235164, 226648 Hyundai-Partner beklagen Re-Import-Anteil

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Nach dem Umweltprämienboom müsste die Stimmung gut sein im Hyundai-Netz. Wäre da nicht der hohe Anteil von EU-Fahrzeugen. Auf ihrer Jahreshauptversammlung forderten die Händler Abhilfe.

Licht und Schatten auf der Jahreshauptversammlung des Verbands der Hyundai-Vertragspartner Deutschland: Einerseits können sich die Händler über das erfolgreichste Jahr in der Geschichte von Hyundai in Deutschland freuen. Mit 81.400 Neuzulassungen von Januar bis Oktober erreichte die koreanische Marke einen Marktanteil von 2,5 Prozent Andererseits hat der Handel mit einem ungewöhnlich hohen Re-Import-Anteil von zuletzt 35 Prozent zu kämpfen.

„Hyundai-Fahrzeuge werden verramscht und fast schon an jeder Imbissbude angeboten“, sagte der Vorsitzende des Hyundai Händlerverbands, Peter Schumann, am Samstag in Bremen. Die Situation sei so nicht hinnehmbar und für viele Händler existenzbedrohend.

Schumann kritisierte vor allem die schlechte Auslieferungsqualität, die EU-Fahrzeuge häufig hätten. Oft gebe es keine Auslieferungsinspektion, so dass die Gefahr von beispielsweise Batteriepannen bestehe. Da EU-Fahrzeuge im Gegensatz zu regulären Fahrzeugen des deutschen Importeurs nicht über eine Mobilitätsgarantie verfügten, rutschten die betroffenen Modellreihen in der Pannenstatistik ab.

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„Das passt nicht zum Slogan ‚Qualität für alle’“, kritisierte Schumann. Hinzu komme, dass auch bei Garantiearbeiten an EU-Fahrzeugen zunächst Kosten anfielen. „Wenn ein Kunde erstmals kommt, dann ist allein der Aufwand, den Kunden anzulegen, mit 70 bis 100 Euro zu beziffern“, erläuterte Schumann.

Dem Handel sei bewusst, dass auch Hyundai Motor Deutschland betroffen sei und Geld verliere, so Schumann. Aber gerade deshalb sei es am Importeur, massiv beim Hersteller einzufordern, die Situation abzustellen.

Umweltprämie fördert Re-Importe

Hyundai-Deutschland-Chef Werner H. Frey zeigte Verständnis für den Ärger der Händler. Aufgrund der schwachen Märkte in ganz Europa seien außergewöhnlich viele Fahrzeuge in den dank Umweltprämie einzigen wachsenden Markt nach Deutschland geflossen. Frey kündigte an, das möglichste zu tun, um solche Geschäfte einzudämmen. So habe man beim Hersteller erreicht, dass alle Importeure aufgefordert werden, sich an die EU-Regeln zu halten und keine Fahrzeuge am autorisierten Handel vorbei zu verkaufen.

Generell versuche der Hersteller, die Preisharmonisierung voranzutreiben. „Wir würden gerne schnell etwas tun, aber wir können es nicht über Nacht abstellen“, sagte Frey. Gleichzeitig appellierte er an die Händler, Fahrer von EU-Fahrzeugen als willkommene Kunden zu sehen. „Vergessen Sie die Vergangenheit und betreuen Sie die Kunden gut“, sagte Frey.

Motivation für Jahresendspurt

Der Geschäftsführer gratulierte den Händlern zu dem guten Absatzergebnis 2009 und appellierte, zum Jahresendspurt nicht nachzulassen. Für das Gesamtjahr hat sich der Importeur 90.000 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 2,4 Prozent vorgenommen. Für das nächste Jahr kündigte Frey an, mindestens die zwei vor dem Komma beim Marktanteil halten zu wollen.

Keine Überraschungen gab es bei den Neuwahlen des Vorstands. Verbandsvorsitzender Peter Schumann und seine Vorstandskollegen Manfred Eggert, Christian Hülsemann, Peter Eisemann und Reinhard Hirsch wurden in ihrem Amt bestätigt.

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