Hyundai-Handel: Die Stimmung ist getrübt

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Viele Baustellen, oftmals keine Einigung zwischen Händlerverband und Importeur: Es läuft nicht mehr rund im Hyundai-Netz. Hinzu kommen hausgemachte Probleme des Importeurs.

(Foto: Wehner)

Bei Hyundai läuft es derzeit nicht ganz rund. Seitdem der Hersteller den deutschen Importeur von der Emil-Frey-Gruppe übernommen hat, ist das Verhältnis zwischen Handel und Hyundai Motor Deutschland frostiger geworden. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung des Verbands der Hyundai-Vertragspartner Deutschland am Wochenende in Brühl deutlich.

„Die Zusammenarbeit mit Hyundai ist in einigen Bereichen anstrengender geworden“, fasste Vorsitzender Peter Schumann die Situation aus Sicht des Händlerverbands zusammen. Die Händlervertreter hätten derzeit so viel Arbeit wie lange nicht. Ständig gebe es neue Baustellen und bei einigen Themen komme man in den Gesprächen mit dem Importeur zu keiner Einigung. Das habe es früher seltener gegeben. Mit Sven Köhnen von der Kanzlei Graf von Westphalen hat der Verband inzwischen auch einen Rechtsanwalt eingebunden, der die Händlervertreter zu einigen Themen rechtlich berät.

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Ein wesentlicher Knackpunkt im Jahr 2013 waren die Händlerrichtlinien, die unter anderem die Bonusregelungen enthalten und die die Händler mit ihrer Unterschrift unter die Jahreszielvereinbarung bereits anerkannt haben, ohne die genauen Inhalte zu kennen. Der Volumenbonus wurde gekürzt, und der Importeur führte erstmals einen Kundenzufriedenheitsbonus zusätzlich ein. Der Verband bemängelte unter anderem die Berechnungsgrundlage des so genannten HGSI-Bonus (Hyundai Global Satisfaction Index).

Nachdem sich Hyundai Motor Deutschland mit dem Händlerverband zunächst nicht einigen konnte, veröffentlichte der Importeur die Richtlinien Ende Februar 2013 per Rundschreiben. In der Folge traten immer wieder Schwierigkeiten auf. Unter anderem wurden aufgrund eines Fehlers bei einem Dienstleister, der die Befragungen durchführt, Kunden nicht den richtigen Händlern zugeordnet und damit falsch angeschrieben. Das führte zu immer neuen Verhandlungen zwischen Verband und Importeur. Eine Einigung gibt es bislang nicht.

Auf der Jahreshauptversammlung sprachen sich die anwesenden Hyundai-Partner per Votum mehrheitlich dafür aus, den letzten Kompromissvorschlag von Hyundai Motor Deutschland nicht anzunehmen. Händler müssen ihre Ansprüche gegebenenfalls selbst geltend machen. Vertreter des Importeurs kündigten auf der Veranstaltung an, die Einzelfälle zu prüfen.

Fehlerhafte Rechnungen, verzögerte Bonuszahlungen

Für zusätzliche Probleme sorgte eine Softwareumstellung beim Importeur zur Jahresmitte. So hatten die Hyundai-Händler mit fehlerhaften Rechnungen und verzögerten Bonuszahlungen zu kämpfen. „Für die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, gibt es nur einen Begriff: katastrophal“, sagte Schumann. Nach wie vor seien viele Schwierigkeiten nicht gelöst. „Wenn alle Probleme abgearbeitet sind, wird uns das neue System sicher nach vorn bringen. Aber bis dahin muss viel bewegt werden“, sagte Schumann.

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