Gefahren: BMW 3er Hybrid – bayrisch sparen
BMW führt den Hybridantrieb jetzt auch im 3er ein. Dass es dabei nicht unbedingt um maximale Sparsamkeit geht, erkennt man schon bei einem Blick auf die technischen Zutaten.

Der Hybridantrieb hält nun auch in der Mittelklasse Einzug. BMW bietet die Doppelmotortechnik für die 3er-Limousine an. Ein echtes Spritspar-Auto ist der „Active Hybrid 3“ aber nicht geworden. Die satte Leistung von 250 kW/340 PS gibt es aber trotzdem zu relativ niedrigen Tankstellen-Tarifen. Zumindest für diejenigen, die 52.300 Euro in den Kauf investieren.
Das Hybridsystem des 3er ist aus dem größeren 5er bekannt. BMW kombiniert auch hier seinen aus zahlreichen Modellen als bärenstark bekannten Sechszylinder-Turbobenziner mit einem 40 kW/55 PS starken Elektromotor, der sich im Gehäuse der Achtgangautomatik befindet. Von dort unterstützt er den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen, kann aber auf kurzen Strecken auch allein den Antrieb übernehmen.
Maximal sollen vier Kilometer machbar sein, wer bis auf die möglichen 75 km/h beschleunigt, belastet die platzsparend im Kofferraumboden platzierten Lithium-Ionen-Akkus stärker und kommt deutlich weniger weit. Aufgeladen werden die Stromspeicher einerseits durch Bremskraftrückgewinnung, andererseits wird dem Benziner ein Teil seiner Leistung zum Auffüllen des Stromvorrats abgezweigt.
Im Ergebnis soll die Mittelklasselimousine mit 5,3 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommen. Während einer kurzen, gelassenen Testfahrt pendelte er sich bei knapp sieben Litern ein – immer noch ein guter Wert für ein derart großes und starkes Auto. Wer konsequent im per Knopfdruck anwählbaren „Eco-Pro“-Modus fährt, dürfte sogar noch sparsamer davon kommen. Dann prescht der 3er zwar nicht mehr so energisch nach vorn, dafür schaltet er bei konstanter Geschwindigkeit den Verbrennungsmotor aus und entkoppelt ihn komplett vom Antriebsstrang.
In diesen kurzen sogenannten Segel-Phasen muss der Motor nicht mehr mitbewegt werden, dadurch sinken Reibung und Verbrauch. Zu bemerken ist das nur durch das Absacken der Drehzahlnadel; generell absolviert der Hybridantrieb sämtliche Zu- und Abschaltvorgänge extrem komfortabel und sanft.
BMWs Hybrid kann aber auch anders. Wer statt des Öko-Programms die Sport-Einstellung wählt, macht den E-Motor vom Verbrauchs- zum Beschleunigungshelfer. Dieses sogenannte Boosten sorgt bei dem eh schon druckvollen Benziner noch einmal spürbar für Zusatzschub. Von 0 auf 100 km/h geht es dann in 5,3 Sekunden. Allerdings funktioniert der Elektro-Boost nur kurzzeitig – die Batterien sind entsprechend schnell leer.
Weniger spektakulär hingegen wirkt das rein elektrische Fahren auf die Insassen: Gegenüber dem unter geringer Last sowieso bereits sehr leisen Sechszylinder ist akustisch kaum ein Unterschied auszumachen – zumindest im Fahrzeuginneren. Zudem ist das elektrische Fahren lediglich bei warmem Motor und Katalysator möglich – ein Umstand, der den amerikanischen Richtlinien zum Schadstoffausstoß geschuldet ist. Die morgendliche Faulenzer-Fahrt um die Ecke zum Bäcker kann somit nicht emissionsfrei absolviert werden.
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