Japan-Sportwagen: Schnell und wild

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Genug Sport-Geschichte geschrieben hatten die fünf Marken also bereits, als sie vor 20 Jahren den ersten ernsthaften Angriff auf die Bastionen von Porsche, Jaguar oder Corvette wagten. Wichtigstes Ziel war zwar die Eroberung von Amerika als weltweit größtem Sportwagenmarkt, Prestige konnten die Japaner aber nur in Europa gewinnen – dem vermeintlichen Hochgeschwindigkeitsparadies und der Heimat fast aller schnellen Kultmarken.

Trotz Top-Technik wenig beliebt

Speerspitze der notorisch unterschätzten Asiaten war der Honda NSX. Die Mittelmotor-Fahrmaschine mit Karosserie und Chassis aus Aluminium war 1990 eine Weltneuheit. Unternehmensgründer Soichiro Honda und Formel-1-Legende Ayrton Senna hatten die Feinabstimmung des Fahrwerks vorgenommen, vielleicht um sich für den frisch erworbenen Weltmeistertitel in der Königsklasse des Motorsports zu belohnen.

Tatsächlich machte die 1,16 Meter flache Flunder erstmals Grand-Prix-Technik voll alltagstauglich, immerhin erreichte der bis zu 274 km/h schnelle NSX mit seinem hochdrehenden Sechszylinder problemlos Laufleistungen weit jenseits der 200.000-Kilometer-Marke.

Dennoch fand der weitgehend in Handarbeit gefertigte NSX in 15 Jahren nur 17.600 Fans, davon lediglich 271 in Deutschland, dabei hatte Honda doch zunächst mit 6.000 NSX pro Jahr kalkuliert. Gescheitert war der Überflieger mit variabler Ventilsteuerung und Drive-by-Wire-Gaspedal nicht an Listenpreisen fast auf Ferrari-Niveau von bis zu 180.000 Mark, sondern an zu viel Perfektion und fehlendem Prestige.

Auch der Nissan 300 ZX Twin Turbo war genau aus diesen Gründen eine stumpfe Waffe in Europa. Hinzu kam allerdings, dass der Nissan Z bis dahin einen Ruf als erschwinglicher Großseriensportwagen genoss. Damit war es jetzt vorbei. In Deutschland kostete er sogar mehr als vergleichbare Maserati, war also ein Fall für Enthusiasten. Und diese fand das Meisterstück des Motorenbaus auch hierzulande, vor allem aber in Amerika, wo er bei der IMSA-GTO-Rennserie eine feste Größe wurde und die Herzen der Sportfahrer eroberte.

Zwei Turbolader mit Ladeluftkühlung, automatische Anpassung der Einlass-Steuerzeiten an die Drehzahlen für mehr Durchzug im unteren Drehzahlbereich, Allradlenkung und viele weitere Delikatessen machten den 300 ZX Twin Turbo zu einem Symbolträger für japanische Innovationskraft, dessen Import jedoch 1995 mangels Nachfrage eingestellt werden musste. Gerade einmal 1.700 Deutsche kauften den Twin Turbo, womit dieser Nissan in den Zulassungen hinter Maserati lag.

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