Mazda startet seinen nächsten Elektro-Schritt zunächst mit Unterstützung aus China, will aber zukünftig mehr auf Eigenentwicklungen setzen. Ausgenommen dürften das Klein- und das Kompaktwagensegment sein.
Der neue CX-6e geht zu Preisen ab rund 50.000 Euro im Sommer an den Start.
(Bild: Mazda)
Was die Elektrifizierung seines Portfolios betrifft, fiel Mazda im Vergleich zu anderen asiatischen Marken bislang eher durch Zurückhaltung auf. Einen ersten Versuch präsentierte man 2020 mit dem MX-30. Das kompakte Crossover-Modell galt in seiner Auslegung allerdings als recht gewagt: kleine Batterie und geringe Reichweite. Das von Mazda selbst „Right-Sizing“ genannte Konzept kam beim Kunden nur bedingt an. Entsprechend dünn gestaltete sich der Absatz. Diesen konnte auch eine nachgereichte Range-Extender-Version mit kleinem Wankelmotor nicht wirklich verbessern. Mittlerweile hat Mazda den MX-30 vom Markt genommen.
Deutlich bessere Chancen verspricht sich das japanische Unternehmen nun von einer schicken Elektrolimousine namens Mazda6e. Das Mittelklasse-Modell wird seit vorigem September bei uns verkauft und stammt aus einer Kooperation mit dem langjährigen chinesischen Partner Changan-Mazda, der seit über 20 Jahren Mazda-Fahrzeuge produziert. Wer jetzt denkt, dies hätte irgendeinen negativen Einfluss auf Qualität und Verarbeitung, irrt gewaltig. Nie hatte ein Mazda einen schickeren und edleren Innenraum. Besonders in der Takumi-Plus-Ausstattung mit braunem Leder/Velourleder-Mix wirkt das Interieur sehr hochwertig, was durch das puristische Layout noch verstärkt wird.
Bereits im vorigen Jahr hatte Mazda angekündigt, dass es nicht bei einem Elektromodell aus dem Joint-Venture bleiben wird. Das Tuch zogen die Japaner dann vor wenigen Wochen auf der Automesse in Brüssel und stellten das Crossover Mazda CX-6e vor, mit ebenfalls vollelektrischem Antrieb, aber mit 4,85 Metern etwas kürzer als der 6e. Das durch einen Radstand von 2,90 Meter üppige Raumkonzept soll besonders Familien ansprechen. Als Reichweite werden knapp 500 Kilometer genannt. Attraktiv dürfte das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sein. Bei nahezu kompletter Ausstattung bietet Mazda den CX-6e ab 49.990 Euro an. Die Markteinführung beginnt im Sommer.
Hieß es anfangs, bei diesen beiden Modellen aus der Changan-Mazda-Kooperation würde es bleiben, verdichten sich inzwischen die Gerüchte, dass Mazdas Strategen darüber nachdenken, alternativ auch Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV) anzubieten. Zudem soll das Joint Venture intensiviert werden. Weitere Elektromodelle (BEV) aus China wären damit nicht ausgeschlossen.
Das erste eigene Mazda E-Auto könnte ab 2028 kommen
Parallel jedoch arbeitet Mazda intensiv an einer eigenen dezidierten Elektro-Plattform. Ein erstes Modell könnte ab 2028 vorgestellt werden, gebaut in Japan und konzipiert für den globalen Markt.
Auch an einem eigenen Hybridantrieb tüfteln Mazdas Ingenieure intensiv (Arbeitstitel MHS Mazda Hybrid System). Bislang nutzte man hier die Technik von Toyota. Kombiniert werden soll der elektrische Antrieb mit dem neuen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner (Skyactiv Z). Bei der Systemleistung ist von etwa 170 kW/230 PS die Rede.
Der Skyactiv Z-Motor gilt als extrem sparsam. Er ist eine Weiterentwicklung des Skyactiv X-Antriebs, einem Ottomotor mit Dieselverbrennungsprinzip, und treibt zunächst den neuen CX-5 an. Das Mittelklasse-SUV ist Mazdas unangefochtener Bestseller. Seit seiner Einführung vor 15 Jahren kauften es weltweit rund fünf Millionen Kunden. Die dritte Generation bleibt dem puristischen Design treu und ist um zwölf Zentimeter gewachsen. Der Fokus liegt klar auf Geräumigkeit und mehr Praktikabilität.
Während es den Vorgänger in der Basis noch mit manuellem Schaltgetriebe gab, steckt im neuen CX-5 stets eine Automatik. Dennoch verspricht Mazda einen ausstattungsbereinigt günstigeren Preis. Los geht’s bei 34.990 Euro. Bei dem vorerst ausschließlich erhältlichen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit M-Hybrid soll es nicht bleiben. Vermutlich wird besagter neuer Vollhybrid 2027 hinzukommen. Ein Dieselantrieb ist im neuen CX-5 nicht vorgesehen. Als Sechszylinder-Reihenmotor mit einem besonderen Verbrennungsverfahren hält Mazda am Selbstzünder im CX-60 und CX-80 jedoch weiterhin fest.
Komplett neue Modelle sind für 2027 nicht vorgesehen, turnusmäßig steht dann aber eine größere Überarbeitung für den CX-30 an, in kleinerer Ausführung auch für den Mazda 3. Besonders groß dürfte dann der Sprung bei Konnektivität und Bedienung sein. Beide Modelle erhalten größere Displays und den Gemini-KI-Assistenten von Google.
Hoffnung auf noch mehr Fahrspaß können sich MX-5-Fans machen. Bei der Roadster-Ikone ist ein leistungsstärkerer Vierzylinder im Gespräch. Aufgrund der strengen Euro-7-Regelung musste Mazda den sportlichen Zweiliter im vorigen Jahr in der EU aus dem Programm streichen.
Stand: 08.12.2025
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Gut in Erinnerung dürfte noch die schicke Kleinwagenstudie X-Compact sein, die ihr Debüt vergangenen Oktober auf der Tokyo Motor Show feierte. Schnell war überall zu lesen, dass dies die Blaupause für den nächsten, dann natürlichen vollelektrischen Mazda 2 sein wird. Stand heute: Es ist noch nichts entschieden. Vermutlich braucht Mazda hier einen Partner, um den Preis des Mini-Stromers auf konkurrenzfähiges Niveau drücken zu können. Das kann dauern. Zunächst bleibt es in diesem Segment also beim Mazda 2 Hybrid, einem Schwestermodell des Toyota Yaris Hybrid.
Dem Portfolio von Mazda fehlt ebenso ein kleines City-SUV. Zwar bestünde theoretisch die Möglichkeit, auch hier mit Toyota einen Deal einzugehen und aus dem Yaris Cross mit äußerlich geringen Modifikationen (Badge-Engineering) einen neuen CX-2 zu kreieren. Doch wäre Mazda hiermit vermutlich viel zu spät am Markt. Aber wer weiß, vielleicht stellt man ja bei der nächsten Generation etwas Gemeinsames auf die Räder.