Werkstattausrüster Harald Schneider sen. verstorben

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

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Bereits Ende Juli verstarb Harald Schneider, Seniorchef des Werkstattausrüsters AHS Prüftechnik aus Ganderkesee bei Bremen. Er wurde fast 92 Jahre alt. Ein Nachruf.

AHS-Seniorchef Harald Schneider verstarb am 26. Juli im Alter von fast 92 Jahren.(Bild:  AHS Prüftechnik)
AHS-Seniorchef Harald Schneider verstarb am 26. Juli im Alter von fast 92 Jahren.
(Bild: AHS Prüftechnik)

Erst 14 Jahre alt war Harald Schneider, als er in das Werkstattunternehmen seines Vaters einstieg. „Früh hat er gelernt, viel und hart zu arbeiten“, sagt Dr. Janna Schneider über ihren Vater. Aus dieser Praxis heraus entstand der Gedanke, Brems- und Leistungsprüfstände zu entwickeln und zu bauen, für die der Werkstattausrüster AHS Prüftechnik heute weltweit bekannt ist.

Erste Prüfstände entstanden 1956 für den Eigenbedarf. Die steigende Nachfrage von extern sorgte dafür, dass man Anfang der Sechzigerjahre die Werkstatt schloss und sich auf den Bau von Prüfständen konzentrierte. Laut Unternehmensangaben war AHS der erste Werkstattausrüster, der zur Leistungserfassung Wirbelstrombremsen verwendete. Erstmals öffentlich präsentiert wurde ein solcher Leistungsprüfstand 1969 auf der Münchener Handwerksmesse.

Während der Automechanika 1982 folgte die Vorstellung des ersten computergestützten Prüfstands. Nach dem politischen Umbruch in der DDR wurde die Niederlassung Wildau südlich von Berlin geplant und errichtet. Heute umfasst das Angebotsspektrum von AHS rund 320 Produkte bis hin zu Prüftechnik für Baumaschinen. Die Umsetzung von Kundensonderwünschen spielt dabei eine große Rolle.

Ebenfalls eine Art Sonderwunsch, nämlich eigene Erfahrungen mit dem Verhalten von Allradfahrzeugen auf Rollenbremsenprüfständen zu sammeln, führte den Autor Ende der Zweitausenderjahre an den damaligen AHS-Firmensitz Delmenhorst. Hierfür stellte Harald Schneider einen ganzen Tag lang die eigene Erprobungswerkstatt zur Verfügung.

Seit 2016 fungieren seine Kinder Dr. Janna und Harald Schneider jun. als geschäftsführende Gesellschafter des Werkstattausrüsters, der heute seinen Sitz in Ganderkesee hat.

„Über sein langes berufliches Wirken hinaus hat sich Harald Schneider bis ins hohe Alter aktiv für technische Innovationen und die Vertretung gemeinsamer Brancheninteressen innerhalb des ASA-Bundesverbands engagiert. Bis vor wenigen Jahren hat er dazu persönlich an Gremiensitzungen des Verbands teilgenommen und sein Fachwissen eingebracht“, ist in einem Nachruf auf der Website des Werkstattausrüsterverbands ASA zu lesen.

„Seine Firmen waren sein Leben, Zeit für andere Tätigkeiten hatte er nicht“, erklärt Dr. Janna Schneider gegenüber »kfz-betrieb«. „Sein einziges Hobby war seit den Siebzigerjahren die Fliegerei. Er hatte eine Privatpilotenlizenz und ein Flugzeug, was er bis vor wenigen Jahren noch flog.“ Harald Schneider sen. starb am 26. Juli, kurz vor seinem 92. Geburtstag, im Kreis seiner Kinder und Enkel.

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