Herstellermarkierte Reifen: Alles auf Maß

Autor / Redakteur: Das Gespräch führte Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Wohl kein anderer Hersteller betreibt einen solchen Aufwand für ein möglichst perfektes Fahrverhalten wie Porsche. Das gilt selbst für Oldtimer, erklären Dr. Carsten Hoffmann (re., Entwicklung) und Hardy Strobel (Ersatzmarkt).

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Hardy Strobel (li.), Leiter Geschäftsfeld Reifen der Porsche AG, und Dr. Carsten Hoffmann, Leiter Reifenentwicklung bei der Porsche AG.
Hardy Strobel (li.), Leiter Geschäftsfeld Reifen der Porsche AG, und Dr. Carsten Hoffmann, Leiter Reifenentwicklung bei der Porsche AG.
(Bild: Porsche)

Redaktion: Porsche legt sehr großen Wert auf speziell entwickelte Reifen für seine Autos. In welchen Eigenschaften unterscheiden sich Porsche-Reifen von anderen Produkten?

Dr. Carsten Hoffmann: Einen Porsche-Reifen kennzeichnen folgende Eigenschaften: plausible und lineare Fahrzeugreaktionen, Performance-orientierte, fahrsichere Balance bis in den Grenzbereich, hohe Heckstabilität, Lenkpräzision und direktes Lenkverhalten. Der Aufbau des Reifens, um diese Eigenschaften zu erreichen, obliegt aber dem Lieferanten.

Was muss ein Reifenhersteller leisten, um Porsche-Lieferant zu werden?

Hoffmann: Um die N-Markierung zu erhalten, muss ein neuer Reifen nicht weniger als 33 Tests bestehen. Bei der Auswahl unserer Lieferanten legen wir aber auch Wert darauf, dass sie in der Serienproduktion über viele Tausend Reifen hinweg die Eigenschaften sicherstellen können, die der Entwicklungsreifen gehabt hat – auch wenn das Produkt Jahre später oder beispielsweise in einer anderen Fabrik produziert wird. Diese Anforderungen sind für manche Lieferanten eine große Hürde.