Häusler ein bayerischer Platzhirsch

Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Joachim von Maltzan

Jahrzehntelang hieß es in München und Umgebung: „Wer Opel sagt, meint Häusler.“ Die Firma Häusler war seit 1905 das Synonym für Opel. „Die Aufnahme der Marke Honda in unser Portfolio im Jahr 2003 und damit der Einstieg in den Mehrmarkenhandel war ein entscheidender Wendepunkt in der langjährigen Geschichte des Unternehmens“, erläutert Peter Müller, seit 2001 Geschäftsführer der Häusler Automobil GmbH.

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Jahrzehntelang hieß es in München und Umgebung: „Wer Opel sagt, meint Häusler.“ Die Firma Häusler war seit 1905 das Synonym für Opel. „Die Aufnahme der Marke Honda in unser Portfolio im Jahr 2003 und damit der Einstieg in den Mehrmarkenhandel war ein entscheidender Wendepunkt in der langjährigen Geschichte des Unternehmens“, erläutert Peter Müller, seit 2001 Geschäftsführer der Häusler Automobil GmbH.

Die Führungskraft wusste, dass dieser Schritt eine große Herausforderung für das gesamte Unternehmen und seine auf Opel eingeschworenen Kunden bedeuten würde. Doch seine Verantwortung für die Zukunft und die Mitarbeiter war groß, sodass er den Schritt wagte. Der Geschäftsführer: „Der Markt wird nicht weiter wachsen. Daher müssen wir alles daran setzen, den Marktanteil für unsere Häuser zu erzielen, den wir für ein gesundes Wachstum benötigen.“

Der Erfolg mit Honda zeigte, dass die Entscheidung richtig war. Häusler verkaufte allein im vergangenen Jahr 850 Honda-Neufahrzeuge und 250 neue Honda-Motorräder. Dem Händler kam dabei entgegen, dass Honda seit 1999, als der damalige Honda-Präsident in Gutsherrenmanier sämtlichen Honda-Betrieben kündigte, über keinen Händler mehr in München verfügte. Heute hat Häusler in der bayerischen Metropole das alleinige Vertriebsrecht für die japanische Marke. Müller ist daher überzeugt, bis 2010 jährlich insgesamt 1 500 Honda-Neuwagen zu verkaufen. Als weiteres Fabrikat rundet seit 2006 die GM-Marke Chevrolet das Häusler-Portfolio nach unten ab. 2004 hatte sich das Autohaus von den Vertriebsrechten der GM-Marken Cadillac und Corvette verabschiedet.

„Wir sammeln keine Marken“

An seinen 13 Standorten in und um München vertritt Häusler die Marke Opel, in fünf Betrieben Chevrolet und in sechs Honda. Mit Blick auf das derzeitige Markenportfolio des Autohauses bleibt Müller jedoch realistisch: „Marken zu sammeln, liegt uns fern.“

Es gehe nicht darum, Stückzahlen zu machen, sondern darum, Erträge zu erwirtschaften. Auch wolle Häusler jedes einzelne Fabrikat mit Herzblut leben. Dazu müsste der entsprechende Platz vorhanden sein und es müssten Fachleute für die einzelnen Marken an Bord geholt werden. Nur wenn das Gesamtpaket für jede Markenwelt sowohl im Verkauf als auch im Service stimme, könnten die notwendigen Margen eingefahren werden, ist Müller überzeugt.

Platzhirsch in den Regionen

Getreu dem Motto „All business is local“ besinnt sich das Unternehmen seit jeher auf seine regionale Stärke. Daran soll sich auch künftig nichts ändern. Vielmehr will der Häusler-Firmenverbund die lokale Bedeutung sukzessive ausbauen. Müller: „Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln, haben wir Erfolg.“ Daher ist das Autohaus nicht abgeneigt, weitere Niederlassungen hinzuzunehmen, wenn sie räumlich in sein Vertriebsgebiet passen.

Die Rolle des Platzhirschen steht für Müller klar im Fokus. Alles andere ist für den Autohausmanager unrealistisch: „Wenn wir ein anderes Konzept fahren wollten, müssten wir die gesamte Organisation neu aufbauen – und das liegt uns fern.“

Seit Müller die Geschäftsführung angetreten hat, hat sich viel in den Häusler-Betrieben getan. Das Unternehmen steckte allein zwischen 2004 und 2007 nicht nur rund 2,5 Millionen Euro in den Um- und Ausbau der einzelnen Häuser, es durchleuchtete auch seine Prozesse und Kostenstrukturen akribisch und optimierte sie.

Gleichzeitig stellte Müller die Niederlassungen von GmbHs auf reine Profitcenter um und band sie enger an die Zentrale. „Wir haben sämtliche administrativen Tätigkeiten der einzelnen Niederlassungen wie Buchhaltung, EDV, Werbung, Gebrauchtwagen- und Teileinkauf in München konzentriert“, erklärt er.

Konsequente Führung

Heute können sich die Niederlassungsleiter voll und ganz auf das operative Geschäft und damit auf den Kunden konzentrieren. „Wo Häusler draufsteht, ist auch Häusler drin“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt. Und das spüre der Kunde in jeder Filiale. Auch 2007 zahlte sich die konsequente Führung der Häusler-Gruppe aus. So konnte das Unternehmen trotz eines katastrophalen Branchenjahres seine Verkaufszahlen bei Opel mit 4 000 Neuwagen halten, bei Chevrolet (2006: 80, 2007: 250 Einheiten) und Honda (2006: 650, 2007: 850 Einheiten) ausbauen. Der Umsatz reduzierte sich auf 146 (2006: 166) Millionen Euro. Die Umsatzrendite von einem halben Prozent blieb stabil.

Um im Neuwagenverkauf möglichst hohe Deckungsbeiträge zu erzielen, setzt Häusler seit einigen Jahren auf ein starkes Einzelkundengeschäft. „Wir haben zwar in den achtziger und neunziger Jahren 10 000 Opel-Neufahrzeuge verkauft, aber darin waren viele wenig lukrative Großkunden- und Vermietgeschäfte enthalten“, sagt Müller.

Die Musik spielt im Aftersales

Das einstige Verhältnis von 60 Prozent Großkunden zu 40 Prozent Einzelkundengeschäfte drehte die Firma bewusst um. Überdies setzt Häusler heute mehr denn je auf das lukrative Aftersales-Geschäft. So machte der Umsatz im Service-, Teile- und Zubehörbereich 2007 immerhin satte 52,8 (2006: 49,2) Millionen Euro aus. Allein das regionale Stützpunktlager, das Häusler 2003 in München aufgebaut und ab 2005 in Unterschleißheim konzentriert hat, erwirtschaftete mit südbayerischen Opel-Händlern einen Teile- und Zubehörumsatz in Höhe von 25,0 (2006: 23,5) Millionen Euro.

In den kommenden Jahren wird Häusler diesen Bereich weiter massiv ausbauen. Zum Erfolg im Aftersales-Geschäft der Gruppe trägt laut Müller auch mehr und mehr das 2006 ins Leben gerufene freie Werkstatt- und Leistungszentrum bei. „Wir müssen Teile, Zubehör und Dienstleistungen künftig verstärkt dahin liefern, wo unsere Kunden sind“, sagt der Häusler-Geschäftsführer.

Eigene Internetniederlassung

Um auch im Gebrauchtwagenbereich Flagge zu zeigen, setzt die Häusler-Gruppe auf aktiven Zukauf. Vor allem im Internet sieht Müller großes Potenzial. „In Sachen World-Wide-Web haben wir noch viel vor“, bestätigt der Geschäftsführer.

Er kann sich gut vorstellen, künftig eine 14. Häusler-Dependance zur Internetniederlassung auszurufen, in der das Autohaus mit dem Kunden chattet. „Wir müssen rund um die Uhr für unsere Kunden da sein, denn das Internet wird als Verkaufsanbahnungsinstrument immer wichtiger“, betont Müller.

Sei es, wie es wolle: Das Haus Häusler richtet seine Standorte für die Zukunft aus. „Egal, ob ‚lebenslanger Ölwechsel’, das Autogas-Zentrum Bad Tölz oder die zwei eigenen Autogas-Tankstellen in Bad Tölz und Feldkirchen – wir setzen alles daran, den Kunden mehr denn je in allen Fragen der Mobilität an unsere Häuser zu binden“, resümiert Peter Müller. Nur dann könne in einem weiter stagnierenden Gesamtmarkt auch morgen noch eine erfolgreiche Firmengeschichte geschrieben werden.

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