Mercedes-Benz Jürgens-Gruppe kauft Niederlassung Dortmund

Von Yvonne Simon 3 min Lesedauer

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Der Verkauf der Mercedes-Benz-Niederlassungen nimmt Fahrt auf. Die Niederlassung Dortmund ist der zweite Standort, den der Konzern in der aktuellen Welle an einen Händler verkauft. Die Jürgens-Gruppe erhält den Zuschlag und wächst deutlich.

Die Niederlassung Dortmund geht an die Jürgens-Gruppe.(Bild:  Mercedes-Benz)
Die Niederlassung Dortmund geht an die Jürgens-Gruppe.
(Bild: Mercedes-Benz)

Die nächste Mercedes-Benz-Niederlassung ist verkauft. Die Jürgens-Gruppe mit Stammsitz in Hagen übernimmt die Niederlassung Dortmund mit dem Karosserie- und Lackzentrum sowie den weiteren Standorten in Lünen und Unna. Wie Jürgens mitteilte, wurde am heutigen Freitag (11.7.) die entsprechende notarielle Vereinbarung abgeschlossen. Details wie die Transaktionssumme wurden nicht bekannt.

Die Jürgens-Gruppe wächst mit dem Zukauf deutlich und übernimmt alle 290 Beschäftigten der Niederlassung. Man wolle den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Führungskräften der Niederlassungsbetriebe eine neue berufliche Heimat geben, in der sie ihre Kompetenzen weiterentwickeln können, erklären die Inhaber Dr. Claudia Fular-Jürgens und Jürgen Jürgens. Künftig gehören zu Jürgens 1.400 Beschäftigte an 19 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Dortmund wird mit Abstand die größte Stadt sein, in der die Gruppe aktiv ist.

Die Erweiterung wird auch dem Absatz von Jürgens einen Schub geben. 2023 verkaufte die Gruppe mit damals 12 Standorten um die 6.450 Neuwagen sowie gut 7.700 Gebrauchte und generierte 833 Millionen Euro Umsatz.

Generell baut die Jürgens-Gruppe derzeit ihre Geschäfte aus. Im März nahm das Unternehmen MG als neues Fabrikat auf. Erst gestern (10.7.) wurde bekannt, dass Jürgens ein Fahrzeugbau-Unternehmen übernimmt und damit in ein neues Geschäftsfeld einsteigt.

Künftig für die Mercedes-Benz Niederlassungen in Dortmund, Unna und Lünen verantwortlich: v.l. stehend: Die Geschäftsführung der Jürgens Gruppe mit Tino Schneider, Mentor Hajdari, Daniel Junker und Frank Döhring (Vorsitzender); v.l. sitzend: Die Inhaber Dr. Claudia Fular-Jürgens und Jürgen Jürgens gemeinsam mit Beirat Dr. Stephan Reiners (zum Vergrößern ins Bild klicken)(Bild:  Jürgens-Gruppe)
Künftig für die Mercedes-Benz Niederlassungen in Dortmund, Unna und Lünen verantwortlich: v.l. stehend: Die Geschäftsführung der Jürgens Gruppe mit Tino Schneider, Mentor Hajdari, Daniel Junker und Frank Döhring (Vorsitzender); v.l. sitzend: Die Inhaber Dr. Claudia Fular-Jürgens und Jürgen Jürgens gemeinsam mit Beirat Dr. Stephan Reiners (zum Vergrößern ins Bild klicken)
(Bild: Jürgens-Gruppe)

Mercedes-Benz ist laut einer Mitteilung „überzeugt, mit der Neuaufstellung der Niederlassung den Grundstein für ein zukunftssicheres Unternehmen und ein herausragendes Kundenerlebnis zu legen.“ Der Hersteller wolle „den Bestand und die Wettbewerbsfähigkeit eines erfolgreichen Mercedes-Benz-Vertriebs in Deutschland sicherstellen“ und Kunden eine stärkere Sales- und Service-Präsenz vor Ort bieten.

Dortmund ist die zweite Niederlassung, die Mercedes-Benz in der aktuellen Welle veräußert. Ende Juni fiel der Startschuss mit dem Verkauf der Niederlassung Ulm/Neu-Ulm an die neu formierte Sterne-Gruppe mit Sitz in Augsburg. Hinter dem Unternehmen stehen die Traditionshändler Kreuter-Medele-Schäfer sowie Abel + Ruf.

Weitere Gespräche laufen

Derzeit befinde sich Mercedes-Benz „in sehr konstruktiven Gesprächen mit potenziellen Erwerbern für weitere Standorte.“ Die Nachfrage sei hoch, wie Jan Medeja, Vice President Mercedes-Benz Retail Europe Cars and Vans, erklärte.

Als besonders wichtige Kriterien bei der Auswahl der Käufer nennt der Konzern ausgewiesene Expertise im Fahrzeughandel und -service, nachhaltige Investitionsbereitschaft, ein langfristiges unternehmerisches Konzept, wirtschaftliche Stärke und Aufgeschlossenheit gegenüber Arbeitnehmervertretungen.

Auch wenn es bald die nächsten Vollzugsmeldungen geben dürfte, könnte sich der Verkauf der zweiten Welle der Niederlassungsbetriebe über einige Jahre erstrecken. Denn es geht um eine große Anzahl von Standorten – und die Betriebe dürften für Investoren wirtschaftlich unterschiedlich interessant sein. Zudem ist die wirtschaftliche Gesamtlage derzeit für viele Händler herausfordernd. So ist davon auszugehen, dass sich die zweite Verkaufswelle in mehreren Schüben vollziehen wird.

Mercedes-Benz hatte Anfang vergangenen Jahres verkündet, seine rund 80 noch verbliebenen Niederlassungsbetriebe zu verkaufen. Bereits 2015 hatte der Hersteller sein Niederlassungsnetz in Deutschland ausgedünnt und 63 Standorte an Händler verkauft. Nach dem Start in Deutschland ging der Hersteller in anderen Ländern den gleichen Schritt. Dort verfügt Mercedes-Benz nach Konzernangaben kaum noch über eigene Vertriebsstandorte.

In Deutschland gingen im Zuge der Verkaufswelle 2015 Niederlassungsbetriebe an große Namen aus der Automobilwirtschaft. Auch Investoren aus dem Ausland kamen zum Zug wie die Schweizer Händlergruppen Emil Frey und Kestenholz oder die chinesische Lei Shing Hong, die einstige Niederlassungsbetriebe in Ostdeutschland heute unter dem Markennamen Sternauto führt.

Auch mehrere deutsche Händler übernahmen Niederlassungsbetriebe. Die meisten Gruppen sind damit nach wie vor in Eigenregie aktiv. Manch einer dieser Händler wurde seitdem seinerseits wieder übernommen – unter anderem von ausländischen Investoren. In der jetzigen Verkaufswelle könnten auch verstärkt familiengeführte Käufer zum Zug kommen, wie aus dem Vertriebsnetz zu hören war.

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