Innung Frankfurt/Oder Mitte: Kritische Themen brauchen politische Klarheit

Von Holger Zietz

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Die weitere Entwicklung der Themenkomplexe Diesel, Schadstoffemissionen und Hauptuntersuchung braucht klare Ansagen. Das ist aber nur mit einer starken Regierung möglich, stellt Obermeister Jörg O. Richter klar. Alles andere sorgt für Verunsicherung.

Jörg O. Richter, Obermeister der Kfz-Innung Frankfurt/Oder-Mitte.(Bild:  Zietz/»kfz-betrieb«)
Jörg O. Richter, Obermeister der Kfz-Innung Frankfurt/Oder-Mitte.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Zwar läuft die Wirtschaft rund, aber fehlende gesetzliche Vorgaben sorgen bei Verbrauchern für Verunsicherung. „Wir brauchen schnell eine starke und handlungsfähige Bundesregierung“, forderte Jörg O. Richter bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Frankfurt/Oder-Mitte. Aus Sicht des Obermeisters sind manche Themen so brisant, dass sie das Aufschieben der Entscheidung durch eine kommissarische Regierung nicht zulassen.

Dazu gehört sicherlich das Diesel-Thema, das derzeit die Branche beherrscht. Bei vielen Händlern stehen die Höfe voll mit gebrauchten Euro-5-Dieselfahrzeugen. Jeder zweite Händler bildet Rückstellungen für drohende Verluste. Aber auch die gesetzlichen Bestimmungen zur Hauptuntersuchung und zu Schadstoffgrenzwerten bergen aus Sicht des Obermeisters viel Zündstoff für die beteiligten Parteien.

Kein Wunder, dass Richter mit gemischten Gefühlen ins nächste Jahr blickt. Zwar versprechen die wirtschaftlichen Daten weiterhin einen hohen Neuwagenabsatz, aber über den Händlern schwebt das Diesel-Thema wie ein Damokles-Schwert: „Auch wenn Experten ein gutes Jahr 2018 prognostizieren – für den Handel ist das nicht sicher“, sagt Richter.

Anders sieht es in den Werkstätten aus: Bisher läuft das Geschäft gut. „Das wird auch im nächsten Jahr so sein“, ist der Obermeister überzeugt. „Der Service vor Ort ist noch immer nötig, das Internet ersetzt ihn bisher nicht!“

Daher sind in der Werkstatt qualifizierte Mitarbeiter gefragt. „Lebenslanges Lernen ist schon immer wichtig gewesen – und daran ändert sich auch in Zukunft nichts“, stellt Richter klar. Schließlich werden die Fahrzeuge immer komplexer. „Bereits bei Auszubildenden muss die Einstellung zum lebenslangen Lernen verankert werden“, so Richter. Autohäuser und Werkstätten haben zuletzt wieder mehr ausgebildet. Mit 75 erfolgreichen Absolventen ist die Kfz-Innung zuletzt auf einem neuen Zehn-Jahreshoch angekommen. Dennoch blieben auch in diesem Jahr Lehrstellen unbesetzt.

Dies wirkt sich entsprechend aus: Die Autohäuser und Werkstätten in der Region bekommen den Fachkräftemangel bereits deutlich zu spüren. Toralf Krause, Lehrlingswart der Innung, begründet dies mit mangelnder Ausbildungseignung vieler Bewerber. Hinzu komme eine steigende Zahl von Lehrabbrüchen. Dafür hat Krause eine Erklärung: „Den jungen Menschen fehlt es oft am Leistungswillen, sie überstehen die Probezeit nicht.“ Umso mehr freut sich der Lehrlingswart über jeden Azubi, der seine Ausbildung mit der Note „gut“ abschließt. Ein echter Lichtblick war die Winterprüfung: Sechs Azubis bestanden ihre Prüfung mit der Note gut.

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