Gute Branchenentwicklung spiegelt sich in Kennzahlen wider
Die vom ZDK herausgegebenen Branchenkennzahlen geben Anlass für Optimismus. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre hat sich häufig fortgesetzt. Doch bei einigen Parametern gibt es noch Luft nach oben.
Das Kfz-Gewerbe hat ein gutes Jahr hinter sich. Das zeigen nun auch die vom ZDK ermittelten Branchenkennzahlen. „Grundsätzlich beurteile ich die durch die Kennzahlen gespiegelte Situation positiv. Der Trend der vergangenen Jahre hat sich fortgesetzt“, fasst ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann die Entwicklung zusammen. „Das stimmt optimistisch.“
Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich 2016 die meisten Kennzahlen erneut positiv entwickelt oder das Vorjahresniveau erreicht. Leicht im Plus ist demnach auch die Umsatzrentabilität mit einem Zuwachs um 0,1 Punkte auf jetzt 1,7 Prozent. „Dass der Rekordwert aus dem Jahr 2011 erreicht wurde, ist sehr erfreulich“, freut sich Woltermann.
Die Entwicklung ist gut, aber von der Zielgröße ist die Branche noch weit entfernt. Um geforderte Investitionen stemmen zu können, brauchen Autohäuser und Werkstätten eine Umsatzrendite von mindestens drei Prozent.
Die Rendite müsste also nicht nur deutlich größer sein, zweifelhaft ist auch der Nutzen zahlreicher Investitionen, die von den Betrieben gefordert werden. „Bezüglich der anstehenden Investitionen stellt sich meines Erachtens häufig die Frage, ob und für wen diese wirklich sinnvoll sind“, stellt Woltermann klar. Das sei eher ein strukturelles Thema, das allerdings aufgrund der guten konjunkturellen Lage in den Hintergrund tritt. „Es sind zwar günstige Kredite verfügbar, aber trotzdem sollte in jedem Einzelfall geprüft werden, ob eine Investition betriebswirtschaftlich erfolgversprechend sein kann.“
Zu den Kennzahlen, die in den vergangenen Monaten rückläufig waren, zählt allerdings die Eigenkapitalquote. Sie sank 2016 um 1,8 Punkte auf 23,1 Prozent. Damit war sie auf hohem Niveau leicht rückläufig. In den vergangenen Jahren hatten die Betriebe ihr Eigenkapital eigentlich nach und nach erhöht. Die Quote kam von gut 10 Prozent in 2008 und konnte bis 2016 kontinuierlich gesteigert werden „Ich bin mir nicht sicher, ob der Aufwärtstrend tatsächlich durchbrochen wurde. Dieser einmalige Rückgang kann nämlich auch damit zusammenhängen, dass die Zusammensetzung der Stichprobe von Jahr zu Jahr variiert“, erläutert Woltermann. Insofern bestehe im Moment noch kein Grund zur Sorge.
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