Iveco-Händlerverband lehnt Vertragsentwurf ab

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Eigentlich wollte Iveco die neuen Händlerverträge europaweit vereinheitlichen. Jetzt sieht es so aus, als ob die deutschen Händler vergleichsweise restriktiv behandelt werden sollen.

(Foto: Archiv)

Der Iveco-Händlerverband lehnt den jüngsten Entwurf des Importeurs für einen neuen GVO-konformen Partnervertrag ab. Dies sagte Verbands-Geschäftsführerin Antje Woltermann am Montag im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Wir können nicht akzeptieren, dass die deutschen Händler mit dem neuen Vertragswerk schlechter gestellt werden als ihre Kollegen in den anderen EU-Staaten“, erläuterte Woltermann.

Unter anderem sind die Händlervertreter mit den enthaltenen Regelungen zur Möglichkeit der Übertragung des Vertrags sowie mit den Passagen zum Mehrmarkenvertrieb nicht einverstanden. Letztere würden „die schlechteste Regelung zum Thema Mehrmarkenvertrieb der deutschen Automobilbranche“ darstellen.

Ursprünglich hatte Iveco Deutschland den Partnern angekündigt, den in der italienischen Konzernzentrale für alle EU-Märkte einheitlich ausgestalteten Vertrag für Deutschland weitestgehend übernehmen zu wollen. Darauf hatte sich der Iveco-Partnerverband auch vorbereitet. Dann übermittelte der Importeur im Vorfeld eines gemeinsamen Gesprächs in der vergangenen Woche jedoch kurzfristig ein in zahlreichen Punkten erneut angepasstes Vertragswerk, das die Stellung der deutschen Handelspartner im Vergleich zu den Händlern in den anderen EU-Staaten laut Woltermann „drastisch verschlechtern“ würde.

Der Verband habe die Gespräche daraufhin abgebrochen.

Weder die Iveco-Pressestelle noch die Händlernetzentwicklung des Importeurs waren am Montag für eine Stellungnahme zu erreichen.

Iveco hatte im Vorfeld der neuen GVO die Händlerverträge am 27. Mai letzten Jahres mit zweijähriger Frist gekündigt. Händlernetzentwicker Rudi Maier hatte zum damaligen Zeitpunkt versichert, dass sich die alte und die neue Regelung inhaltlich im Wesentlichen dadurch unterscheiden würden, dass künftig alle Konzernmarken und Modelle über einen einzigen Vertrag geregelt werden sollten. Außerdem sei eine europäische Vereinheitlichung sowie eine Anpassung an die neue GVO geplant.

Das deutsche Iveco-Händlernetz umfasst derzeit 24 Handels- und 375 Servicebetriebe.

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