Kfz-Gewerbe Hessen Jürgen Karpinski kündigt Rückzug als Landesverbandspräsident an

Von Doris S. Pfaff Holger Zietz 3 min Lesedauer

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Der noch amtierende Präsident des Kfz-Gewerbes Jürgen Karpinski will sich auch von seinem Amt als Präsident des Landesverbands Hessen zurückziehen. Das kündigte er auf der Mitgliederversammlung in Fulda an.

Auf der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Hessen in Fulda kündigte Jürgen Karpinski seinen Rücktritt als Landesverbandspräsident an. (Bild:  Zietz – VCG)
Auf der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Hessen in Fulda kündigte Jürgen Karpinski seinen Rücktritt als Landesverbandspräsident an.
(Bild: Zietz – VCG)

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski kündigte am 5. Mai auf der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Hessen in Fulda auch seinen Rückzug als Landesverbandspräsident an. „Es ist jetzt die richtige Zeit, den Staffelstab in jüngere Hände zu legen“, sagte er. Der 73-Jährige leitet seit 2004 als Präsident die Geschicke des hessischen Kfz-Gewerbes und seit 2014 die des Zentralverbands. Seinen Rücktritt als ZDK-Präsident hatte Karpinski bereits angekündigt. Die Neuwahl findet auf der Mitgliederversammlung am 14. Juni in Regensburg statt. Für das Amt des ZDK-Präsidenten bewerben sich Arne Joswig und Burkhard Weller.

Wann genau Karpinski als Landesverbandspräsident zurücktritt, stehe noch nicht fest. Wohl „gegen Ende des Jahres“, sagte Karpinski gegenüber dem »kfz-betrieb«. Da für den 17. Oktober bereits der Termin für die nächste Delegiertenversammlung anberaumt ist, könnte dieser Termin infrage kommen. Regulär endet Karpinskis Amtszeit als Präsident erst 2025.

Im Mittelpunkt der 93. Jahrestagung des hessischen Kfz-Gewerbes standen jedoch nicht die Personalien, sondern die Herausforderungen der Branche. Karpinski bot den Mitgliedern zunächst einen Überblick über die aktuelle Lage des hessischen Kfz-Gewerbes.

Während in den Kfz-Werkstätten die Welt noch in Ordnung sei – immerhin liege die Werkstattauslastung aktuell bei rund 85 Prozent – spüre der Handel bereits deutlich die Umbrüche. Die Folge: Es zeichne sich mittlerweile zunehmend der Trend ab, dass sich kleinere Kfz-Unternehmen als Filialen größeren Betrieben anschließen.

Kfz-Gewerbe muss Herstellern die Stirn bieten

Das weiterhin noch immer überschaubare Angebot an Neuwagen in den Autohäusern habe durchaus positive Effekte für den Handel. „Es gibt keine Rabattschleuderei und keine Überproduktion mehr“, so Karpinski. Für die Marge und den Händler sei das gut. Kritisch zu sehen und eine Gefahr für den Autohandel seien aber die Ambitionen der Hersteller, ihre produzierten Autos auch selbst verkaufen zu wollen. Auch nach den Kundendaten der Autohändler streckten sie ihre Hände aus. Auf diese Entwicklungen müsse das Kfz-Gewerbe Antworten finden und reagieren, so Karpinski.

Von der aktuell guten Lage im Service dürfe die Branche sich nicht täuschen lassen. Auch wenn die Werkstätten mit ihrer Auslastung das Vorkrisenniveau um zwei Prozent übertroffen hätten, werde hier der Wandel einsetzen. Jedoch nicht so schnell wie im Handel, erklärte Karpinski.

Durch das wachsende Alter der Verbrennerfahrzeuge steige zudem der Aufwand für Wartung und Reparatur. Die stetig steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen werde sich parallel negativ auf die Auslastung auswirken, weil sie weniger gewartet und repariert werden müssen. „Das ist keine Revolution, erfolgt aber kontinuierlich“, so Karpinski.

Weitere Belastungen für die Betriebe sieht Karpinski durch den Fachkräftemangel und die gestiegenen Energiekosten. Aber zumindest dem Fachkräftemangel könnten die Betriebe begegnen, indem sie sich als Arbeitgeber engagierten und weiter ausbildeten. Weiterqualifizierung anzubieten und auf geänderte Kundenwünsche einzugehen, helfe den Unternehmen, sich auf die neuen Zeiten vorzubereiten.

18 Autohersteller und Importeure stellen auf Agentursystem um

Wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auf den laufenden Umbruch in der Autolandschaft reagiert, erläuterte Marc Voß, Geschäftsführer der Abteilung Betriebs-, Volkswirtschaft und Fabrikate. „Die Themen der Branche werden europäischer und nicht mehr nur in Deutschland entschieden“, sagte er. Daher sei ein Schwerpunkt der ZDK-Arbeit, sich politisch weiterhin auch auf europäischer Ebene zu engagieren.

Die EU-Politik treibe den technologischen Wandel in Richtung Elektromobilität stark voran. Der Verband setze sich parallel weiterhin für den Einsatz von E-Fuels ein. Starke Treiber der Transformation der Branche seien unter anderem die Digitalisierung, Anforderungen an Nachhaltigkeit und der technologische Wandel, skizzierte Voß. Um hier mithalten zu können, sei die Qualifizierung der Mitarbeiter in den Kfz-Betrieben ein entscheidender Faktor.

Das Thema Agentursystem beschäftige die Abteilung weiterhin sehr stark. Zum aktuellen Stand bot Voß einen Überblick: Aktuell seien 18 Fabrikate dabei, ihren Vertrieb auf das Agenturmodell umzustellen.

Der Termin der nächsten Mitgliederversammlung ist am 17. Oktober 2023.

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