Messe In Bremen ist Musik

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Kein Märchen, sondern die Wahrheit: Die Bremen Classic Motorshow verzeichnet in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord. Vor allem der Handel mit nicht-hochpreisigen Young- und Oldtimern und die Jugend-Projekte kamen gut bei den Besuchern an.

Anders als auf anderen Oldtimermessen: junge Menschen beim Live-Zylinderkopfschrauben auf der Bremen Classic Motorshow.(Bild:  Dominsky – VCG)
Anders als auf anderen Oldtimermessen: junge Menschen beim Live-Zylinderkopfschrauben auf der Bremen Classic Motorshow.
(Bild: Dominsky – VCG)

Der alte Esel soll verkauft werden. Deshalb flieht er und will Stadtmusikant in Bremen werden. Unterwegs trifft er nacheinander auf den Hund, die Katze und den Hahn. Auch diese drei sind schon alt und sollen sterben. Das Märchen der Gebrüder Grimm, die „Bremer Stadtmusikanten“, steht sinnbildlich für die seinerzeit im Dienst bei der Herrschaft alt gewordenen, abgearbeiteten und durch den Verlust an Leistungskraft nutzlos gewordenen Knechte und Mägde.

Im heutigen Leben könnten sie auch für so manches Nichtmenschliches, genauer gesagt so manchen Gegenstand einer modernen Konsumgesellschaft stehen. Beispielsweise für Autos. Motto: Nach 10, 15 Jahren ausgedient und weg damit. Doch zum Glück gibt es Menschen, die das anders sehen. Menschen, die Altes bewahren, weil es erstens immer noch gut für ein Weiterleben ist und zweitens Teil unserer Geschichte ist.

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Solchen Young- und Oldtimerliebhabern bietet besagte Musikantenstadt regelmäßig eine Herberge. Seit 2023 verwandeln sich die Bremer Messehallen alljährlich Ende Januar zum Mekka für „echte“ Oldiefans. Heißt: Statt Hochglanz-Preziosen im sechs- und siebenstelligen Bereich bekommen Besucher hier bekannte Brot-und-Butter-Autos im vier- und fünfstelligen Bereich serviert; statt Sekt und Hummerschwanz gibt’s Pils und Grünkohl mit Pinkel.

Und das kommt an. Exakt 46.713 Altautoverrückte zählte die Bremen Classic Motorshow in diesem Jahr. „Nie waren mehr Gäste bei der Messe. Das dritte Jahr in Folge hält die Bremen Classic Motorshow (BCM) damit ihre Besucherzahlen auf höchstem Niveau (2024: 45.740, 2023: 46.407)“, frohlockt das Team um Projektleiter Frank Ruge. Auch wenn die 2024er-Zahl quasi der in den beiden Vorjahren entspricht, so ist das dennoch eine mehr als reife Leistung.

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„Oldtimermesse ist kein Selbstläufer“

Wie zufrieden sind Sie mit der 23. Bremen Classic Motorshow (BCM)?

Frank Ruge: Wir sind sehr zufrieden. Mit unserem aktuellen Besucherrekord sind wir bereits drei Jahre in Folge auf dem höchsten Niveau. Dass unsere Aussteller trotz der anhaltenden schwierigen wirtschaftlichen Situation mehr Verkäufe (insbesondere im Autohandel) realisieren konnten, stimmt uns optimistisch für die Zukunft. Begeistert hat uns, dass wir im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr jüngere Besucher hatten. Und, wie so oft hier in Bremen, haben wir mal wieder erlebt, dass die Stimmung auf der Messe besonders gut war.

Anders als andere große Oldtimermessen hierzulande erfährt die BCM keinen Popularitätsverlust. Was ist das Geheimnis des Erfolgs?

Wir hören zu, was die Szene bewegt, und haben den Mut, neue Ideen und Impulse zu setzen – zusammen mit unseren Ausstellern. Die BCM ist ein beliebter und anerkannter internationaler Treffpunkt zu Beginn des Jahres. Somit sind wir auch Barometer und Trendsetter des Marktes.

Ist eine gute Oldtimermesse ein Selbstläufer?

Das denke ich nicht. Uns gibt es jetzt seit 23 Jahren. Die Zeit bringt immer wieder neue Herausforderungen, sei es im Markt oder in der Teilnehmerstruktur einer Messe für klassische Fahrzeuge.

Was denken Sie: Werden die besagten großen Messen in ihrer bekannten Form/Größe überleben können?

Das wünschen wir unseren Mitbewerbern. Wir wissen alle, dass wir mit der Zeit gehen müssen, um zu bestehen. Und dass es – neben dem eigenen Gespür für Trends und neue Themen – unabdingbar ist, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Aussteller und Besucher zu erkennen und sie zu begeistern.

Frank Ruge ist Projektleiter für die Bremen Classic Motorshow(Bild:  Jan Rathke)
Frank Ruge ist Projektleiter für die Bremen Classic Motorshow
(Bild: Jan Rathke)

Mit frischen Ideen gegen den Trend

Denn während den beiden größten Classic-Car-Messen immer mehr Aussteller und Besucher abhandenkommen, stemmt sich die BCM erfolgreich gegen diesen Trend, hält die eigene Fahne erfolgreich im Wind. Das gelingt ihr unter anderem mithilfe regelmäßig frischer Ideen. So versucht das Team der Messe immer wieder, Impulse und Trends zu erspüren und in die Veranstaltung einfließen zu lassen. „Wir verstehen uns als Teil der Szene“, erklärt Ruge. So fand der im vergangenen Jahr eingeführte Nachwuchsbereich, in dem junge Oldtimer-Enthusiasten ihre Leidenschaft präsentierten, erneut großen Anklang und hat sich damit als fester Bestandteil der Bremen Classic Motorshow etabliert.

Und tatsächlich: Wo bei anderen Messen die U-30-Fraktion absolute Mangelware ist, ist sie in Bremen sicht- und wahrnehmbar. Gerade bei ihr punkteten Sonderschauen und Themenbereiche wie „High-Performance-Cars aus Japan“, „Motorräder der 80er-Jahre“ und die „Modern Classics“. Und auch das mit bezahlbaren Klassikern (größtenteils von Privatanbietern) voll gefüllte Parkhaus der Messe unterstreicht das Prinzip der Bremen Classic Motorshow, eine Oldtimermesse für echte Oldtimerfans zu sein.

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