Gehälter in hessischen Kfz-Betrieben steigen kräftig
Die Tarifgehälter im hessischen Kfz-Gewerbe legen kräftig zu. Zugleich haben die Parteien eine Quotenregelung für 40-Stunden-Verträge vereinbart. Diese muss in den nächsten sechs Monaten definiert werden.

Nach über zehnstündigen Verhandlungen haben sich die Tarifgemeinschaft des hessischen Kfz-Gewerbes und die IG Metall auf einen Abschluss geeinigt: Jeweils zum 1. Oktober 2017 und 2018 steigen die Gehälter in tarifgebundenen Autohäusern und Werkstätten um 2,9 Prozent. Hinzu kommt eine Einmalzahlung in Höhe von 375 Euro. Der neue Vertrag läuft von Anfang Oktober bis Ende April 2019.
„Uns ist es gelungen, mit diesem Tarifabschluss die Belange der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen zu berücksichtigen und den Kfz-Betrieben im Bundesland Hessen bis Mai 2019 sozialen Frieden und Planungssicherheit zu bringen“, sagte Tobias Haas, Verhandlungsführer der Arbeitgeber.
Auch die Auszubildenden können mit mehr Geld rechnen: In allen Ausbildungsjahren steigen die Vergütungen Anfang Oktober 2017 um 50 Euro und Anfang Oktober 2018 um weitere 25 Euro. Zudem verpflichten sich die Betriebe, die Auszubildenden für zwölf Monate zu übernehmen. „Mit der Übernahme der Auszubildenden gehen wir sogar einen großen Schritt weiter, um die Attraktivität des Ausbildungsberufes deutlich zu steigern“, betont Haas.
Zudem sieht der Tarifvertrag vor, die 36-Stunden-Woche zu lockern und eine Quotenregelung für 40-Stunden-Verträge einzuführen. Wie hoch der Anteil der 40-Stunden-Verträge künftig sein wird, müssen die beiden Parteien bis Ende März 2018 verhandeln. Dafür besteht eine Verhandlungsverpflichtung.
„Dass wir es geschafft haben, in diesen für die IG Metall „heiligen Bereich“ einzudringen, ist als sehr großer Erfolg für die Tarifgemeinschaft zu werten und ein Ergebnis sehr hartnäckiger Verhandlungen“, freut sich Haas. Es gebe immer mehr Arbeitnehmer, die auch über die 36-Stunden-Woche hinaus arbeiten wollten, um entsprechend mehr zu verdienen. „Mit der Quotenreglung kommen wir den Bedürfnissen der Arbeitswelt in einem modernen Autohaus schon bedeutend näher.“
Zudem ermöglicht der Vertrag den Betrieben die Neuregelung von Entgeltgruppen mit niedrigeren Einstiegsstufen als bisher. „Das gibt den Kfz-Unternehmen künftig mehr Flexibilität bei der Personalplanung“, so Haas weiter.
Der Abschluss gilt für die Mitglieder der neu gegründeten Tarifgemeinschaft auf der Arbeitgeberseite. Nur ein Teil der hessischen Autohäuser und Werkstätten gehören der Gemeinschaft an, um weitere Betriebe zur Teilnahme an der Tarifgemeinschaft zu bewegen, hat die Gewerkschaft Aktionen angekündigt.
„Das ist natürlich eine Langzeitaufgabe, aber wir haben einen langen Atem. Der Beitritt zur Tarifgemeinschaft ist sicherlich der einfachste Weg für die Unternehmen“, erklärte der gewerkschaftliche Verhandlungsführer Josef Windpassinger.
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