Mit scharf gezeichneten Kanten schickt Toyota sein ältestes SUV in die fünfte Generation. Die wurde dank neuer Plattform an vielen Stellen verbessert und bietet den ersten kamerabasierten Innenspiegel bei den Japanern.
Der Einstiegspreis für den RAV4 Hybrid liegt bei 32.990 Euro.
(Bild: Simon / »kfz-betrieb«)
„No more boring cars.“ So lautet die Devise von Toyota-CEO Akio Toyoda für die Einführung neuer Autos. Die war auch der Ausgangspunkt für Chefingenieur Yoshikazu Saeki bei der Planung der fünften Generation des RAV4, wie der Japaner bei der Vorstellung des SUVs vor Journalisten in Barcelona erklärte.
Beim Blick auf das Fahrzeug stechen tatsächlich die scharf gezeichneten Kanten ins Auge, die den RAV4 markant auftreten lassen und deutlich vom Vorgänger abheben. Generell hat Toyota das SUV, das bei seiner Ersteinführung 1994 ein Wegbereiter seines Segments war, an vielen Stellen weiterentwickelt. Ausschlaggebend ist die neu entwickelte TNGA-K-Plattform: Mit einer im Vergleich zum Vorgänger 57 Prozent steiferen Karosseriestruktur und niedrigerem Schwerpunkt soll sie unter anderem eine höhere Fahrstabilität und bessere Handling-Eigenschaften ermöglichen. Vor allem die präzise Lenkung konnte bei den Testfahrten auf kurvenreichen katalonischen Straßen durchaus überzeugen.
Die neue Plattform erlaubt außerdem ein verbessertes Innenraumangebot. Der Radstand wurde um 30 Millimeter verlängert, was der Beinfreiheit der Passagiere im Fond zu Gute kommt – selbst Kollegen mit einer Körpergröße über 1,90 Meter fühlten sich auf der Rückbank wohl. An den Außenmaßen haben die Japaner nur kleinere Veränderungen vorgenommen, die Länge ist um 5 Millimeter und die Höhe um 10 Millimeter geschrumpft. Dafür ist die Breite des SUVs um 10 und die Bodenfreiheit um 15 Millimeter gewachsen. Der Kofferraum fasst im Vergleich zum Vorgänger 79 Liter mehr an Volumen, so dass jetzt 580 Liter bei aufgestellter und 1.690 Liter bei umgelegter Rückbank hineinpassen.
Ausgebaut hat Toyota zudem die Funktionen des Safety Sense Systems, das im RAV4 beispielsweise nicht mehr nur Autos sondern auch Radfahrer und Fußgänger bei Tag und Nacht erkennen und das SUV bei Bedarf autonom abbremsen soll. Unerwartete Abstriche müssen potenzielle Käufer dafür bei der Konnektivität machen – Apple Car Play und Android Auto sind nicht an Bord. Man arbeite an der Entwicklung, einen Zeitpunkt für die Integration der Funktionen in den RAV4 könne allerdings nicht genannt werden, heißt es von Toyota.
Digitaler Innenspiegel mit Panorama-Ansicht
Im Cockpit dominiert ein hoch angebrachtes und damit gut im Blick des Fahrers liegendes Acht-Zoll-Multimediadisplay. Etwas ungewohnt war zunächst der Blick nach oben in den Rückspiegel. Toyota bietet im RAV4 erstmals einen sogenannten „Smart View Mirror“. Auf dem sieht man – anstatt des Spiegelbildes – eine Panorama-Ansicht, die eine in der Rückscheibe angebrachte Kamera aufnimmt. An sich eine sehr praktische Einrichtung, der Sichtbereich ist deutlich erweitert und hochgewachsene Passagiere auf der Rückbank oder aufgetürmtes Gepäck können die Sicht nicht behindern. Bei Sonneneinstrahlung reflektierte die Oberfläche allerdings, was die Vorteile wieder einstampft. Dafür kann jederzeit zwischen Kamerabild und Spiegel gewechselt werden.
Für den Vortrieb sorgt im RAV4 Hybrid ein Vierzylinder mit 2,5-Liter Hubraum, der gemeinsam mit dem Elektromotor und in Kombination mit einem stufenlosen Automatikgetriebe 218 PS leistet. In der Allrad-Variante liegt die Systemleistung bei 222 PS – 25 PS mehr als beim Vorgänger, der erst seit 2016 als Hybrid am Markt war. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Fronttriebler 8,1 Sekunden, die Allrad-Variante braucht 0,3 Sekunden länger. Bei 180 km/h ist jeweils Schluss. Der kombinierte Verbrauch liegt nach Herstellerangaben bei 4,5 bis 4,8 Litern. Im Praxistest lagen wir mit 5,7 Litern etwas darüber.
Hybrid soll 80 Prozent der Verkäufe ausmachen
Neben dem Hybrid bringt Toyota den RAV4 mit einem 175-PS starken 2-Liter-Benziner auf den Markt. Die Hauptrolle soll allerdings klar Ersterer spielen. 2019 möchte Toyota in Deutschland insgesamt 10.000 Einheiten der neuen RAV4-Generation verkaufen, davon 80 Prozent mit Hybrid-Antrieb. Als Fronttriebler soll der Hybrid 42 Prozent der Verkäufe ausmachen, die Allrad-Variante soll es auf einen Anteil von 38 Prozent bringen. 12 Prozent der Verkäufe sollen auf den Benziner mit Fronttrieb zurückgehen, die verbleibenden 8 Prozent auf den Verbrenner in der Allrad-Variante.
Als klaren Bestseller unter den sechs Ausstattungsvarianten sieht Toyota antriebsübergreifend die „Club“-Linie, die für 50 Prozent der Verkäufe gut sein soll und unter anderem eine Sitzheizung, ein beheizbares Lenkrad und den digitalen Innenspiegel an Bord hat. Für die Basisvariante sowie die etwas umfangreichere „Comfort“-Ausstattung werden sich nach Einschätzung von Toyota nur 5 Prozent der Kunden entscheiden. Bereits in der Grundausstattung enthalten sind beispielsweise 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und das bereits angesprochene Safety Sense System. In Deutschland haben Kunden beim RAV4 zudem die Wahl zwischen sieben Farben. Die von uns getestete Ausstattungslinie „Style Selection“ ist zweifarbig lackiert, hier bietet Toyota vier verschiedene Kombinationen.
Stand: 08.12.2025
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Der Vorverkauf des RAV4 hat bereits Anfang Januar begonnen, aktuell liegen nach Angaben der Japaner bereits 600 Bestellungen vor. Den offiziellen Startschuss für den Verkauf gibt Toyota am 26. Januar 2019. Bis Ende Februar sollen Käufer mit einem Kundenvorteil in Form eines Technik-Pakets im Wert von 1.680 Euro gelockt werden, wenn sie sich für die „Club“-Ausstattung entscheiden. Es beinhaltet unter anderem einen Toten-Winkel-Assistenten, ein Smart-Key-System und ein DAB+ Radio.
Preislich steigt der Hybrid bei 32.990 Euro ein, im Vergleich zum Vorgänger setzt der Autobauer den Basispreis damit um 800 Euro günstiger an. Den Benziner bekommen Kunden bereits ab 29.990 Euro. Ansprechen soll das SUV Toyota zufolge unter anderem Familien mit Outdoor-Affinität, Freiberufler und Dienstwagen-Nutzer sowie die Taxi-Branche. Bereits heute mache der RAV4 15 Prozent des Taxi-Geschäftes von Toyota in Deutschland aus.