Elektromobilität Immer mehr Ladepunkte treffen auf sinkende Fahrzeugpreise

Von sp-x/gr 2 min Lesedauer

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Trotz der Diskussion um den Ausstieg aus dem Verbrenner-Aus wächst der Druck auf die Automobilbranche, den E-Anteil zu erhöhen. Neue Lade-Ideen, eine dichtere Infrastruktur und sinkende Preise dürften der Antriebstechnik weiteren Schub geben.

Ladebordsteine sollen recht einfach die Ladeinfrastruktur verbessern. Die Notwendigkeit wächst, da sich E-Autos weiter verbreiten.(Bild:  Rheinmetall)
Ladebordsteine sollen recht einfach die Ladeinfrastruktur verbessern. Die Notwendigkeit wächst, da sich E-Autos weiter verbreiten.
(Bild: Rheinmetall)

Fragen zur Reichweite und Ladeinfrastruktur stehen vor der Anschaffung eines E-Autos traditionell weit oben auf der Sorgenliste. Doch im Alltag verlieren sie an Bedeutung, ergab eine Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter knapp 3.000 E-Auto-Fahrern. Sicher gibt es noch Ladelücken. Doch weiße Flecken ohne Ladepunkte existieren in Deutschland fast nicht mehr, zeige eine Studie des Marktanalysten Elvah. Am schwierigsten sei die Lage noch in Mecklenburg-Vorpommern, wo der mittlere Weg zur nächsten Schnellladestation gut 4,5 Kilometer betrage. Das Tankstellennetz ist auf dem Land ehrlicherweise aber auch nicht dichter. 

Als ausbaufähig gilt die Ladeinfrastruktur noch in städtischen Wohngebieten. Über die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zur Miete. Bewohner von Mietshäusern hätten oft noch keine Möglichkeit, ein E-Auto zuhause zu laden, kritisiert der Bundesverband Neue Mobilität (BNM). Auch die Organisation Transport & Environment fordert einen gezielteren Ausbau von Ladeinfrastruktur bei Mehrfamilienhäusern. Derzeit übersehe die Bundesregierung Millionen Haushalte beim privaten Laden. 

Statt in Mietshäusern für viel Geld private Ladesäulen zu installieren, ließen sich öffentliche Ladepunkte mehr nutzen. Schaut man in städtische Wohngegenden, werden vorhandene Ladesäulen genutzt, ausgelastet sind viele aber nicht. An den Autobahnen sind Ladeparks besser besucht, Gedränge gibt es dort aber auch selten. 

Schub für Ladebordstein-Technik

Hinsichtlich der öffentlichen Ladeinfrastruktur kommt ein Unternehmen wieder ins Spiel, das derzeit mehr durch Rüstungsprojekte auf sich aufmerksam macht: Rheinmetall. Schon im Jahr 2022 hatte das Unternehmen seine Ladebordstein-Technik vorgestellt. Das sind letztlich Ladepunkte am Gehsteig, an der Bordsteinkante, die sich wegen ihres geringen Platzbedarfs und unauffällig ins Stadtbild integrieren lassen. In die Module sind Typ-2-Steckdosen für Wechselstrom integriert, die bis zu 22 Kilowatt Leistung liefern können.

Die Bordsteine können direkt beim Bau einer Straße in Form von Dummys integriert werden. Bei Bedarf wird das Elektronikmodul in wenigen Minuten nachgerüstet. Das Konzept soll vor allem in Innenstädten zum Einsatz kommen, eignet sich aber auch für die Parkplätze von Firmen oder Mehrfamilienhäusern. Um die Technik voranzubringen, kooperiert Rheinmetall mit dem Ladeinfrastruktur-Dienstleister Tank-E.

Sinkende Preise für E-Autos

Die Nachfrage könnte in näherer Zukunft deutlich steigen, denn die Preise für Elektroautos sind 2025 in Europa erstmals seit Jahren gesunken. Der durchschnittliche Verkaufspreis batterieelektrischer Pkw lag mit 42.700 Euro um 1.800 Euro unter dem Vorjahreswert (-4 %), wie eine Studie der Umweltorganisation Transport & Environment ergeben hat.

Im Kleinwagensegment betrug das Minus sogar 13 Prozent, was rund 4.600 Euro entsprach. Hier könnten die Preise durch den wachsenden Konkurrenzdruck, etwa ausgelöst vom Marktstart der „Urban Electric Car“-Familie des Volkswagenkonzerns, weiter ins Rutschen geraten.

Nach Einschätzung der Organisation ist das kein Zufall, sondern eine Folge des regulatorischen Drucks. Bezahlbare Elektroautos mit Einstiegspreisen unter 25.000 Euro hätten ihren Absatzanteil 2025 von drei auf sechs Prozent verdoppelt. Dieser veränderte Modellmix allein habe den Durchschnittspreis bereits deutlich gedrückt. Hinzu kämen sinkende Kosten der Elektro-Komponenten sowie Skaleneffekte in der Produktion.

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