Gleiche Tests für Meister und Prüfingenieur

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Mit dem Konzept für die Meister-HU will das Kfz-Gewerbe eine Alternative für die Durchführung der Hauptuntersuchung schaffen. Axel Koblitz, ZDK-Hauptgeschäftsführer, erläutert die entscheidenden Faktoren.

(Foto: Archiv)

Herr Koblitz, ist das nun vorgelegte Konzept eine Chance für alle Werkstätten oder nur für große Kfz-Betriebe?

Axel Koblitz: Das ist eine Chance für alle Betriebe. Gerade kleinen Werkstätten, zu denen vielleicht nur einmal in der Woche ein Prüfingenieur kommt, bietet sich eine ganz neue zeitliche Flexibilität gegenüber dem Kunden. Wichtig ist, dass es sich wirklich nur um eine Chance handelt und um keine Pflicht. Jeder Betrieb, der das will oder dessen Kunden das wünschen, kann die HU auch künftig von einer Prüforganisation durchführen lassen.

Mit welchen Investitionen muss dabei ein kleiner Betrieb rechnen?

Bei der technischen Ausstattung mit nahezu Null, sofern es sich um einen Prüfstützpunkt handelt, in dem ja heute schon Hauptuntersuchungen durchgeführt werden. Der Schulungsaufwand lässt sich noch nicht abschließend beziffern. Er wird aber im Gegensatz zu dem, was gelegentlich aus anderen Kreisen kolportiert wird, nach unserem Vorschlag auch für kleinere Betriebe absolut verkraftbar sein.

Damit sprechen Sie die Qualifizierung der Mitarbeiter an. Was ist entscheidend?

Als Mitarbeiter zur Durchführung der HU berechtigt wird nur der Kfz-Meister sein. Der kann Fahrzeugmängel schon kraft Ausbildung und Berufserfahrung erkennen und muss das nicht erst beigebracht bekommen. Er kann und darf – im Gegensatz zum Prüfingenieur – zur Entdeckung von Mängeln und Klärung von Zweifelsfällen auch Fahrzeugteile demontieren. Zusätzlicher Qualifizierungsbedarf besteht vor allem im Hinblick auf die Prüfung der Vorschriftsmäßigkeit von Kraftfahrzeugen, etwa im Hinblick auf Felgen, Bereifung und Anbauteile. Klar ist jedenfalls eins: Der Kfz-Meister muss genau die gleichen Tests bestehen wie der Prüfingenieur, um die HU durchführen zu können.

Wie sorgt die Verbandsorganisation dafür, dass die Qualität im Untersuchungsverfahren nachhaltig sichergestellt wird?

Wir wollen die Qualität nicht nur sicherstellen, sondern verbessern. So setzen wir beispielsweise auf die Spezialisierung bei der HU. So wie sich kein Tierarzt mit Hamstern und Kühen gleich gut auskennt, so hat kein Prüfer in gleicher Weise Erfahrungen mit Motorrädern, Pkw, schweren Nutzfahrzeugen und Bussen. Unser Konzept schließt aus, dass ein Nutzfahrzeug-Mann Motorräder prüft oder eine Motorrad-Frau Sattelschlepper. Ferner setzen wir bei der Nachkontrolle auf ein webbasiertes, zufallsgesteuertes und manipulationssicheres System, bei dem jeder Betrieb mit der Nachprüfung des HU-Ergebnisses noch an Ort und Stelle und mit eskalierenden Sanktionen im Falle von Verstößen rechnen muss. Das wird seine Wirkung nicht verfehlen.

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