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Gefahren: Audi A3 – Klasse statt Masse

| Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Im Kampf gegen die jugendlichere A-Klasse von Mercedes und den sportlichen Einser von BMW setzt Audi auf Ambiente und Ausstattung. Nur beim Gewicht haben die Bayern gegeizt.

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Neuer A3 – zaghafte Evolution.
Neuer A3 – zaghafte Evolution.
(Foto: Audi)

„A wie Angriff“, so aggressiv hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche beim Genfer Salon die neue A-Klasse lanciert. Die Kampfansage galt vor allem dem Audi A3, der vor 16 Jahren das Segment der noblen Kompakten begründet hat. Doch in Ingolstadt sieht man den Vorstoß aus Stuttgart gelassen. „Die Abwehr steht“, könnte Audi-Produktmanager Heiko Pabst von Ohain, den Stuttgarter Vorstoß parieren. Denn pünktlich zum Showdown auf dem Golf-Platz bringt die VW-Tochter jetzt die dritte Generation ihres Erfolgsmodells an den Start. Der neue A3 kann ab Ende Mai bestellt werden, kommt Ende August auf die Straße und kostet zunächst mindestens 22.500 Euro. Wenn im Herbst ein neuer Basismotor nachgereicht wird, soll der Einstiegspreis auf 21.600 Euro sinken.

Auf den ersten Blick wirkt der A3 wie eine zaghafte Evolution. Denn das Format und mit ihm die Platzverhältnisse haben sich kaum geändert. Das Design ist nur behutsam weiterentwickelt, so dass der A3 schärfer und klarer aussieht und mit dem gestreckten Radstand ein wenig knackiger auf der Straße steht.

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Aber es sind die inneren Werte, die den Fortschritt ausmachen: Denn im Ringen um die Krone in der Kompaktklasse setzt Audi vor allem auf jene Noblesse, die den A3 schon bei seinem Debüt 1996 ausgezeichnet hat. Doch heute, wo selbst die Koreaner mit Lack und Leder glänzen, ist es mit einer vornehmen Materialauswahl und einer guten Verarbeitung alleine nicht mehr getan.

Deshalb rüstet Audi vor allem bei der Technik auf und spickt den A3 mit vielen Extras aus der Oberklasse. Zwar klettern die Preise dann schnell mal auf A4- oder gar A6-Niveau. Aber neben schmucken Zierleisten aus Glas oder Aluminium, fein genarbten Kunststoffen, weichem Leder und verchromten Handschmeichlern für Lüftung und Klimasteuerung gibt es dann eben auch die ersten Voll-LED-Scheinwerfer in der Kompaktklasse, ein Soundsystem von Bang & Olufsen, ein Navigationssystem mit Internetanschluss und Google-Suche sowie ein neues Touchwheel auf der Mittelkonsole, das die Handschrift des Fahrers lesen kann. Und natürlich flattern um den A3 jede Menge elektronischer Schutzengel: Der Wagen hält automatisch Abstand zum Vordermann, unterstützt bei Spurführung- und Spurwechsel, rangiert von alleine in die Parklücke oder spannt in gefährlichen Situationen Gurte und Bremsen vor.

Für gewöhnlich geht so eine Aufrüstung zu Lasten des Gewichts und damit des Verbrauchs. Nicht umsonst sind die Autos in den letzten Jahrzehnten immer schwerer geworden. „Wir haben diesmal die Gewichtsspirale umgedreht“, rühmt sich Entwicklungsvorstand Michael Dick. Weil jetzt die Motorhaube und die Kotflügel aus Aluminium sind, die Karosseriestruktur aus hochfesten Stählen montiert wird und auch bei den Motoren, am Fahrwerk und im Innenraum um jedes Gramm gegeizt wurde, wiegt der A3 bis zu 80 Kilo weniger als sein Vorgänger und ist mit bestenfalls 1.175 Kilogramm so leicht wie vor 16 Jahren. „Ich wünschte, ich hätte mein Gewicht in dieser Zeit genauso gut gehalten“, scherzt dazu ein Audi-Sprecher.

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