei durchschnittlichen Standkosten von 23 Euro pro Tag. Dieser Anteil auf den Höfen ist inzwischen auf 29 Prozent geklettert. Vor gut einem Jahr, im Juli 2022, hatte dieser Wert mit 18 Prozent einen Tiefststand erreicht, ausgelöst natürlich durch den allgemeinen Mangel an Gebrauchtfahrzeugen.

Viele erwarten rückläufige Geschäfte

Unter dem Strich schlagen sich die Entwicklungen in einem pessimistischen Ausblick auf die Wirtschaftslage nieder. Die Aussichten für das Jahr 2024 sehen mehr als die Hälfte unter schlechten Vorzeichen und erwarten „deutlich rückläufige“ (35 %) oder zumindest „leicht rückläufige“ (20 %) Geschäfte. Eine bessere Entwicklung erwartet nur jeder Achte (12 %). Ähnlich negativ waren die Ergebnisse Mitte 2022 für den Rest des Jahres (damals in Zeiten vielfacher Mangellage). Dagegen schätzten die Händler Mitte 2021, mit Abklingen der Corona-Pandemie, die Zukunftsaussichten deutlich positiver ein.

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