Japan-Sportwagen: Schnell und wild

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Noch rarer war der Mitsubishi 3000 GT, von dem in zehn Jahren keine 1.000 Einheiten deutsche Käufer fanden. Dennoch erhielt Mitsubishi für den Supersportwagen internationale Anerkennung. Immerhin war der von Beckenbauer gefahrene 3000 GT als Sportwagen mindestens ebenso elegant, wie es Kaiser Franz als Lichtgestalt des Fußballs war.

Zwei Turbolader, Allradantrieb, Allradlenkung und Sprintwerte, die einem vergleichbaren Porsche 911 keine Chance ließen, verdeutlichten dies ebenso nachdrücklich wie die vorzugsweise ferrarirote Lackierung der Boliden. Tatsächlich trug der schnellste Mitsubishi in den USA sogar die symbolträchtige Bezeichnung GTO – und erzielte erstaunliche Absatzerfolge.

Kampfansage an Corvette & Co.

Das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wurde auch Hauptabsatzmarkt für die vorläufig letzte Generation des Toyota Supra. Mit einem 330 PS freisetzenden Doppelturbo-Sechszylinder ignorierte der Supra die selbstauferlegte PS-Begrenzung der japanischen Industrie und war eine klare Kampfansage gegen Corvette & Co. Mehr noch: Im Sprintduell fuhr der Über-Toyota sogar Ferrari Testarossa und manchen Lamborghini Countach davon.

Gemessen daran waren Preise ab 106.000 Mark günstig, den deutschen Toyota-Händlern wollte es dennoch nicht gelingen, ihren Supersportler in nennenswerten Stückzahlen zu verkaufen. Daran änderte auch die eindrucksvolle Optik mit mächtigem Heckflügel für mehr Bodenhaftung und die bevorzugte signalrote Lackierung wenig.

Kaum anders eine Ikone der „Fast-and-Furious-Filme“, der Mazda RX-7 in seiner dritten und letzten Generation. Dieser Rotary-Racer feierte zwar über 12 Jahre Erfolge auf Rennstrecken und wurde zeitweise zur ersten Wahl von Supersportwagenenthusiasten in Fernost und Nordamerika. Trotzdem erreichte auch er nur noch knapp 69.000 Einheiten, mithin gerade einmal 15 Prozent des Produktionsvolumens der ersten RX-7-Generation, die allerdings auch in einer deutlich niedrigeren Preisklasse antrat.

Unvergleichbar war das Fahrerlebnis mit dem schärfsten aller RX-7. Der turbinenartig hochdrehende Wankelwagen war süchtig nach schnellen Sprints und scharfen Kurven – ein Driftmeister unter den Supersportlern. Nicht nur mit dem beispielhaften Leistungsgewicht von 5,4 Kilogramm pro PS nahm sich der Mazda den Porsche 911 als Maßstab. Auch beim Sprint sollte der Rotarier aus Hiroshima den Boxer aus Stuttgarter hinter sich lassen. Mission erfüllt, stellten die Mazda-Chefs zufrieden fest, als die ersten Testergebnisse veröffentlicht wurden. Nicht ganz so glücklich verlief die Karriere des RX-7, als 1996 in Deutschland neue Abgasvorschriften den vorzeitigen Abschied des Wankelsportlers bedingten.

Sang- und klanglos verschwunden

Am Ende verschwanden alle Nippon-Boliden sang- und klanglos vom deutschen Markt. Erst der aktuelle Nissan GT-R errang wieder größere Anerkennung im High-Speed-Zirkel als echter Porsche-Killer – zumindest in Vergleichstests und mit immer neuen Bestzeiten auf der Nordschleife. Die fünf Samurai von 1992 ereilte dagegen nahezu durchweg der Heldentod aller vergangenen und vergessenen Automobile: In der Schrottpresse.

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