Gefahren: Mercedes S-Klasse Cabriolet
Mercedes traut sich nach 45 Jahren Pause wieder. Die Schwaben öffnen erneut die S-Klasse. Für das Frischluftvergnügen auf höchstem Niveau mussten die Entwickler tief in die Trickkiste greifen.

Wer seine Luxus-Kunden an die frische Luft setzen will, muss einiges bieten. Wer weiß das besser als Mercedes? Keine Automobilmarke hat mit dem Bau offener Autos mehr Erfahrung als das Stuttgarter Unternehmen. Allerdings hat man eine extrem lange Pause eingelegt. Vor 45 Jahren lief das letzte S-Klasse Cabriolet vom Band – heute ein gesuchter und fast nicht mehr bezahlbarer Klassiker.
Ob dies auch dem neuen S-Klasse Cabriolet eines Tages widerfahren wird, weiß niemand. Wichtiger dürfte sein, dass sich Fahrer wie Passagiere heute in diesem offenen Luxusliner wohl fühlen. Die Voraussetzungen hierfür könnten besser nicht sein. Die Ingenieure haben sich extrem hohe Standards gesetzt. Nicht zuletzt, um dem Hauptkonkurrenten Bentley Continental Convertible Paroli zu bieten.
Besonderes Augenmerk legten die Entwickler natürlich auf das Verdeck. Es besteht aus mehreren Lagen und soll störende Geräusche dort lassen, wo sie hingehören – draußen. Ein Zug an einem kleinen Bügel unter einer Abdeckung auf der Mittelkonsole reicht, um den 20-sekündigen Prozess zu starten. In sogenannter K-Faltung legt sich das Stoffverdeck unter einer Abdeckung hinter den Rücksitzen ab.
Dass vielleicht die Kofferraumabtrennung nicht eingerastet ist und so die Open-Air-Absicht wie bei anderen Cabriolet mit einen „Dong-Dong“ vereitelt wird und zu einem ärgerlichen Aussteigen zwingt, muss der S-Klasse-Fahrer nicht fürchten. Die Abtrennung fährt zuvor stets in die korrekte Position. Auch das Öffnen und Schließen per Schlüssel-Fernbedienung ist genauso möglich wie die Betätigung des Verdecks bei Fahrt. Mercedes erlaubt die Show bis Tempo 60. Darüber werden die Windkräfte zu stark.
Dem Zufall überließ Mercedes natürlich auch die Klimatisierung nicht. Die Regelung passt sich automatisch den jeweiligen Bedingungen an, Luftverteilung und Temperierung ändern sich, sobald das Verdeck unten ist. Dazu arbeiten nicht weniger als ein Dutzend Sensoren und noch mehr Stellmotoren. Selbst die Sonneneinstrahlung wird erfasst. An kühleren Frühlings- oder Herbsttagen helfen zudem beheizte Armlehnen in der Mittelkonsole und in den Türen sowie eine Lenkradheizung für körpernahe Wärme.
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