GTÜ-Billigreifentest: Wehe, es regnet

Von Jens Rehberg

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Ein weiteres Mal hat sich bestätigt, dass Billigreifen aus Fernost auf nasser Straße ein echter Risikofaktor sind – was sich den Kunden anhand der Label-Einstufung allerdings nicht erschließt.

Teils miserable Testergebnisse lieferten die Billigreifen – trotz angeblicher Nasshaftungsklasse C auf dem Label.(Foto:  GTÜ)
Teils miserable Testergebnisse lieferten die Billigreifen – trotz angeblicher Nasshaftungsklasse C auf dem Label.
(Foto: GTÜ)

Bei einem Sommerreifentest der GTÜ mit billigen Pneus aus chinesischer und osteuropäischer Produktion (225/45 R17) haben alle getesteten Produkte vor allem bei der Nasshaftung schlecht abgeschnitten. Nach einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h hatte im Vergleich zu einem Dunlop-Referenzreifen selbst das beste Billigprodukt einen über sechs Meter längeren Bremsweg (56,2 Meter gesamt), wie die GTÜ mitteilte. Der schlechteste der Billigheimer kam erst nach zwölf Metern mehr zum Stillstand. Dabei hatte er an dem Punkt, an dem das Fahrzeug mit dem Referenzreifen bereits stand, noch eine Restgeschwindigkeit von über 40 km/h.

Beim Aquaplaning-Test blieb der Referenzreifen bei 80 km/h in der Spur und schwamm nicht auf. Die anderen getesteten Reifen allerdings schon. Der schlechteste Reifen schaffte nach Angaben der GTÜ gerade mal 58 Prozent der Leistungsfähigkeit des Referenzreifens.

Ähnlich schlecht hatten sich die Billigreifen auf dem Handling-Kurs verhalten. Schon beim Anfahren fehlte es laut der GTÜ-Experten an Traktion – dazu kam schlechtes Grip-Niveau, keine Seitenführung sowie heftige Lastwechselreaktionen schon bei langsamer Geschwindigkeit.

Einige der Billigfabrikate mit Sommerreifenprofil werden mit M+S-Kennzeichnung auch als Winterreifen angeboten. Von einer entsprechenden Nutzung raten die GTÜ-Sicherheitsexperten allerdings dringend ab, denn „die Testergebnisse im Nassverhalten sind allesamt verheerend“.

Dabei sind vier der sechs getesteten Reifen auf ihrem Label mit der Nasshaftungsklasse C (hellgrün) ausgezeichnet – das bedeutet, dass ein solcher Reifen aus 80 km/h bei durchschnittlich griffiger nasser Fahrbahn und Vollausstattung am Fahrzeug eigentlich nur einen etwa 4 Meter längeren Bremsweg aufweisen sollte als ein Reifen der Klasse A.

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