Geschäft mit Klassikern: Generationenfrage

Das Oldtimer-Business verändert sich. Der Nachfragehype der vergangenen Jahre – vorbei; das Interesse der jungen Generation für Klassiker – schrumpfend. Von all dem ziemlich unbeeindruckt zeigen sich Service und Restaurierung. Doch wie lange noch?

| Autor: Steffen Dominsky, Yvonne Simon

(Bild: picture alliance/Westend61)

Man muss schon US-amerikanischer Präsident sein, um die Zeichen der Zeit nicht zu sehen oder sie zu ignorieren. Immer öfter spielt das Wetter verrückt, hopsen Kröten bereits im Februar fröhlich aufeinander herum, jagen Temperaturen im Sommer von einem Rekordwert zum nächsten. Ja, und auch im Classic Business, dem Geschäft rund um Young- und Oldtimer, hat sich das Klima in jüngster Vergangenheit merklich verändert: nämlich abgekühlt. Das gilt zumindest für den Handel. Vorbei sind die Preisstürme bis zum Jahr 2017, als besonders beliebte Modelle wie Porsche 911, Mercedes 190 SL und Jaguar E-Type Jahr für Jahr, Monat für Monat wertmäßig mit einer Geschwindigkeit nach oben schossen, als würden sie von einem Tornado angesaugt.

„Heute kaufe ich keinen 911er mehr an. Ich habe keine Lust, in sechs Monaten 10.000 Euro abzuschreiben“, bringt Matthias Knödler seine Sicht der Dinge auf den Punkt. Knödler ist Oldtimerhändler in Erlangen. Anders als so mancher seiner Kollegen ist er nicht auf eine Marke spezialisiert. „Und das ist gut so“, sagt der Franke. „Risikostreuung“ heißt das im Aktienhandel. Eine Tatsache, die jüngst erst zwei auf Porsche spezialisierte Firmen in Leverkusen und Wendelstein schmerzvoll erfahren mussten: Sie sperren ihre Läden nach zwei mauen Jahren nun zu. Doch von einer Rezession kann noch lange nicht die Rede sein. Es ist vielmehr ein Überangebot am Markt, das sich peu à peu abbauen muss.

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