Pkw-Neuzulassungen Im Privatmarkt fehlen 55.000 Einheiten – im Monat

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt zieht an, doch die Steigerungsraten verdecken, wie viele Einheiten im Monat zum Normalmarkt derzeit fehlen. Ein wesentlicher bremsender Faktor ist der extrem schwache Privatkundenmarkt.

Die Neuzulassungen steigen zwar, doch der Privatmarkt kommt nur sehr langsam zurück.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Neuzulassungen steigen zwar, doch der Privatmarkt kommt nur sehr langsam zurück.
(Bild: Grimm – VCG)

Das Wohl und Wehe des deutschen Automobilhandels hängt immer stärker vom Gewerbekundengeschäft ab. Wie aus der aktuellen Auswertung der Neuzulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, war das Geschäft mit den Firmen- und Flottenkunden im April mit deutlichem Abstand der wichtigste Vertriebskanal. Die Entwicklung des Privatmarkts blieb deutlich hinter dem Aufwärtstrend des Gesamtmarkts zurück.

Der Auswertung der Daten des Kraftfahrt-Bundesamts zufolge legte der Flottenmarkt im April um 28,6 Prozent zu, während die Neuzulassungen insgesamt um 12,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchsen. Damit hat das Geschäft mit Gewerbetreibenden in etwa wieder das Volumen von vor der Pandemie erreicht, berichten die Dataforce-Analysten. Das ist durchaus bemerkenswert, denn dem Gesamtmarkt fehlten im April noch rund 100.000 Neuzulassungen – das ist etwa ein Drittel des Vor-Corona-Volumens.

Ein guter Teil dieses Verlustes ist im Privatkundenmarkt aufgelaufen. Im April der Jahre 2018 und 2019 kamen jeweils gut 120.000 Neuwagen durch Privatzulassungen auf die Straßen. Im zurückliegenden Monat waren es dagegen nur 66.000 Einheiten – also 55.000 Stück weniger! Für die weitere Entwicklung ist das ein grundsätzliches Problem, denn die Gründe für die nachlassende Privatnachfrage liegen ja tiefer. Die immer wieder genannten Ursachen – hohe Inflation, wirtschaftliche Unsicherheiten und Ukrainekrieg – werden das Konsumklima noch länger negativ beeinflussen. Und der Handel beklagt schon länger einen stark nachlassenden Auftragseingang.

Interessanterweise haben Hersteller und auch die Händler bislang noch nicht signifikant auf die schrumpfende Kauflust der Privatkunden reagiert. Zwar sind die Eigenzulassungen der Hersteller im April leicht gestiegen – 5,1 Prozent sind aber noch kein klares Signal, insbesondere da auch die Stückzahlen der Herstellerzulassungen derzeit noch etwa 12.000 Einheiten unter dem Vor-Corona-Wert liegen. Die Eigenzulassungen des Handels sind im April sogar um 9,65 Prozent geschrumpft. Insgesamt war im April nur jede fünfte Erstzulassung (20,3 %) eine Eigenzulassung.

Weiter einen starken Aufwärtstrend erlebt dagegen das Vermietergeschäft. Im abgelaufenen Monat wurden 42 Prozent mehr neue Mietwagen angemeldet als im Vorjahresmonat. Doch auch hier kann der Vorjahresvergleich täuschen. 2022 erreichten nur wenige Fahrzeuge die Vermieter. Angesichts des großen Nachholbedarfs liegen hohe Steigerungsraten auf der Hand. Dennoch liegen auch die Vermieterzulassungen noch immer ein Drittel unter dem Vor-Corona Niveau.

Transportermarkt ist noch unterdurchschnittlich

Für den Transportermarkt hat Dataforce 35.562 Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities ermittelt. Das entspreche einem Zuwachs von 8 Prozent zum schwachen April 2022, heißt es in der Auswertung. Damit kann dieses Marktsegment nicht recht von der hohen gewerblichen Nachfrage profitieren, die in diesem speziellen Segment auch nur 10,3 Prozent zulegte.

Die privaten Transporterzulassungen gaben dagegen um 9,6 Prozent nach. Der Fahrzeugbau ließ 53 Prozent mehr Transporter zu. Angesichts des geringen Volumens (1.331 Stück) kann es hier leichter zu größeren prozentualen Veränderungen kommen. Der Fahrzeughandel bewegte sich mit einem Plus von 5 Prozent deutlich näher am Vorjahresniveau, während die Autovermieter auch bei den Transportern stark aufstockten (+39 %).

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