Firmenbeteiligung Aston Martin wird Teil des Geely-Imperiums

Von Andreas Grimm

Anbieter zum Thema

Wenig Verkäufe, hohe Verluste – für die Kultmarke Aston Martin läuft es wirtschaftlich schon länger schlecht. Nun erhält der Autobauer im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Anteilseigner. Einer davon kauft gerne traditionsreiche Marken zu.

Aston Martin hat neue Investoren, darunter ist auch der chinesische Automobilkonzern Geely.(Bild:  Aston Martin)
Aston Martin hat neue Investoren, darunter ist auch der chinesische Automobilkonzern Geely.
(Bild: Aston Martin)

Geely baut sein Netz von Beteiligungen an traditionsreichen Automobilmarken weiter aus. Der chinesische Autobauer, der im Jahr 2010 mit der Übernahme von Volvo erstmals außerhalb Chinas richtig bekannt wurde, hat nach eigenen Angaben 7,6 Prozent der Anteile des britischen Autobauers Aston Martin Lagonda erworben. Man freue sich nun darauf, die potenziellen Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auszuloten, hieß es in der Geely-Mitteilung.

Konkret geht es wohl auch um einen Technologietransfer. Man werde „mit dem Technologieangebot zum zukünftigen Erfolg von Aston Martin beitragen“. Aston Martin wiederum solle seine Strategie fortsetzen, langfristiges, nachhaltiges Wachstum und gesteigerte Rentabilität zu erreichen.

Aston Martin DBX: SUV der Extraklasse
Bildergalerie mit 17 Bildern

Daran hatte es zuletzt gemangelt. Aston Martin kämpft schon länger mit wirtschaftlichen Problemen, verkaufte im ersten Halbjahr 2022 keine 3.000 Fahrzeuge. In der Folge verließ der Firmenchef Tobias Moers (ehemals AMG-Chef) das Unternehmen. In den letzten Jahren hatte der kanadische Milliardär Lawrence Stroll viel Geld in das Unternehmen investiert, das weltweit seinen Absatz erhöhen will und dazu unter anderem in Deutschland auch das Vertriebsnetz ausbaut.

Mit dem Einstieg von Geely hat Aston Martin generell seine Kapitalausstattung verbessert. Insgesamt flossen dem Unternehmen 654 Millionen britische Pfund zu (derzeit etwa 740 Millionen Euro). Mit den Geldern sei der Autobauer „erheblich entschuldet“ worden, sagte Stroll in einer Unternehmensmitteilung. Neben Geely hat vor allem der saudi-arabische Public Investment Fund investiert, der nun mit einem Anteil von 18,7 Prozent als „Ankeraktionär“ gilt. Auch Mercedes hat eine ungenannte Summe in die Briten investiert. An Mercedes wiederum ist Geely zu 10 Prozent beteiligt.

Was Geely mit dem Aston-Martin-Engagement plant, ist noch nicht klar. Zu dem Konzern gehört unter anderem die Marke Lotus, die derzeit zum reinen E-Auto-Hersteller mutiert, wobei die künftigen Fahrzeuge in China und nicht mehr in England gebaut werden. Aston Martin wiederum hatte vor einigen Monaten seine Elektrifizierungsstrategie skizziert, der erste reine Stromer soll 2025 auf den Markt kommen.

Für die Elektrifizierung könnte Aston Martin neben den Lotus-Kompetenzen (unter anderem den Leichtbau) auch auf das Know-how von Polestar zugreifen. Die E-Auto-Marke gehört ebenso ins Geely-Portfolio wie Lynk & Co oder Zeekr. Hier sind ebenfalls Techniktransfers denkbar. Weitere bekanntere Fabrikate im Geely-Kosmos sind Proton (49,9 Prozent Beteiligung) sowie LEVC (London Taxi).

(ID:48630802)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung