Pkw-Markt Neuwagen stehen für Vermieter bereit, aber nicht für Eigenzulassungen

Von Andreas Grimm

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Zum ersten Mal seit Januar haben die Autovermieter ihre Neuwagenzulassungen erhöht. Damit profitieren sie von einer besseren Verfügbarkeit bei den Herstellern. Der Handel schraubt seine Eigenzulassungen gleichzeitig weiter zurück.

In den Autohäusern war im September wieder mehr Betrieb. Die Zahl der Neuzulassungen kletterte in den meisten Vertriebssparten deutlich.(Bild:  Schreiner –»kfz-betrieb«)
In den Autohäusern war im September wieder mehr Betrieb. Die Zahl der Neuzulassungen kletterte in den meisten Vertriebssparten deutlich.
(Bild: Schreiner –»kfz-betrieb«)

Den Herstellern stehen wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung, denn im September sind den Autovermietern spürbar mehr Neuwagen zugeflossen als im Vorjahresmonat. Nachdem dieser Kanal im zurückliegenden Jahr wegen des Mangels an Neuwagen nur sehr zurückhaltend bedient wurde, stiegen die Neuzulassungen der Vermieter im September laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce um 42,6 Prozent. Dieser Kanal konnte damit das erste Mal seit Januar eine positive Entwicklung vorweisen.

Damit ist allerdings der Anstieg der Zulassungszahlen im September um 14,1 Prozent noch lange nicht erklärt. Den Vermietern flossen 7.100 Neuwagen mehr zu als im Vorjahresmonat, während insgesamt knapp 28.000 Fahrzeuge mehr neu zugelassen wurden als im September 2021.

Tatsächlich fußt der Marktzuwachs auf einem kräftigen Auslieferungsplus in fast allen Zulassungskanälen. Das zweitstärkste Wachstum zeigte sich bei den gewerblichen Kunden. Die Firmen- und Flottenkunden sorgten für 28,9 Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. In diesen Zahlen haben sich die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmendaten noch nicht niedergeschlagen – die ausgelieferten Fahrzeuge sind bereits vor vielen Monaten bestellt worden.

Gleiches gilt für den Privatmarkt, der immerhin um 16,0 Prozent zulegte. Getrieben wird der Privatmarkt vom wachsenden Zuspruch für Elektrofahrzeuge. Laut den Dataforce-Zahlen erreichten BEV-Modelle im Privatmarkt einen Anteil von 30,3 Prozent – über alle Segmente hinweg beträgt der Anteil 19,7 Prozent. Zuletzt hatte die Unternehmensberatung EY darauf hingewiesen, dass sich die Liefersituation bei Halbleitern und anderen Vorprodukten verbessert habe und daher die Produktion hochgefahren werden könne.

Interessanterweise erlebt auch der Diesel eine kleine Renaissance: Im Gesamtmarkt legten die Neuzulassungen der Diesel- und Dieselhybrid-Fahrzeuge um 24 Prozent zu. Die Entwicklung war im Flottenmarkt mit einem Plus von 40 Prozent sogar noch deutlich ausgeprägter. Gas-Fahrzeuge wurden 31 Prozent häufiger zugelassen, während nur 2 Prozent mehr Benziner und Benzinhybride verkauft wurden – ihr Anteil an den Gesamtzulassungen also sank.

Ein einziges Vertriebssegment war im September rückläufig – und das erneut spürbar: die Eigenzulassungen des Handels. Auf diese Weise kamen zwar noch 30.600 Neuwagen zur Zulassung. Das waren allerdings 22,8 Prozent weniger als im September 2021. Trotz hohem Interesse der Käufer an jungen Gebrauchten sehen die Händler scheinbar noch keine Notwendigkeit, auf diesem Weg ihre Quoten und Absatzziele zu erreichen. Die Hersteller und Importeure haben dagegen im September mehr Neuwagen auf sich selbst zugelassen (+15,9 %).

Transportermarkt bleibt im Rückwärtsgang

Ein deutlich anderes Bild ergibt sich im Transportermarkt – die von Dataforce gesondert betrachtete Gruppe der Pkw-Utilities und leichten Nutzfahrzeuge. In dieser Fahrzeugklasse sanken die Neuzulassungen im September gegen den allgemeinen Trend sogar um 3,2 Prozent. Der Rückgang hält damit seit Februar 2022 an. Dabei ließen auch hier die Firmen- und Flottenkunden deutlich mehr Fahrzeuge neu zu als im Vorjahresmonat (+10,3 %). Und auch die Hersteller selbst schraubten die Eigenzulassungen wie schon in den Vormonaten deutlich nach oben (+8,5 %).

Doch anders als im Pkw-Markt gingen von den Privatkunden im Transportermarkt keine belebenden Impulse aus. Diese zweitwichtigste Käufergruppe verbuchte einen Rückgang um 12,5 Prozent. Die Autovermieter ließen sogar 34,4 Prozent weniger Fahrzeuge zu. Dagegen unterschied sich die Strategie des Fahrzeughandels nur graduell: In diesem Kanal sanken die Zulassungen um 6,9 Prozent.

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