Die Autohaus-Gruppen Süverkrüp und Sternpartner haben sich mit TÜV Nord, Alpha Online und Catch Photo zu einer Entwicklungspartnerschaft zusammengeschlossen. Das Ziel: Mehr Effizienz und Transparenz im Hereinnahme- und Bewertungsprozess.
Mit einem OBD-Dongle können verschiedene Gutachten generiert werden, etwa der State of Health bei Elektroautos.
(Bild: Simon – VCG)
Vor gut zweieinhalb Jahren trafen Michael Skule Langbehn, Verkaufsleiter Pkw Gebrauchtwagen bei der Süverkrüp-Gruppe, und Guido Oevermann, in analoger Funktion bei der Sternpartner-Gruppe tätig, aufeinander. Im Gespräch stellten sie fest, dass sie bezüglich der Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen im Gebrauchtwagenhandel in ähnliche Richtungen dachten. Beide trieb unter anderem die Frage um, wie man bei der Hereinnahme von Fahrzeugen tiefer in deren Inneres blicken und den Zustand der Elektronik besser nachweisen kann.
Das Thema gewinnt aus mehreren Gründen an Relevanz. Zum einen müssen Autohäuser seit dem Eintreten des neuen Kaufrechts 2022 bei Mängeln in den ersten 12 Monaten beweisen können, dass diese erst nach dem Verkauf des Fahrzeugs entstanden sind. Gleichzeitig werden Fahrzeuge zunehmend komplexer. Moderne Autos haben teils mehr als 100 Steuergeräte an Bord, die ausgelesen werden müssen. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge immer länger gehalten werden und mehr Vermarktungszyklen durchlaufen.
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Entwicklungskooperation für effiziente Prozesse
Langbehn und Oevermann beschlossen, sich zusammenzutun, um an effizienten Prozessen zu arbeiten und Risiken bei der Hereinnahme zu minimieren. Langbehn hatte in dem Zuge bereits Rohlinge für OBD-Stecker aus Australien bestellt, bis er feststellte, dass der TÜV Nord einen entsprechenden Dongle schon mehr oder weniger fertig im Angebot hat. Süverkrüp und Sternpartner wurden Entwicklungspartner für das Fahrzeuginspektionssystem der Prüforganisation. Außerdem beteiligten sich Alpha Online mit dem Alpha Controller sowie der App-Anbieter Catch Photo an der Entwicklungskooperation.
Der Hereinnahmeprozess sieht verschiedene Schritte vor. In der Regel steht am Anfang eine KI-gestützte Anlage von Fahrzeug und Kunde im Alpha Controller. Über einen Scan des Fahrzeugscheins werden automatisch Daten wie die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) erfasst. Wenn Ausstattungsmerkmale nicht identifiziert werden können, zum Beispiel die Art des Sitzpolsters, dann erscheint im System ein Pop-up-Fenster, dass die Information nachgereicht werden muss. Für die Aufnahme von Fahrzeugfotos wird im Alpha Controller ein QR-Code erstellt. Mithilfe von Silhouetten wird der Fotograf durch den Prozess geleitet – Kunden können die Fotos somit auch selbst aufnehmen, wenn sie nicht im Autohaus sind. Die Bilder werden dann in den Alpha Controller eingespielt.
Hinweise auf Tachomanipulation und gelöschte Fehlerspeicher
Im ersten Schritt sei der Prozess bewusst schlank gehalten, da viele Kunden bei Inzahlungnahmen einfach schnell einen ersten Preis erfahren wollen. Ist das Fahrzeug vor Ort, erfolgt im nächsten Schritt die Begutachtung durch Mitarbeiter oder externe Gutachter. Dann kommt der OBD-Dongle zum Einsatz. Die Daten und Informationen, die über ihn angefragt werden, laufen als Gutachten in den Alpha Controller ein. Beispielsweise können die hinterlegten Kilometerstände aller Steuergeräte abgefragt werden. Werden dabei Unstimmigkeiten entdeckt, kann das Hinweise auf Tachomanipulation oder auf versteckte Schäden geben. Erkannt werden kann auch, ob der Fehlerspeicher gelöscht worden ist.
Bei Elektroautos können über den Dongle Batteriezertifikate erstellt werden. Dabei werden drei Ausführungen ausgespielt: Ein technisches Zertifikat mit tieferen Zustandsinformationen für die interne Speicherung und Beurteilung der Batterie, ein Zertifikat mit FIN und herausgestelltem SOH-Wert, das dem Kunden nach Fahrzeugkauf ausgehändigt werden kann sowie ein Batteriezertifikat ohne FIN. Von Letzteren kann Catch Photo automatisch ein Foto für die Fahrzeugbörsen erstellen. Grundsätzlich werden alle Daten und Berichte auch direkt in das Verkaufssystem der Händler übertragen.
Was den Prozess unter anderem auszeichnet, ist seine Flexibilität. Beispielsweise kann auch zuerst die Diagnose über den Dongle erfolgen und erst danach das Fahrzeug im Alpha Controller angelegt werden.
Hilfreich sei zudem, dass eine KI auf Daten aller Fahrzeuge zugreifen kann, die bislang mit dem Alpha Controller bewertet wurden. Das System wertet die Daten aus und nennt automatisch typische Mängel, die beim gerade zu bewertenden Modell besonders häufig auftreten. Gerade bei Fremdfabrikaten sei das eine große Unterstützung.
Das komplette Projekt sei ganzheitlich gedacht und unterstütze Mitarbeiter im Autohaus an verschiedenen Stellen. Verkäufer haben mit den Gutachten bessere Argumente, es gebe weniger Reklamationen und die Werkstatt profitiert von den Informationen zum Fahrzeugzustand.
Zum ganzheitlichen Ansatz gehört auch die Offenheit des Projekts. Nicht nur Sternpartner und Süverkrüp können das System nutzen, es steht auch anderen Händlern zur Verfügung. „Alles, was wir tun, ist markenunabhängig“, betont Langbehn. Auch andere Prüforganisationen könnten mit dem Dongle arbeiten und verschiedene DMS-Anbieter können angeschlossen werden, sofern sie dafür offen sind. In Zukunft soll das System zudem stetig weiter entwickelt und um Funktionen erweitert werden.
Stand: 08.12.2025
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Außergewöhnlich an dem Projekt ist, dass sich mit Süverkrüp und Sternpartner zwei Autohaus-Gruppen zusammengetan haben, die beide in Norddeutschland Mercedes-Benz vertreten und damit durchaus in Konkurrenz zueinander stehen. „Wir sind geografisch nicht weit auseinander und kämpfen um die Kunden“, sagt Oevermann. Trotzdem habe man erkannt, dass durch eine Zusammenarbeit kein Beteiligter Schaden nimmt. Im Gegenteil, man inspiriere sich gegenseitig und stelle sich neue Fragen, sind Langbehn und Oevermann überzeugt. Man könne außerhalb seiner eigenen Möglichkeiten wachsen. „Wir wollen ein Signal senden: Macht nicht immer euer eigenes Ding. Sucht euch Partner“, sagt Oevermann. Es gebe innerhalb der Branche eine immer höhere Bereitschaft, sich zu öffnen.
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