Gebrauchtwagen Längere Standzeiten trotz vieler Besitzumschreibungen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt in Bewegung, immer mehr Käufer finden ein neues Autos. Doch gleichzeitig stehen die Autos deutlich länger auf den Höfen der Händler. Und die Onlinebörsen senden ein weiteres statistisches Warnsignal.

Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen steigt seit Monaten. Im September hat sich der Trend aber etwas abgeschwächt.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen steigt seit Monaten. Im September hat sich der Trend aber etwas abgeschwächt.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der Pkw-Gebrauchtwagenmarkt ist im September relativ unbeeindruckt von der rückläufigen Neuwagenentwicklung geblieben. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, ist die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen im zurückliegenden Monat ein weiteres Mal gestiegen: 500.570 Halterwechsel sind ein Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Damit setzt sich die seit dem April ungebrochen positive Entwicklung im Secondhand-Markt fort. Seit Jahresanfang fanden 4,55 Millionen Pkw einen neuen Besitzer. Das ist ein Plus von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Abgesehen von Februar und März stieg die Zahl der Pkw-Umschreibungen in jedem Monat. Allerdings schwächte sich die Zuwachsrate im September wieder spürbar ab. In den Monaten Juni bis August hatte das KBA jeweils einen Zuwachs um rund 12 Prozent festgestellt.

Ob die gebremste Aufwärtsentwicklung auch an einer geringeren Nachfrage im Zuge der allgemeinen Konjunkturschwäche liegt, lässt sich aus den Zahlen des Amtes nicht ablesen. Die Onlineplattform Autoscout 24 vermeldet allerdings weiterhin rückläufige Angebotspreise. Binnen eines Monats sei der durchschnittliche Preis um 0,9 Prozent gesunken – seit dem März 2023 seien es sogar 4,4 Prozent. Von rückläufigen Angebotspreisen berichtet auch die konkurrierende Plattform Mobile.de.

Längere Standzeiten, sinkende Preise

Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout24, führt die Preisentwicklung auf ein wachsendes Angebot nach dem Ende der Produktionsengpässe zurück. „Da die Nachfrage nur bedingt mit dem wachsenden Angebot Schritt halten kann, gehen die Preise zurück“, sagt Schneck und weist damit auf ein weiteres Problem hin. Gleichzeitig werden die Standzeiten für Gebrauchte immer länger. Die Autos standen laut Mobile.de im Schnitt 93,7 Tage auf dem Hof der Händler, was einem Plus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspreche.

Auch bei den Lkw ist die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen noch hoch. Im Vergleich zum Vorjahresmonat vermeldet das KBA für diese Fahrzeugklasse einen Anstieg der Besitzumschreibungen um 4,3 Prozent auf 32.010 Einheiten. Im Gesamtjahr ist die Entwicklung ebenfalls deutlich positiv (+4,2 %). Dagegen scheint die Nachfrage im Bereich der Zugmaschinen (-6,2 %) ebenso zu sinken wie bei den Omnibussen (-1,2 %).

Im Aufwind ist dagegen der Kraftrad-Bereich. Für diese Fahrzeugklasse vermeldet das KBA einen Anstieg der Halterwechsel um 8,7 Prozent auf 40.600 Einheiten. Das ist insofern bemerkenswert, als in dieser Klasse die Gesamtjahresentwicklung deutlich rückläufig ist (-5,0 %).

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