Neu ist die Erfahrung erst, wenn man den Countryman mit einem weiteren Druck auf den gelben Schalter in den E-Modus zwingt und den Verbrenner in die Pause schickt. Dann ist es, als würde man das Matchbox-Auto in die Ecke stellen und plötzlich mit der Märklin-Eisenbahn spielen.
Denn aus dem Brummer wird ein Summer und mit der Tonlage ändert sich das Fahrgefühl. Dabei bleibt der Spaß allerdings auch unter Strom nicht auf der Strecke. Schließlich entwickelt der E-Motor von der ersten Umdrehung an ein maximales Moment von 165 Nm und sprintet entsprechend flott davon.
Und mit einer elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h ist man zwar langsamer als alle anderen Mini, aber noch immer schneller, als die Polizei auf den meisten Straßen erlaubt. Außerdem braucht es ja nur einen beherzten Tritt aufs große Fahrpedal, schon schaltet sich der Verbrenner doch wieder zu und das alte Matchbox-Auto ist zurück.
Das Spiel kann man allerdings nicht ewig treiben. Denn genau wie die beiden Motoren hat der Mini von seinem bayerischen Plattformbruder, dem Zweier Active Tourer, aus dem BMW-Regal auch den Akku übernommen. Und der hat hier wie dort nur 7,6 kWh. Deshalb ist die elektrische Sause spätestens nach 42 Kilometern vorbei und der Mini muss für gute drei Stunden an die Steckdose.
Spätestens wenn man dann auch noch den Benzintank leer gefahren hat, erlebt man allerdings auch den Verbrenner von einer neuen Seite: Zwar sind die 2,1 Liter aus dem Datenblatt nicht viel mehr aus Prüfstands-Poesie und einer hoffnungslos unrealistischen Norm geschuldet. Doch auch mit dem doppeltem oder dreifachen Wert ist dieser Countryman der mit Abstand sparsamste seiner Art. Statt ihn wie sonst mit offenen Armen und gezückter Zapfpistole zu begrüßen, wird manch ein Tankwart wird angesichts dieses Autos rot anlaufen und zetern vor Zorn - andere Farbe, anderer Sound eben.
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