Mit dem Denza Z9 GT steigt der chinesische Autohersteller BYD auch in Europa ins Premiumsegment ein. Den eleganten Shooting Brake gibt es als Stromer und als Plug-in-Hybrid. Beide haben jede Menge völlig neue Features an Bord.
Eleganter Shooting Brake mit reichlicher Kraft: Als Stromer bringt es der Denza Z9GT auf 850 kW/1.156 PS.
(Bild: Denza)
Gewöhnlich geht anders. Der Z9 GT hat nicht nur bis zu vier Motoren. Er kann auch den Krabbengang, seine Hinterräder können in unterschiedliche Richtungen einschlagen und seine sensible Sensorik soll die Folgen eines Reifenplatzers bis Tempo 180 ausgleichen können.
Dazu kühlt er das Lieblings-Speiseeis bis auf minus fünf Grad und er lädt seinen Akku in geradezu affenartiger Geschwindigkeit: Bis zu 1.500 Kilowatt (kW) fließen per Flash Charge in den Energiespeicher. Zu guter Letzt ist das Luxus-Gefährt auch noch pfeilschnell: Der gut 2,5 Tonnen schwere Stromer wird in 2,7 Sekunden auf 100 Sachen katapultiert. Der Plug-in braucht dafür gerade mal 3,6 Sekunden. Erst bei 270 respektive 260 km/h ist Schluss.
Beim Blick auf die technischen Daten wird schnell klar, was hinter diesen Sportwagen-Werten steckt. So bringen es die drei Motoren der EV-Version auf eine ansehnliche Systemleistung von 850 kW/1.156 PS und ein gemeinsames Drehmoment von 1.210 Nm. Kein Wunder, dass sich ein forcierter Start in dem 5,18 Meter langen, 1,99 Meter breiten und nur 1,49 Meter hohen Z9 GT trotz Bodennähe ziemlich abgehoben anfühlen dürfte – irgendwie entkoppelt vom Gesetz der Trägheit. Der Lucid Air Sapphire (2,0 Sekunden) und die nur noch gebraucht verfügbare Plaid-Version des Tesla Model S (2,1 Sekunden) lassen grüßen.
Im Super Hybrid DM (für Dual Mode) genannten Plug-in mit seinen vier Motoren inklusive des vor allem als Stromproduzent eingesetzten Zweiliter-Benziners, seinen 570 kW/776 PS und 1.035 Nm dürfte der dynamische Eindruck sehr ähnlich sein. Nur bei voller Leistungsanforderung ein wenig lauter.
70-Prozent-Ladung in fünf Minuten
Fix geht es wie erwähnt auch beim Laden. Denn die zweite Generation der Blade-Batterie von BYD lässt etwas zu, was sich bisher ausschloss: eine hohe Energiedichte und sehr schnelles Laden nämlich. Bis hin zu den rekordverdächtigen 1.500 kW. Dahinter steckt ein Flash Pass genanntes Transportsystem für die Ionen, die den Innenwiderstand der Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) reduzieren und gleichzeitig deren Wärmeentwicklung verringern.
In der Praxis macht sich das durch extrem kurze Ladezeiten bemerkbar. An den Flash Chargern, die BYD in absehbarer Zeit in 30 europäischen Länder installieren will, soll das Motto „Bereit in 5. Voll in 9. Bei Kälte +3“ lauten. Sprich: Fünf Minuten reichen für die Füllung des 122,6-kWh-Akkus von zehn auf 70 Prozent, neun Minuten für 20 bis 97 Prozent. Und selbst bei minus 30 Grad soll die Prozedur nur um drei Minuten länger dauern.
Pilot und Passagiere können sich über reichlich Luxus und feine Materialien wie Leder und Holz freuen. Die Sitze sind vielfach verstellbar, eine Zehn-Punkt-Massage ist ebenso installiert wie Belüftung und Beheizung, der Fahrer wird in schnellen Kurven durch aktive Seitenwangen in Position gehalten. Fürs Infotainment sind neben drei Displays (17,3 und zweimal 13,2 Zoll) plus ein 50 Zoll großes Head-up-Display mit Augmented Reality und eine Devialet-Soundmaschine zuständig. Der Input kommt von der aktuellen Software von Denza namens DiLink, die Google-Integration bietet und einen KI-gestützten digitalen Assistenten bereitstellt.
Für Sicherheit und Fahrdynamik hat sich Denza einige spannende Zutaten einfallen lassen. Bremsen, Fahrwerk und Lenkung werden über die sogenannte Vehicle Motion Control (VMC) gesteuert. Die soll nicht nur Reifenplatzern ihren Schrecken nehmen, durch die separate Ansteuerung der beiden lenkbaren Hinterräder sind auch kuriose Manöver wie der seitliche Krabbengang (gleicher Lenkwinkel vorne und hinten) oder das Einparken des Hecks im Stand nur mit Hilfe der hinteren Reifen möglich. Klingt ein bisschen schräg, ist es auch.
Wesentlich sinnvoller erscheint da schon der für ein Fahrzeug dieses Formats extrem kleine Wendekreis von 10,70 Metern durch die Toe-out-Rotation, bei der sich beide Hinterräder von der Fahrzeugmitte wegdrehen.
203 km elektrisch, 805 km hybrid
Das zweistufige Zweikammer-Luftfahrwerk mit Doppelquerlenkern vorne und einer Fünflenker-Aufhängung hinten soll den effektiv im Hintergrund arbeitenden Begleiter sein, der Komfort mit der nötigen Straffheit kombiniert. Der schnelle Denza ermöglicht sehr dynamische Einlagen. Aber er soll nicht dazu nötigen, sondern eher zu zügigem Fahren auch über lange Strecken motivieren.
Einen WLTP-Verbrauchswert nennt der Hersteller noch nicht, jedenfalls soll die Reichweite bei 600 Kilometern liegen. Eine später nachgelieferte Heckantriebs-Variante kommt noch weiter. Und beim Plug-in sind laut Denza dank des 63,8 kWh-Akkus 203 Kilometer rein elektrisch und 805 Kilometer in Kombination von Strom- und Benzinantrieb drin. Auch als Zugfahrzeug stehen die Nobel-Chinesen parat: Beide Versionen dürfen bis zu zwei Tonnen schleppen.
Stand: 08.12.2025
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Den Z9 GT gibt es nur in einer Ausstattungsversion, und die ist komplett. Nur bei der Lackierung, „normalen“ oder digitalen Außenspiegeln und bei den Rädern kann noch variiert werden. Der Verkauf zu Preisen ab 103.500 (Plug-in) und 115.000 Euro (EV) soll in Kürze starten. Ein kostenloser Valet-Service ist inklusive, dazu ein Jahr kostenloses Flash-Laden. Wer vor Ende September ordert, bekommt den Strom nochmal sechs Gratis-Monate obendrauf.