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Schwierig bleibe auch die Versorgung mit Ersatzteilen. „Da muss sich Nissan nicht wundern, wenn sich die Händler alternative Beschaffungswege suchen“, so Hornbacher, Dazu komme, dass für die Teile „immer mal wieder Mondpreise aufgerufen“ würden. Das Halteblech für ein Radio im Nissan Pathfinder sei für 250 Euro zu haben gewesen oder eine Kennzeichenleuchte für 100 Euro. „Hier ist ein marktgerechtes Pricing notwendig“, so Hornbacher. Die Nissan-Händler forderte er auf, derartige Vorfälle beim Verband zu melden, um aktiv werden zu können.
Gesprächsbereiter Importeur
Der Verbandsvorstand wollte dennoch nicht verschweigen, dass im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Importeur Nissan Center Europe auch viel erreicht worden ist. Ausgezahlt hat sich dabei der Kurs, mit dem Importeur in harten, aber fairen Gesprächen für beide Seiten akzeptable Rahmenbedingungen zu schaffen. Zum Beispiel die laut Marlies Wegener, Leiterin des Arbeitskreises Vertrieb und Marketing, „sportlichen statt utopischen“ Jahresabsatzziele. Angesichts der guten Entwicklung haben 90 Prozent der Händler ihre Ziele zu 100 Prozent und besser erreicht. Weiter Pluspunkte waren die
- Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Nissan-Bank,
- Kontinuität im Marketing als Basis für den Verkaufserfolg,
- Reduzierung der vorgeschriebenen Vorführwagen erhöhen Liquidität.
Hinsichtlich einer Verbesserung des Informationsflusses und der Problemlösung wird sich der Verband neu aufstellen und vom kommenden Jahr an Regionaltreffen der Nissan-Händler organisieren. Dazu sollen auch Vertreter des Importeurs und der Nissan-Bank kommen. Ziel ist Gerards zufolge eine Intensivierung des Austausches, der das Verständnis von regionalen Besonderheiten sowie für die Interessen und Anliegen aller Beteiligten fördern soll.
GVO: Netzkündigung ist kein Thema
Andreas Gabriel, Geschäftsführer des Importeurs Nissan Center Europe, der sich mit seinem Mitarbeiterstab den Anliegen der Händlerschaft stellte, nahm die Kritikpunkte an. Er verdeutlichte aber auch, dass die Marke bisher mehr Autos verkauft habe als geplant. Auch daher rühre der eine oder andere Engpass.
Deutlich wurde er hinsichtlich des Händlernetzes. Der Importeur werde das Ende der Gruppenfreistellungsverordnung nicht für eine flächendeckende Netzkündigung oder einen Netzumbau nutzen. Eine Markenexklusivität werde es ebenfalls nicht geben, „das können wir gar nicht bei unseren Marktanteilen“. Den Ausbau des Händlernetzes will der seit September zuständige Heiner Prümper bevorzugt mit Nissan-Partnern erreichen bzw. generell mit inhabergeführten Betrieben. Bis 2013 soll die Netzabdeckung 92 Prozent erreichen.
Dem Verband und den Händlern sicherte Gabriel eine Fortsetzung des konstruktiven Dialogs zu. Er bot quartalsweise vereinbarte Gesprächstermine zwischen den Verantwortlichen beim Importeur und seitens des VDNH und seiner Arbeitskreise an.
Achim Buck, Direktor Aftersales, sicherte den Nissan-Partnern zu, die Teilepreise umgehend anzupassen, wenn offensichtlich unsinnige Preise gefordert werden. Angesichts von 800.000 Teilepositionen sei aber der Importeur in dieser Frage auf die Rückmeldungen der Partner angewiesen. „Nehmen Sie mich beim Wort, kommen Sie auf mich zu“, appellierte Buck.
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